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ADAC Motorwelt 01/1952

Über Klingen, klingeln und klopfen

 

Jeder Kraftfahrer hat sicherlich schon die Beobachtung gemacht, daß sein Motor in einem gewissen Drehzahlbereich bei plötzlich voll geöffneter Drosselklappe zu klopfen der zu klingeln beginnt. Wird darauf das Gaspedal zurückgenommen, die Drosselklappe also wieder teilweise geschlossen, so verschwindet dieses Phänomen meistens schnell.

 

Was ist das? Man bezeichnet es gemeinhin als Klingeln, Klopfen oder unerwünschte Vorzündung. In Wirklichkeit handelt es sich um einen sehr komplizierten und wissenschaftlich noch nicht vollkommen geklärten Vorgang im Verbrennungsraum, wie die Vielzahl der darüber existierenden wissenschaftlichen Theorien vermuten läßt.

 

Unglücklicherweise hat sich nun in Bezug auf die Ausdrücke „Klingeln und Klopfen“ der täglichen Umgangssprache der Kraftfahrer eine Sprachverwirrung eingeschlichen, die eine exakte begriffliche Klärung dieser Vorgänge von vornherein sehr erschwert. So wird, zum Beispiel, der Ausdruck „Klingeln" oder „Klopfen" auch angewendet, wenn von Vorzündung die Rede ist. Deshalb sei von vorneherein richtig gestellt: Klingeln und Klopfen sind Detonationsphänomene gleicher Art. Aber Vorzündung ist ein Phänomen anderen Ursprungs, wie im Verlaufe dieser Ausführungen klar werden wird.


  • Das Klingen

    Früher, als die Drehzahlen der Motoren noch gering waren, die Verdichtung sich in schwachen Grenzen bewegte und die Kühlung der Zylinder noch zu wünschen übrig ließ, konnte ein Motor, der schwere Last zu ziehen hatte und dessen Drosselklappe deshalb vom Fahrer weit geöffnet war, einen harten metallischen Klang annehmen. Man glaubte, daß dieses „Klingen“ viele Fahrer hörten es sehr gerne — seine Ursache darin hatte, daß die Kolben bei Erreichung des oberen Totpunktes nun die volle Treibstoffladung erhielten und die Belastung der Pleuellager, sowie der Druck zwischen Kolben und Zylinderwand — durch den Kurbeltrieb erhalten die Kolben ja einen gewissen einseitigen Druck! — im Augenblick der Verbrennung so hoch war, daß dieses metallische Klingen auftrat. Diese Annahme hatte einige Berechtigung, weil die ersten Motoren sehr niedere Drehzahlen hatten und infolgedessen bei Höchstleistung eine volle Treibstoffladung ansaugen konnten.

    Als dann später die Leistung der Motoren stieg, weil sich die Drehzahlen und das Verdichtungsverhältnis bemerkenswert erhöht hatten, erhielt das „Klingen" eine andere Auslegung. Die Motoren der neuen Art erlangten infolge ihrer erhöhten Drehzahlen ein viel häufiger zu schaltendes Getriebe und die ganze Fahrtechnik änderte sich infolgedessen ganz gewaltig. Aber — das Klingen, bei den erhöhten Drehzahlen nun zu einem Klingeln oder Klopfen geworden, blieb, wenn die Drosselklappe weit offen war.


  • Doch Überladung?

    Bald hatte das Verdichtungsverhältnis eine Grenze erreicht, die als Klopfgrenze bezeichnet wird. Nun wurde das Klingeln oder Klopfen konstant, sowie der Motor nur einigermaßen belastet war. Man kam auch drauf, daß die modernen Motoren mit ihren erhöhten Drehzahlen bei voll geöffneter Drosselklappe eher weniger als mehr Treibstoff ansaugten, weil die Unterdruckverhältnisse im Ansaugrohr infolge der vergrößerten Ansaugquerschnitte jetzt schlechter als früher geworden waren und infolgedessen weniger Treibstoff aus der Vergaserdüse gesaugt wurde. Ein ärmeres Gemisch war die Folge. Von Überladung konnte daher keine Rede sein, wie man früher angenommen hatte.

     

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    ADAC Motorwelt 01/1952


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