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ADAC Motorwelt 08/1951

Bessere Ohren für den Fernlastfahrer

 

Die vielfältigen Motor- und Fahrgeräusche erschweren es dem Führer eines Lastzuges, die Überholsignale nachkommender Fahrzeuge deutlich genug wahrzunehmen, sodaß der Fahrer häufig allein auf die Beobachtung des Rückblickspiegels angewiesen ist.

Dadurch wird das gute Einvernehmen im Straßenverkehr vielfach gestört, denn der PKW- oder Motorradfahrer vermag meist nicht recht zu verstehen, daß die für diesen Fall geringe Lautstärke seiner Hupsignale vom Fernlaster nicht sicher gehört werden können, wenn andere Geräusche überwiegen.


  • Neues europäisches Abkommen

    In Frankreich ist man schon vor Jahren dazu übergegangen, für Lastwagen und Lastzüge Einrichtungen vorzuschreiben, die geeignet sind, die Hupsignale nachkommender Fahrzeuge durch Schallverstärkeranlagen im Führerhaus deutlich und klar verständlich zu machen.

    Bei den französischen Schallverstärkeranlagen werden die akustischen Signale der nachfolgenden Fahrzeuge durch ein Mikrophon unter der Rückwand des letzten Anhängers aufgenommen und ähnlich wie bei einer Telephonanlage in elektrische Stromstöße umgesetzt, welche zum Führerhaus geleitet und dort wieder in Schall- oder Leuchtzeichen umgewandelt werden.

    Das neue europäische Abkommen über den Straßenverkehr sieht, von den gleichen Überlegungen ausgehend, vor, daß auf den Durchgangsstraßen für den internationalen Verkehr jeder Lastzug, dessen Länge 14 Meter übersteigt, mit einem Gerät ausgerüstet sein muß, das dem Fahrer die Wahrnehmung von Signalen nachfolgender Verkehrsteilnehmer ermöglicht.


  • Licht statt Hupe

    Eine deutsche, von Reuter entwickelte Neukonstruktion für Überholungs-Signalverstärker verzichtet auf die Verstärkung akustischer Überholsignale, weil hier durch Fahrgeräusche, besonders auf schlechten Straßen, Fehlmeldungen vorkommen können. Als Signal für die beabsichtigte Überholung eines Lastzuges soll nur das Auf- und Abblenden der Scheinwerfer ansprechen. Dazu wird der letzte Anhänger eines Lastzuges mit einer Photozelle ausgestattet, die gewissermaßen als Licht-Antenne die Blinkzeichen aufnimmt. Der Scheinwerferlichtstrahl trifft auf einen Tubus, in welchem die Strahlen mittels einer Sammellinse konzentriert und über ein Rotfilter auf eine Fotozelle gerichtet werden. Die Fotozelle erzeugt bei Lichteinwirkung einen schwachen Strom, der über Verstärkerröhre und Relais den Signalkontakt auslöst. Dieser Kontakt kann im Führerhaus entweder einen Summer oder eine Signallampe einschalten.

    Bei Dauerlicht, wie es nachts bei Kolonnenfahren oder beim Halten vor einer starken Lichtquelle auftreten kann, schaltet ein Kondensator das Gerät selbsttätig aus. Lediglich auf unterbrochene Anstrahlung, wie Auf- und Abblenden spricht das Reuter Signal tagsüber genau so wie bei Nacht an. Mit der Überholsignalanlage kann eine Rückmeldelampe verbunden werden, deren Aufleuchten dem Nachfolgenden anzeigt, daß der Lastzugfahrer das Überholsignal verstanden hat. Das Gerät, in Größe einer Zigarrenkiste, ist unempfindlich gegen Stöße und kann daher unter der Rückwand des letzten Anhängers aufgehängt werden. Besondere Wartung ist nicht notwendig, denn die eingesetzte Anoden-Batterie hält über in Jahr vor. Der Anschaffungspreis dieser Überholsignal - Einrichtung wird mit DM 5,- angegeben. Es wäre zu wünschen, daß unsere Lastzughalter auch ohne gesetzlichen Zwang die Notwendigkeit derartiger Signalverstärker verstehen und ihre Lastzüge damit ausstatten.

     

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    ADAC Motorwelt 08/1951


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