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50 Jahre Zahnriemen

 

Fluch und Segen liegen in der Technik oft nahe beieinander. Nicht jede Neuentwicklung, erfüllt auf lange Sicht die Erwartungen. Ein typisches Beispiel ist der vor 50 Jahren entwickelte Zahnriemen aus Kunststoff, der damals die Verbindung der Kurbelwelle zur Nockenwelle revolutionierte.


  • Motortod durch Zahnriemendefekt

    Die anfängliche Euphorie der Fahrzeughersteller über die unbestreitbaren Vorzüge – platzsparend, preiswert und geräuscharm, wichen angesichts der mit einem Zahnriemendefekt oft einher gehenden Motorschäden zwischenzeitlich einer gewissen Ernüchterung. Auch die hohen Wartungskosten, hervorgerufen durch den regelmäßig erforderlichen Austausch, nach Vorschrift des Fahrzeugherstellers, machen es nicht besser. Bis in die 60er Jahre wurden in die Viertaktmotoren aller Fahrzeughersteller Rollenketten, Stirnräder oder sogar Königswellen montiert.

    Die Erfindung des Einsatzes eines Kunststoffzahnriemens im Viertaktmotor geht der auf Andreas Glas, Sohn von Hans Glas, dem Goggomobil-Fabrikanten zurück. Er soll bei dem Versuch eine Küchenmaschine zu reparieren auf einen winzigen Zahnriemen gestoßen sein und hat dieses Bauteil schließlich in der Automobiltechnik eingesetzt.

    Der im September 1961 auf der IAA erstmalig vorgestellte Glas S 1004 verfügte als erstes Auto auf der Welt über dieses Bauteil. Hersteller war die Firma Continental aus Hannover, die auch heute noch unter dem Namen Conti-Tech Zahn- und Keilriemen produziert.


  • Theorie und Praxis liegen oft weit auseinander

    In den folgenden Jahren griffen viele weitere Autoproduzenten auf dieses System zurück. Die anfänglichen Kinderkrankheiten, durch noch nicht so alterungsbeständige, hitze- und feuchtigkeitsresistentere Materialien, sollen heutzutage behoben sein.

    In der Praxis allerdings wird aufgrund der hohen Kosten für den Wechsel des Zahnriemens und der mit dem System verbundenen Teile (Spannrollen, Umlenkrollen, Dichtringe und Wasserpumpen) oftmals der Tausch hinausgezögert, was häufig dann jedoch zu Ausfällen und empfindlichen Folgekosten führt.

    Die Wechselintervalle richten sich vorwiegend nach der Laufleistung. Aber Zahnriemen altern auch (Temperaturschwankungen, langes stehen des Fahrzeugs usw.) und sollten deshalb auch nach Zeiträumen gewechselt werden. Auch wenn Wechselzeiträume im Serviceheft nicht angegeben werden, sollten die Riemen nach zirka sechs Jahren sicherheitshalber ausgewechselt werden. Die Kosten sind erheblich geringer als die Reparaturkosten eines kapitalen Motorschadens.


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