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40 Jahre Kfz-Schiedsstellen

Wären sie ein Auto, die Schiedsstellen wären längst mit dem H-Kennzeichen geadelt. Vor vierzig Jahren wurden die ersten Schiedsstellen für das Kraftfahrzeug-Handwerk eingerichtet, im engen Schulterschluss von ADAC und Zentralverband des Kfz-Handwerks. Auch für Old –und Youngtimerbesitzer ist es gut zu wissen, wie sie funktionieren und welche Vorteile sie bieten.


  • Wo gehobelt wird…

    Reparaturfehler – echte oder vermeintliche – sind im Werkstattwesen an der Tagesordnung. Was aber nicht zu falschen Vermutungen führen darf: Die deutliche Mehrheit der Betriebe liefert bei rund 70 Millionen Aufträgen pro Jahr solide Arbeit ab. Natürlich hat ein Werkstattmitarbeiter auch mal einen schlechten Tag oder es herrscht an einem Tag einfach mal Chaos, so dass Fehler einfach passieren müssen.

    Manche Störquellen wiederum sind nur über (teure) Umwege lokalisierbar. Ist die Werkstatt nach den anerkannten Regeln der Reparaturtechnik vorgegangen, dann trifft sie nicht unbedingt ein Verschulden. Was bedeutet, dass manchmal nur mittels unabhängiger fachlicher Analyse zu klären ist, ob gepfuscht wurde.


  • Vertragen statt klagen

    „Vertragen statt klagen“ – ein auf dem Fahrzeugreparatursektor besonders sinnvolles Motto. Natürlich sollte man erstmal selbst mit dem Betrieb ein klärendes Gespräch führen. Führt das zu keinem Ergebnis, kann man rechtliche Schritte einleiten. Das dauert, und kostet – und bringt bei problematischer Beweisführung nicht immer den gewünschten Erfolg.

    Anders die Schiedsstellen: Sie arbeiten grundsätzlich kostenlos. Besetzt sind sie mit einem zum Richteramt befähigten Vorsitzenden, einem Vertreter des Kfz-Gewerbes und des ADAC sowie einem öffentlich bestellten und vereidigten Kfz-Sachverständigen.

    Wenn also zu klären ist, ob das teure Steuergerät für die Einspritzung am Mercedes W 124 zu Recht gewechselt wurde (oder ob man den Fehler im Kabelstecker hätte finden müssen), dann behandelt das die Schiedsstelle im Rahmen eines „Vorverfahrens“. Ist hierbei kein Ergebnis zu erzielen, setzt sich die Kommission zusammen und fällt einen Schiedsspruch. Für die Werkstatt ist er bindend, dem Autobesitzer steht aber weiterhin der Rechtsweg offen.


  • Reklamationsweg

    Auch hier gelten einige Regeln: Die Reklamation muss umgehend und schriftlich eingereicht werden – zuständig ist die Schiedsstelle am Sitz der Werkstatt. Die entsprechenden Adressen findet man hier: www.kfz-schiedsstellen.de. Und: Der beteiligte Reparaturbetrieb muss Mitglied der Kfz-Innung sein.


  • So sorgen Sie vor

    Viele Streitigkeiten entstehen durch unklare oder zu pauschale Auftragsvergaben – wie zum Beispiel „Machen Sie alles, was nötig ist“. Der Auftrag sollte detailliert sein, lassen Sie sich eine Kopie aushändigen.

    Bei umfangreicheren Reparaturen oder Restaurierungen sollte man zudem eine finanzielle Obergrenze setzen (die nur mit Ihrer Zustimmung überschritten werden darf), auch Fotos vor Reparaturbeginn können hilfreich sein. Bei Restaurierungen sollte ohnehin eine Fotodokumentation erstellt werden.


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