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ADAC Motorwelt 07/1983

Schneller Doppeldecker für Papi

 

Gleich zwei Heckspoiler zieren den neuen Ford Sierra XR 4i - eine Familienlimousine mit Sportwagen-Charakter.

 

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  • Für das Heck gilt: doppelt hält besser


    „Ein sportliches Auto, in dem auch die ganze Familie Platz hat, muß man heute schon mit der Lupe suchen. Der neue Ford Sierra XR 4i füllt diese Marktlücke recht gut aus. Der Innenraum, identisch mit dem der anderen Sierra-Modelle, bietet vorn großzügige, hinten annehmbare Platzverhältnisse.

    Daß es den XR 4i nur zweitürig gibt, stört dabei wenig: Die Türen sind so breit, daß der Einstieg nach hinten auch ohne Akrobatik möglich ist. Unter der weit zu öffnenden Heckklappe liegt ein ausreichend geräumiges Kofferabteil, das sich durch Umlegen der hinteren teilbaren Rückbank noch erheblich vergrößern läßt.

     

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    Im Gegensatz zu dieser vernünftigen Grundkonzeption steht das recht aufdringlich wirkende Äußere. Während die kunststoffbewehrten Seitenflanken bei Parkplatzrempeleien durchaus von Nutzen sind, zeigt beispielsweise die rundumlaufende rote Zierleiste, daß sich der schnellste der Sierra-Sippe auch optisch profilieren soll. Der Clou am XR 4i - teils bestaunt, teils belächelt - ist ein doppeldeckerartiges Spoilermonstrum am Heck, das laut Ford besseren Anpreßdruck der angetriebenen Hinterräder bringt und auch maßgeblich am äußerst günstigen cw-Wert von 0,32 beteiligt sein soll.


  • Fahrwerk wurde der Leistung angepasst

    Daß der Sierra XR 4i nicht zum Papiertiger geriet, zeigt ein Blick unter die Motorhaube: Dort sitzt der bereits im Granada und Capri bewährte 2,8-Liter-Sechszylinder mit Benzineinspritzung, der 150 PS (110 kW) mobilisiert. Das reicht allemal für respektable Fahrleistungen: Im Test lief der XR 4i 208 km/h Spitze; von 0 auf 100 km/h spurtete er in 9,9 Sekunden. Damit hinkte unser Exemplar zwar etwas hinter den Werksangaben her (Spitze 210, 0 bis 100 in 8,4 s), doch störte uns das weit weniger als das im fünften Gang etwas zu kurz ausgelegte Getriebe.

    Das Ford-Triebwerk verrichtet seine Arbeit weitgehend vibrationsarm und leise, mag aber keine hohen Drehzahlen. Seine Stärke liegt mehr im bulligen Antritt aus niedrigen Touren. Bei gemäßigter Fahrweise hält sich auch der Benzindurst in Grenzen: Für den mit Schubabschaltung ausgerüsteten Sierra ermittelten wir einen Durchschnittsverbrauch von 12,6 Liter/100 km. Das straff abgestimmte Fahrwerk wurde dem Leistungszuwachs angepaßt; es erlaubt eine recht sportliche Gangart, ohne daß dabei der Fahrkomfort zu kurz kommt. Der mit Breitreifen der Dimension 195/60 VR 14 bestückte Super-Sierra kann allerdings sein Antriebskonzept nicht verleugnen: In schnell gefahrenen engen Kurven drängt er mit dem Heck nach außen.

    Wenn man sich in dem XR 4i nicht auf Anhieb wohl fühlt, dann liegt das vor allem an der Servolenkung (Aufpreis), die wenig Fahrbahngefühl vermittelt, und an den bei starker Beanspruchung etwas schwachen Bremsen. Außerdem dürfte die Schaltung ruhig etwas leichter gehen. Hinzu kommt, daß der Sierra kein besonders übersichtliches Auto ist, erst recht nicht der XR 4i mit Doppelflügel und überflüssigem Scheibendesign an den hinteren Seitenfenstern. Doch man sitzt gut, kann die Vordersitze auch in der Höhe verstellen und hat kaum Probleme mit der Bedienung. Die Ausstattung ist reichhaltig, wenn auch die wirklich luxuriösen Dinge, z. B. elektrische Fensterheber, nur gegen Aufpreis zu haben sind. Doch wenn Platzangebot und sportliche Qualitäten gefragt sind, dann gibt es für 28.350 DM zurzeit kaum ein Auto, das mehr bietet.“ “


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    ADAC Motorwelt 07/1983


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