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ADAC Motorwelt 01/1982

50 Jahre und kein bisschen leise

 

Es gibt noch zugelassene Feuerwehrautos in Deutschland, mit denen schon gelöscht wurde, als Charles Lindbergh den Atlantik überquerte und die ersten Tonfilme in unsere Kinos kamen. Pumpen und Motoren funktionieren wie am ersten Tag.
  • Die 114 Sack Roggen waren gut angelegt

    Als 1923 die Feuerglocke das Dorf Horneburg bei Stade aus dem Schlaf riss, stand Max erst seit ein paar Monaten im Geräteschuppen. Max, so nannte die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr zärtlich ihre Magirus Kraftspritze, Modell „Bayern“, hatte in dieser Nacht buchstäblich seine erste Feuerprobe zu bestehen, denn im Nachbarort Hedendorf stand ein ganzer Straßenzug in Flammen.

    Das knallrote Gefährt mit den hölzernen Schlauchkästen und dem massiven Messingkühler bestand den Test glänzend. Schon nach wenigen Kurbelumdrehungen knatterte der 34-PS-Motor mit ohrenbetäubendem Krach los und brachte die Mannschaft im schier unglaublichen Tempo von knapp 60 km/h zum Einsatzort. Mit der Pumpleistung von 1.000 Litern pro Minute konnte zwar an den lichterloh brennenden Häusern und Scheunen nicht mehr viel gerettet, aber wenigstens ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. Einhelliges Urteil der Mannschaft: Die 114 Sack Roggen im Wert von 1,4 Millionen Reichsmark, die man während der Inflation für das hochmoderne Gefährt gezahlt hatte, waren gut angelegt.

    Während des II. Weltkrieges und noch 13 Jahre danach war das zierliche Gefährt mit den Holzspeichenrädern im Einsatz, dann kam es in ein Automuseum. Als dieses aufgelöst wurde, dämmerte die Motorspritze jahrelang in Scheunen und Garagen vor sich hin, bis 1980 das 100jährige Jubiläum der Horneburger Feuerwehr bevorstand und man sich an den Veteranen erinnerte.

     

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    ADAC Motorwelt 01/1982


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