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ADAC Motorwelt 05/1981

Der Lack, aus dem die Träume sind

 

Irgendjemand hat ihn mal den Dior unter den Lackierern genannt, den Mann, der Rennautos und brave Limousinen zu Kunstobjekten macht: Walter Maurer. Für das Motorwelt-Titelbild spritzte er exklusiv eine Motorhaube.


  • Mehr Angst ums Blech als um die Haut

    Der Mann im weißen Overall geht mit schnellen Schritten auf den sich scharf gegen den Himmel abzeichnenden Bergrücken zu, Sekunden später schluckt ihn das Licht eines irreal wirkenden Sonnenunterganges. Dann bricht die Hölle los. Brüllender Triebwerkslärm drückt in meine Trommelfelle, die Szene geht in einer Qualmwolke unter, löst sich darin auf. Der Geruch verbrannten Gummis hängt ihr nach, auf dem Asphalt unter meinen Füßen bleiben zwei breite, schwarze Streifen zurück, hinradiert von Autoreifen.

    Also doch keine Sciencefiction-Begegnung, kein Ufo. Da ist nur der Walter Maurer losgedröhnt, der Herr über den schnellsten Sonnenuntergang der Welt - aufgespritzt und aufgepinselt auf die Seitenflächen seines 500 PS starken BMW-M1-Rennwagens, eines poppigen Monsters, mit dem sich der Bayer Maurer „nur zwengs der Gaudi“ eine Saison lang auf den Rennstrecken tummeln will - sagt er.

    Aber würde man ihn auf die Gaudi schwören lassen, müsste er gestehen, dass die Rennerei doch eher als Werbegag für die Lackmalereien dienen soll. „Die Jungs werden mir hübsch um die Ohren fahren“, feixt er; und da ist kein bisserl Angst um die eigene Haut dabei, nur die ums gelackte Blech. Denn er ist ja gar kein Rennfahrer, der Walter, sondern ein Lackierer. Aber das berührt nur Grundsätzliches, gibt nicht das wieder, was dieser Mann kann und warum man heute „beim Maurer“ spritzen lässt, wenn man was auf sich hält.

    Nino Cerruti einen Schneider oder Charles Jourdan einen Schuster zu nennen, wäre genauso frevelhaft. Damals, als Maurer noch Schriftenmaler in München war, Firmennamen und Werbesprüche auf Lieferwagen pinselte, kam bald der kreative Hunger, der ihn zu einem Job bei einem Grafiker trieb. Dann die eigene Lackiererei, in der heute 20 Mann mit der Spritzpistole umgehen, als ginge es bei jedem Kotflügel ums eigene Auto.

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    ADAC Motorwelt 05/1981


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