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ADAC Motorwelt 04/1981

Der Große mit dem kleinen Durst

 

Geräumig, fahrsicher und komfortabel - so kennt man den VW-Bus. Aber man weiß auch, dass er kräftig schluckt. Ein Dieselmotor macht Schluss damit.


  • Variabel einsetzbar und trinkfest

    Obwohl der VW-Transporter nun schon seit 30 Jahren auf dem Markt ist, kann von Alterserscheinungen überhaupt keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: Der Wolfsburger Kasten, der sich durch schier unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten auszeichnet, wurde im Laufe der Zeit unentwegt weiterentwickelt und glänzt heute mit Fahr- und Komforteigenschaften, die denen eines guten Mittelklasse-Pkw nicht nachstehen.

    In einem Punkt jedoch kann man mit dem Transporter nicht zufrieden sein: Er schluckt zuviel. Die luftgekühlten Boxermotoren mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum haben sich stets als trinkfreudige Gesellen erwiesen und scheuten keineswegs vor Verbrauchen um die 17 Liter zurück. Was allerdings nicht allein den Motoren anzulasten ist, denn das kastenartige Gefährt zählt zum einen nicht gerade zu den windschlüpfigsten Mobilen, und zum anderen wird gerade die jüngste Transporter-Generation wegen ihrer guten Fahreigenschaften gern recht zügig bewegt.


  • Genügsam und kultiviert

    Völlig neue Dimensionen eröffnen sich beim Verbrauch jetzt durch einen Dieselmotor, der, gegen Aufpreis von 1.860,- DM angeboten, dem VW das Trinken abgewöhnt. Der Diesel, ein 1,5-Liter-Motor mit 37 kW (50 PS), stammt aus dem Golf und wurde an der gleichen Stelle wie der Boxer eingebaut- im Heck. Ein Rohrsystem von insgesamt 16 m Länge verbindet ihn mit einem im Bug installierten Wasserkühler. An den Platzverhältnissen im Heck hat sich nichts geändert: Der Diesel, in Längsrichtung und seitlich geneigt eingebaut, beansprucht nicht mehr Raum als der Boxer.

    Erste Testfahrten mit einem achtsitzigen Bus in Luxusstattung verliefen erwartungsgemäß. Der als ruhig laufend bekannte Selbstzünder verrichtet seine Arbeit im Heck auf so angenehme Weise, dass man ihn nur im Leerlauf (und von außen) als Diesel erkennt. Was allerdings nur für die „eingerichteten“ Kombi- oder Bus-Modelle gilt - in nackten Versionen (Kasten) erhebt sich beträchtlicher Lärm, wie man ihn jedoch unter solchen Bedingungen auch vom luftgekühlten Boxer her kennt.

    Die Fahrleistungen sind ebenso gut wie beim gleichstarken Otto-Motor, wobei den Diesel guter Durchzug und bessere Elastizität auszeichnen. Wichtiger noch: der Verbrauch. Auf den Messfahrten begnügte sich der Bus im Durchschnitt mit nur 8,7 l/100 km, bei Vollgas laufen maximal 12,5 Liter durch.

    Bleibt individuell zu klären, wann sich der Mehrpreis für den Dieselmotor amortisiert. Von der Energieseite her betrachtet, spricht jedenfalls nichts mehr für den Otto-Boxer.

     

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    ADAC Motorwelt 04/1981


  • ADAC Daten und Messwerte*
    Hubraum (ccm)1.588
    Leistung (kW/PS)(37/50)
    Beschleunigung 0 bis 80 km/h (s)22,0
    Höchstgeschwindigkeit (km/h)110
    DIN-Verbrauch (l/100 km)
    Stadt/90 km/h9,2/8,8
    Test-Verbrauch (l/100 km)
    Stadt/Landstraße/Autobahn8,3/8,7/9,1
    Test-Durchschnitt8,7
    Innengeräusch (dB (A))
    bei 50 km/h70,5
    bei 80 km/h74,5
    bei 110 km/h79,0
    Tankinhalt (l)60
    Länge (m)4,57
    Wendekreis (m) 10,7
    Leergewicht/Zuladung (kg)1510/890
    Preis (DM)23.805,-

    *VW-Bus L (8 Sitzer)

     


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