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ADAC Motorwelt 04/1981

Talbots Mitgift für Peugeot

Ein Sportwagen und eine große Limousine bereichern nach Übernahme von Talbot das Peugeot-Programm.


  • Groß, aber billig

    Talbot, aus Chrysler (Simca) hervorgegangen und jüngst von Peugeot übernommen, bringt ein Auto nach einem neuen Konzept: groß - aber billig. Leider wirkt der auf den Phantasienamen Tagora getaufte Neuling auch etwas simpel: arg konventionell, ohne besonderen Pfiff und im Innenraum mit viel Plastik verkleidet. Aber das ist Geschmacksache.
    Platz gibt es dafür mehr als genug, und die Ausstattung ist erfreulich komplett: beim GLS z.B. serienmäßig mit Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorn, Servolenkung und 5-Gang-Getriebe. Letzteres ist auch bei der Basisversion (GL) gegen Aufpreis zu haben; der 5. Gang ist als Benzin sparender Schongang ausgelegt.

    Drei Motoren stehen zur Wahl: GL und GLS sind mit einem aus der Maschine des Chrysler 2 L weiterentwickelten 2,2-Liter-Triebwerk mit 115 PS bestückt, der Tagora DT besitzt den vom Peugeot 504 und 604 bekannten Turbo-Diesel mit 2,3 Liter Hubraum und 80 PS; und schließlich wird er als SX mit der von Peugeot, Renault und Volvo gemeinsam entwickelten 2.7-l-V6-Maschine angeboten, die im Tagora eine zusätzliche Leistungsspritze erhielt. Mit 165 PS (Peugeot 604 STI: 144 PS) ist der SX damit die stärkste französische Serienlimousine.


  • Angenehme Fahreindrücke

    Erste Fahreindrücke mit dem neuen Modell: Das Auto ist recht komfortabel und besitzt sichere, weitgehend neutrale Fahreigenschaften. In Kurven könnten die Sitze besseren Seitenhalt bieten, die Schaltung arbeitet leicht und exakt, und die präzise Servolenkung vermittelt guten Fahrbahnkontakt. Der GL-Motor ist angenehm leise, der Sechszylinder säuselt nur vor sich hin. Recht angenehm fährt sich auch der Turbo-Diesel; zumindest subjektiv erweckt er nicht den Eindruck, als mangele es ihm an Leistung.

    Weniger klar scheint die Verkaufspolitik: Mit dem 505, dem Tagora und dem 605 ist das Programm bei Peugeot/ Talbot jetzt oben reichlich eng. Der Tagora entstand auch nicht aus eigenem Entschluss, sondern war Mitgift von Chrysler; er sollte hier einst den glücklosen 2 L ersetzen.

    Die Grundversion wird 20.700,- DM kosten, der GLS ist rund 2.700 DM teurer. Der Diesel kommt auf etwa 25.500,- DM, und der SX wird mit zirka 27.500,- DM höchstens eine Randfigur abgeben.


  • Muräne mit wenig Biss

    Viel besser sieht es mit dem Talbot-Matra Murena (Muräne) aus, dem Nachfolger des Bagheera. Wie sein Vorgänger besitzt er eine sehr niedrige, auf einem Kastenrahmen sitzende Kunststoffkarosserie mit drei nebeneinander liegenden Sitzen. Und wie dieser wird er von einem Mittelmotor mit wahlweise 1,6 Liter und 90 PS oder 2,2 Liter und 115 PS angetrieben.

    Für große Leute ist die Kopffreiheit sehr gering, Beifahrersitze sowie -lehnen lassen sich nicht verstellen. Gewöhnungsbedürftig sind auch die schwergängige, hakelige Schaltung und das bei höheren Drehzahlen laute Motorgeräusch.

    Ansonsten ist der Murena optisch ein attraktiver Sportwagen mit sicheren Fahreigenschaften und einer straffen, aber nicht unangenehm harten Federung. Das billigste Modell wird etwa 22.000,- DM kosten.

     

    ADAC Motorwelt 04/1981


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