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Von der Mühle zum Hybrid-Antrieb

200 Jahre Peugeot
Beständig, aber stets innovativ rotiert das Mahlwerk der Peugeot-Evolution. 2010 dreht es sich seit genau zwei Jahrhunderten: Wir schreiben das Jahr 1810 im ländlichen Dorf Hérimoncourt in der Doubs-Region.

Die Brüder Jean-Pierre und Jean-Frédéric Peugeot erkennen die Zeichen der industriellen Zeit und bauen ihre konventionelle Mühle in ein metallurgisches Werk um. Fortan walzen sie Formpressstahl zur Herstellung von Uhrenfedern, Werkzeugen und Sägeblättern und melden 1818 ihr erstes Patent zur Produktion von Sägen an. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert sich „Peugeot-Fréres“ mit Zweigwerken in Pont-de-Rode, Audincourt, Valentigney und Beaulieu.

Kein Unternehmen ohne ein Markenemblem: Die scharfen Sägeblattzacken assoziieren die Zähne eines Löwen, dem Symbol für Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Ab 1850 prangt er, aufrecht und stolzen Hauptes auf einem Pfeil schreitend, als Wappentier an den zahlreichen Peugeot-Produkten: Sägeblättern, Uhrenlaufwerken, Federn, Bandsägen, Regenschirmgestellen, Rockreifen, Werkzeugen sowie Kaffee- und den bis heute beliebten Pfeffermühlen.

  • Vom Fahrrad zum Automobil

    Die Produktpalette weitet sich aus: Jean-Pierres visionärer Enkel Armand lässt 1882 das „Grand-Bi“, ein klassisches Hochrad, bauen. Ab 1886 beginnt das Werk Beaulieu mit der Produktion der ersten kettengetriebenen Fahrräder, die unter dem Namen „Lion“ vermarktet werden. 1890 montieren 300 Arbeiter rund 10.000 Stück pro Jahr.

    Und es ist Armand, der in den ersten pferdelosen Kutschen auf der Weltausstellung 1889 die „Zukunft der Motorisierung“ sieht. Im Juli 1896 gründet er die „Sociétés des Automobiles Peugeot“ mit Sitz in Audincourt. Dem „Typ 1“, einem Dreirad mit Zweizylinder-Motor folgt ein Jahr später der „Typ 14“, ein Zweisitzer mit dem ersten Peugeot eigenen Triebwerk. Es ist der Auftakt zur Produktion in größeren Stückzahlen.

    Mit dem ab 1902 in Lille gebauten Double Phaeton „Typ 39“ beginnt die Ära der modernen Automobile mit Frontmotor und Lenkrad. Bald ersetzt das Blechchassis den Holzrahmen, werden Kardanwelle, Kugellager und Unterbrecherzündung zum technischen Standard. Peugeot-Modelle gelten als innovativ, zuverlässig und komfortabel.
  • Automobile Meilensteine am laufenden Band

    Armands Fabrik bekommt Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Bei „Fils de Peugeot Frères“ in Beaulieu entstehen neben den Fahrrädern nun auch Automobile und Motorräder unter dem Markennamen „Lion Peugeot“. Es ist der Grundstein, auf dem Peugeot in den 50er-Jahren die beliebten Scooter-Modelle S-55 sowie S-57 baut und bis in die Gegenwart erfolgreich Sport- wie Familienräder, Motorräder, Mofas und Roller produziert.

    1910 fusionieren die beiden Familienunternehmen zur „Sociéte des Automobiles et Cycles Peugeot“. Die GmbH schafft das Potenzial für technischen Fortschritt, sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg.

    In der Folge setzt Peugeot weitere technische Meilensteine: 1913 den ersten 16-Ventiler-Vierzylinder mit oben liegenden Nockenwellen, 1934 den legendären 601 Eclipse mit elektrisch versenkbarem Coupé-Dach, 1948 den 203 mit selbsttragender Ganzstahl-Karosserie. Der 1955 präsentierte 403 mit Ponton-Karosserie ist nicht nur erster Stückzahlen-Millionär, sondern 1959 auch Peugeots erster Pkw mit Dieselmotor.

    1965 stellt die Löwenmarke den 204 mit quer installiertem Triebwerk und Frontantrieb vor, sein 1983 lancierter Nachfahre 205 avanciert zum Bestseller und – in der potenten Turbovariante mit Allradantrieb – zum zweifachen Rallye-Weltmeister sowie Dakar-Sieger. Der 206 knüpft ab 1998 nahtlos an dessen Verkaufserfolge an. Ab 1999 startet er als WRC in der Rallye-WM seine Karriere als Seriensieger.
  • Bestseller, Expansionen, Designpreise

    Doch nicht nur die kompakten Modelle schreiben fleißig an der Erfolgsgeschichte des Unternehmens, deren Zweige 1965 in einer „Sociéte Anonyme“ (Aktiengesellschaft) zusammengefasst werden: Die Mittelklasse-Baureihe 504, von 1968 bis weit in die 80er-Jahre gebaut, verkauft sich weltweit in über drei Millionen Exemplaren. Mit dem 604 stellt Peugeot 1972 eine repräsentative Oberklassen-Limousine vor. Ende der Siebzigerjahre übernimmt der Konzern nicht nur den Wettbewerber Citroën, sondern auch Chrysler Europe mit seinen Werken in Poissy (bei Paris) und Ryton (England). Dort läuft ab 1985 mit dem 309 der erste Peugeot vom Band.

    Als Ergebnis einer über Jahrzehnte gewachsene Zusammenarbeit mit dem italienischen Designstudio Pininfarina ergänzen vor allem formvollendete Cabrios und Coupés die Baureihen 205, 306 oder 403 bis 406. Sie werden mit zahlreichen Designpreisen geehrt. Mit dem „Concours de Design“ hat Peugeot 2004 einen Wettbewerb für Nachwuchs-Designer ins Leben gerufen, bei dem alljährlich aus hunderten Einsendungen nur 30 Entwürfe ausgewählt und zehn per Internetabstimmung prämiert werden.
  • Sportliche Höhepunkte

    Der Sieg eines 301 bei der Rallye Monte Carlo 1934 ist der Auftakt für die unzähligen Erfolge, die Peugeot auf Schotterpisten und Rennstrecken in den folgenden Jahrzehnten sammelt. Dazu zählen Highlights wie die 404- und 504 Siege bei der East African Safari in den 60er- und 70er-Jahren, die Rallye-WM-Titel und Dakar-Siege des 205 und 405 sowie die Rallye-Weltmeisterschaften des 206 WRC.

    Aber auch der Gewinn des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans und der Marken-WM mit dem 905 V10 sowie der Le Mans-Sieg des 908 V12 HDi FAP im vergangenen Jahr, dem 2010 ein weiterer mit einer 908 Hybrid-Version folgen soll.
  • Vorreiter umweltfreundlicher Technologien

    Vom ersten Vierzylinder-Saugdiesel im 403 spannt sich der Bogen bis zu dem 2004 im 607 präsentierten modernen V6-Biturbodiesel-Direkteinspritzer (HDi) mit selbstreinigendem Rußpartikelfilter (FAP). Die erste Generation dieses Filters hatte Peugeot bereits im Jahr 2000 vorgestellt und baut damit seine Führungsrolle bei der Entwicklung umweltfreundlicher Dieseltechnologie auf dem Weg ins 21. Jahrhundert aus.

    Ein innovativ zukunftsweisendes Strategieprojekt in Richtung Umweltschutz startet Peugeot 1998 mit der Aufforstung eines 12.000 Hektar großen Regenwaldes in Brasilien, das den Abbau von 183.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr begünstigen soll.

    Mit alternativen Antrieben befassten sich die Peugeot-Ingenieure dagegen schon 57 Jahre zuvor: 1941 debütiert mit dem „VLV“ das erste Elektromobil der Löwenmarke. Der kleine, 2,6 kW starke Stadtwagen rollt hauptsächlich im Postdienst. Auch das 1995 präsentierte Projekt „Tulip“ favorisiert einen kleinen Zweisitzer, der per Chipkarte für City-Fahrten angemietet und an Stationen mit Induktionsschleifen aufgeladen werden kann. Im 200. Markenjahr geht nun der „iOn“ mit Lithium-Ionen Batterie als vollwertiger Viersitzer an den Serienstart. Für Langstreckenfahrten favorisiert Peugeot die Hybrid-Technologie mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Das Konzept wurde erstmals 1991 im V.E.R.T. 1, einem 405 Break, vorgestellt und in den Folgejahren konsequent weiter entwickelt.

    Vorläufige Höhepunke dieser Evolution sind die ab 2011 kaufbaren Modelle 3008 HYbrid4 und Hybrid3 Evolution, ein Scooter, sowie das Concept Car „5 by Peugeot“, eine stilistische Brücke vom klassischen zum futuristischen Design.

    Ein Zeichen des Aufbruchs in die nächsten 100 Jahre Markengeschichte.

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