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Campingzubehör – damals und heute

ADAC Motorwelt vor 30 Jahren
Heute wie vor 30 Jahren war Camping äußerst beliebt. Die Motorwelt hat sich vor 30 Jahren einmal umgesehen, was es für die Campingfreunde so alles an sinnvollem oder auch sinnlosem Zubehör gab.
Viele der Zubehörartikel, die damals auf dem Markt waren gibt es heute noch, allerdings in verbesserter Ausführung.
  • Aufblasbare Wagenheber

    Sie haben buchstäblich nicht immer gehalten, was Hersteller versprachen. Der Cric' Air kam neu aus Frankreich. Es gab zwei Ausführungen mit 1.400 und 2.500 kg Hubkraft: Einfach Schlauch auf den Auspuff, Gas geben, und nach einer Minute ist der Caravan (oder Pkw) geliftet. Das Motorwelt-Urteil: Es funktioniert, Preis: 139,- DM bzw. 199,- DM.

    Die aufblasbaren Wagenheber gibt es auch heute noch und der Preis ist derselbe geblieben: zirka 70,- Euro werden heute dafür verlangt.
  • Die Kühlbox zum Mitnehmen für´s Picknick

    Allerdings hatte sie damals ein schweres Schwingkompressor-Aggregat, das man einfach abkuppeln konnte. Die Box fasste 30 Liter; gekühlt wurde wahlweise mit 220 oder 12 Volt, wobei eine gesunde Autobatterie mehr als 30 °C Temperatur Unterschied verkraftete. Das Motorwelt Urteil: Interessant für Vielcamper, Preis: 855,- DM.

    Auch Kühlboxen gibt es heute noch, doch ohne einen Kompressor. Und sie sind wesentlich billiger geworden.
  • Schlafen im Golf I war kein Traum mehr
    Man entfernte einfach den Rücksitz (funktionierte nur bei Zweitürern) und baute in 30 Minuten eine zweigeteilte Liegefläche ein. Während der Fahrt wurde ein Teil zurückgeklappt. Abends ließ es sich in zwei Minuten in ein französisches Bett umbauen. Darunter war noch Platz für zwei Koffer und drei Reisetaschen. Das Motorwelt-Urteil: Man liegt nicht schlechter als im Campingbus. Preis: 399,- DM.
    Das gibt es heute natürlich neu nicht mehr, auch nicht für den aktuellen Golf VI.
  • Strom aus der Flüsterkiste
    Den lieferte der Mase-Generator „Silent 500“. Die Leistung von 500 Watt (220/24/12 Volt) reichte für Caravaner und Freizeit-Skipper völlig aus. Die Geräusche wurden auf 52 dBA reduziert, was zumindest tagsüber nicht mehr störte als ein Bachgeplätscher. Das Motorwelt-Urteil: Teuer, aber umweltfreundlich, Preis: 1.525,- DM.
    Stromerzeuger gibt es heute in großer Zahl, auch erheblich billiger, aber umweltfreundlich?
  • Fernsehen im fahrenden Wohnmobil
    Das war bisher nicht möglich, weil man praktisch bei jeder Richtungsänderung den Sender hätte neu anpeilen müssen. Kathrein hatte eine Mobilantenne speziell für Rundempfang entwickelt, die für Besitzer größerer Wohnmobile oder Yachten interessant war. Das seinerzeitige Urteil der Motorwelt lautete: Ausreichend guter Empfang, Preis: 339,- Mark.
    Das war der Beginn eines heute selbstverständlichen Zubehörs: der Fernsehantenne, wie sie heutzutage auf fast jedem Wohnmobil oder Wohnanhänger zu finden ist.
  • Wagenheber „Hi-Lift"

    Den Wagenheber „Hi-Lift“ fand die Motorwelt gar nicht gut: Sie titelte: „Eine teure Mausefalle“.

    Globetrotter Ausrüster Därr bot mit dem „Hi-Lift“ ein „ernstzunehmendes Gerät“ für 198,- DM an. Es sollte über drei Tonnen schwere Fahrzeuge fast einen Meter heben können. Tat es aber nicht: Schon in halber Höhe schwankte der Heber gefährlich auf viel zu kleiner Bodenplatte. Das Motorwelt-Urteil daher: nicht ausgereift.

    Heute gibt es ihn immer noch unter der Bezeichnung „Jackall“ je nach Größe zwischen 100,- und 150,- Euro.
  • Dieses Zubehör ist aus der Mode gekommen

    Blaue Flecken am Schienbein holte man sich nicht mehr an Anhängerkupplungen, die mit diesem Stoßfänger aus Gummi versehen waren. Er verhinderte beim Einparken auch Beulen an der Stoßstange des Hintermanns. Das Motorwelt-Urteil: Besser als Tennisbälle und Chromkappen, Preis zirka 19,- DM.

    Dennoch haben die Tennisbälle und Chromkappen die Oberhand gewonnen, heute sind jedoch abnehmbare „AHKs“ recht verbreitet.
  • Reserveradhalter
    Einen besonders handlichen bot AL-KO an: Das schwere Rad ließ sich auf Teleskoparmen mühelos herausziehen. Das Motorwelt-Urteil: Sehr empfehlenswert, Preis: zirka 130,- DM.
    Es gibt ihn immer noch. Mancher allerdings überlegt sich, ihn mitzunehmen - wegen des hohen Gewichts.
  • Warnleuchte für die Gas-Reserve

    Bekanntlich kann man den Füllungsgrad einer Gasflasche nur durch Wiegen feststellen. Deshalb hatte Truma vor 40 Jahren die „Duomatic“ entwickelt, die automatisch von der leeren auf die gefüllte Zweitflasche umschaltete.
    Für Vergessliche gab es noch die „Duomatic L“, bei der im Caravan zusätzlich ein Warnzeichen aufleuchtete, sobald das Gas aus der Reserveflasche floss.

    Das Motorwelt-Urteil: Sinnvoller Komfort Preis: um die 150,- DM.
    Heute heißt das Gerät „Triomatic“ und erfüllt den gleichen Zweck.

    ADAC Motorwelt 04/1980

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