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Energie aus kosmischer Strahlung

Alles Gute kommt von oben

 

Neben Sonnen- prasseln auch energiereiche kosmische Strahlen auf den Globus – würde uns deren Nutzung doch noch ein perpetuum mobile bescheren?


  • Unerschöpflich, kostenlos, sauber: Energie aus dem Kosmos

    Die aus dem Weltraum einfallende kosmische oder Höhenstrahlung dringt als Primärstrahlung, die aus energiereichen nuklearen Teilchen besteht, in die Erdatmosphäre ein und erreicht den Erdboden wegen abnehmender Intensität als Sekundärstrahlung. Sie besteht aus elektrisch geladenen Teilchen und ist immer noch energiereich genug, um Häuser und Autos mit Energie zu versorgen.

    Dieser Überzeugung jedenfalls war Nikola Tesla (1856 bis 1943), einer der ganz Großen der Wissenschaft. Der kroatisch-amerikanische Physiker und Elektrotechniker entwickelte ab 1881 das Prinzip des Wechselstrommotors, entdeckte 1887 die drahtlose elektrische Energieübertragung, erfand 1891 den (Tesla-)Transformator zur Erzeugung hochfrequenter Wechselströme sehr hoher Spannung (Tesla-Ströme) und beschäftigte sich um 1900 vorübergehend mit einem elektrisch angetriebenen Auto ohne Energiespeicher vulgo Batterie oder sonstige sichtbare oder unsichtbare (induktive) Stromzuführung.


  • Eine sehr außergewöhnliche Autofahrt

     Wie sollte denn das funktionieren? Als Heinrich Jebens (1895 bis 1958), Gründer und Direktor des Deutschen Erfinderhauses (1927 bis 1933) in Hamburg, während einer USA-Reise 1930 außer Thomas Alva Edison auch Tesla aufsuchte, lud dieser ihn zu einer Autofahrt der besonderen Art ein.

    Nach einer Bahnfahrt von New York nach Buffalo zeigte Tesla dort seinem deutschen Gast „unter strenger Verschwiegenheit sein in Arbeit befindliches Auto..., das nach einem seiner früheren Patente mit Aether-Energie angetrieben wird“. So zumindest verfasste Heinrich Jebens eine „streng vertrauliche Aktennotiz“ vom 9. Dezember 1930, die sein Sohn Klaus (geb. 1925) im väterlichen Nachlass erst 2001 entdeckte und 2006 veröffentlichte.

    Bei dem Auto handelte es sich um ein Modell der in Buffalo ansässigen Prestige-Marke Pierce-Arrow, bei dem Tank, Auspuffanlage und Benzinmotor entfernt worden waren. Unter Anleitung von Tesla hatten Pierce-Arrow und die Westinghouse Electric & Mfg Co. einen kollektorlosen Wechselstrommotor von etwa 55 kW eingebaut. Getriebe, Kardanwelle, Differenzial und Hinterrad-Antriebswellen wurden belassen wie auch die Batterie, die Beleuchtung, Hupe und Scheibenwischer speiste.

    Statt mit Akkumulatoren verdrahtete Tesla den Wechselstrommotor mit einem Konverter, der im Beisein von Heinrich Jebens einem Koffer entnommen und „auf der Beifahrerseite fest montiert ... (und) an einer antennenmässigen Stange an der Rückseite des Wagens angeschlossen wurde.

    Jebens weiter: „Ich setzte mich auf den Hintersitz. Mr. Tesla nahm Platz auf dem Beifahrersitz, wo er zwei aus dem Konverter herausragende Hebel betätigte. Dann hörte man deutlich den Motor laufen. ‚Nun haben wir Energie’, äußerte Mr. Tesla. Er beauftragte den Monteur, eine Fahrt zu den (32 km entfernten) Niagara-Fällen zu unternehmen“.

    Dort hatte die Niagara Falls Power Co 1897 ein hydro-elektrisches Kraftwerk mit Turbinen und Westinghouse-Wechselstromgeneratoren installiert. George Westinghouse hatte zuvor Teslas Wechselstrom-Patente für 15 Millionen US-Dollar gekauft.

    „Das Auto fuhr wie mit unsichtbarer Kraft“, wunderte sich Jebens. „Mir fiel auf, dass der Motor auf das Gasgeben noch nicht richtig reagierte. Das Auto fuhr immer mit sehr hoher Drehzahl. Auf meine Frage äußerte Mr. Tesla, dass dieses noch nicht vollständig fertig sei. Es würde noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Wieder nach Buffalo zurückgekehrt, baute der Monteur den Konverter aus und legte ihn in den Koffer, „wobei Mr. Tesla erwähnte, dass die Zeit für diese Technik noch nicht reif sei. Benzin gab es reichlich und kostete weniger als umgerechnet 15 Pfennige pro Liter“.

    Abends, „im regen Gespräch mit Mr. Tesla, erfuhr ich ... dass ... er die richtig erkannte Aetherenergie von elektromagnetischen Wellen in elektrische Spannung umformte, die überall auf der Erde und in der Welt vorhanden ist ... Nach seiner Erklärung ist es gar nicht so schwierig, diese Kraft anzuzapfen und nach Veränderung durch einen Konverter zu nutzen, von der es unsagbare Mengen an Energie gibt. Es muss nur der richtige Weg gewählt werden, über den er noch nicht sprechen möchte... Sie (die Energie) ist sehr billig, weil sie praktisch nichts kostet. Aber zurzeit stecken die Ölfirmen dahinter, diese neu gefundene Energie noch nicht zu nutzen, um das Geschäft mit dem Erdöl vorerst ausnutzen zu können“.


  • Aussagen Jebens wurden von anderer Seite bestätigt

    1931 war Petar Savo (1899 bis n.a.), ein weitläufiger Verwandter Teslas, vorübergehend dessen Fahrer. Auf Zureden seines ‚Onkels’, wie Savo Tesla nannte, hatte Savo das Königreich Jugoslawien 1930 verlassen, während der Schiffsfahrt von Hamburg nach New York zufällig Heinrich Jebens an Bord kennengelernt und diesen gedrängt, auch seinen berühmten Onkel aufzusuchen.

    Savo war Fliegeroffizier und bestätigte in Interviews 1967 im Großen und Ganzen Jebens’ Aussagen in der zitierten Aktennotiz, ohne diese zu kennen. Auch Savo wurde nicht in die Geheimnisse der „Aetherenergie“ eingeweiht. Seit Teslas Tod 1943 liegen sie nun in dessen Grab – oder im Archiv von Westinghouse.

    Klaus Jebens aber war vom Inhalt der Aktennotiz ’elektrisiert’ und fühlte sich verpflichtet, die Idee(n) von Tesla aufzugreifen, „um damit die auf uns zukommende Energiekatastrophe zu verhindern“ (Klaus Jebens: Die Urkraft aus dem Universum. Zürich 2006, S. 26).

    Er gründete 2001 die Gesellschaft zur Förderung freier Energie (GFE) in Hamburg, deren Hauptaufgabe die Nachentwicklung des Strahlenenergie-Konverters von Tesla ist. Tesla selbst übrigens diente als Namensgeber für ein 1946 gegründetes tschechoslowakisches Staatsunternehmen für elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse und für die 2003 in Kalifornien gegründete, seit 2008 Elektro-Autos (mit Batterien) produzierende Tesla Motors. Das T in seinem Namen ist seit 1960 das Einheitenzeichen für die gesetzliche SI-Einheit der Flussdichte oder magnetischen Induktion – ein Gebiet, auf dem Tesla ebenfalls Bedeutendes leistete.


  • Widerstände von vielen Seiten

    Dass es bis heute nicht zum kommerziellen Durchbruch bei der Nutzung der kosmischen Strahlung als Energiequelle gekommen ist, liegt in mehreren Ursachen begründet. Diese in allen Einzelheiten zu beleuchten würde an dieser Stelle sicherlich den Rahmen sprengen.

    Nur soviel lässt sich sagen: neben Skeptikern aus Wissenschaft und Technik, die die Ideen Teslas bis heute als Utopie abtun, gab es erhebliche, oftmals verdeckte Widerstände aus Politik und Wirtschaft, die ihre Besitzstände in Gefahr sahen und daher alles daran setzten, um zu verhindern, dass Teslas Ideen und Visionen auch nur annähernd in den Bereich einer Realisierung gelangten.

     

    Des Weiteren ist die Existenz von Petar Savo umstritten.

     

    Bildquellen: Archiv Eckermann

     

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