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VW Golf I im ADAC Autotest

Der Wolfsburger Thronfolger

Vom "Einser" sprach damals, als er 1974 vorgestellt wurde, natürlich noch niemand. Er war ganz einfach "der Golf", der als Hoffnungsträger den Ausbruch aus der Käfer-Monokultur schaffen sollte. Immerhin hing von ihm die Zukunft des damals größten Automobilwerks in Europa ab. Dass daraus eine Jahrzehnte währende Erfolgs-Story werden sollte, konnte man damals noch nicht ahnen. Mittlerweile steht die sechste Golf-Generation bei den Händlern - ein guter Anlass, um einmal auf die Anfänge zurückzublicken.

  • Der Einser im ADAC Autotest

    1974: Die Autofahrer kämpfen immer noch mit den Folgen der allerersten "Ölkrise" vom Vorjahr. Im Straßenbild dominiert weiterhin der VW Käfer, neben Gefährten wie Opel Kadett, Ford Escort, Fiat 126 und Mercedes /8. In diesem Jahr legen die Wolfsburger ihre Neuentwicklung auf´s Band. Nicht unbedingt als Käfer-Ersatz, denn die Produktion des Krabbeltiers läuft weiter, wandert aber ins Exil: zunächst nach Emden, später nach Mexiko. "Golf" hat man das neue Modell getauft - eine schlichtweg geniale Namensfindung. Ob Golfstrom oder Golf-Sport - der Name vermittelt durchgehend positive Assoziationen. Ob das Produkt dem auch gerecht wird, zeigte der allererste ADAC-Autotest aus der "Motorwelt" vom August 1974.

    Autotest von damals  PDF, 665 KB


  • Der Einser in der ADAC Pannenstatistik
    Drei Jahre nach Erscheinen des Golf Eins veröffentlicht der ADAC seine allererste "Pannenstatistik". Wie auch heute noch im Monat Mai, womit eine dem Golf vergleichbare Kontinuität gepflegt wird.
    So wusste die Motorwelt 5/1978 zu berichten: "Am häufigsten blieb er wegen Kraftstoffmangel liegen. Undichtigkeiten an der Zylinderkopfdichtung traten vor allem beim 50 PS-Motor auf und veranlassten VW zu Änderungen an Material und Montageverfahren. Am Gaszug wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen. Die Lichtmaschine, die sich durch Vibrationen löste, bekam Mitte 1976 eine selbstsichernde Mutter".
    Wenn der Golf nicht wollte, wie er sollte, lag das den Aufzeichnungen der Straßenwacht zufolge überwiegend an:
    • Gaszug,
    • Motor,
    • Kabelstecker,
    • Zylinderkopfdichtung,
    • Lichtmaschine,
    • Keilriemen oder
    • Batterie.

    Im Vergleich zur Konkurrenz behauptete er sich mängelseitig im Mittelfeld, er lag in etwa gleichauf mit dem sonst so gescholtenen Citroen 2 CV. Deutlich besser schnitt damals übrigens der Opel Kadett ab, für den Volvo 343 und den Leyland Mini reichte die Heftseite nicht aus, um das Balkendiagramm mit der Ausfallquote komplett darzustellen.

    Das ADAC-Resümee von 1978 für 50 ausgewertete Modellreihen: "Keilriemen, Unterbrecherkontakt, Kabelstecker und Gaszug waren an rund 25 % aller Pannen schuld. Es wäre bereits viel getan, wenn die Autohersteller nur diese 4 Teile zuverlässiger machen würden". Wie wahr! Aber auch aufschlussreich, mit welchen Problemen sich der Autofahrer vor 30 Jahren auseinandersetzen musste. Heute liegen die - negativen - Schwerpunkte woanders, wie unsere aktuelle Erfassung zeigt.


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