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Universalmotorgerät - oder einfach nur...

"´S Moggele"

Konzipiert ist er als Gerät, das den üblichen Schleppern überlegen sein muss und dem Landwirt die Arbeit so weit wie möglich zu vereinfachen hat.

So lauten die Überlegungen des ehemaligen Leiters der Flugmotorenkonstruktion von Daimler-Benz, Albert Friedrich – nach dem Krieg arbeitslos, aber tatendurstig. Die Ankündigung des Morgenthau-Plans, aus dem ehemaligen Deutschen Reich eine Agrarnation machen zu wollen, gibt dem Projekt zudem eine besondere Dimension.

  • Vorstellung auf der DLG-Ausstellung

    Im August 1948 wird der Unimog von der Firma Boehringer, Göppingen, als UNIversalMOtorGerät auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Frankfurt/Main einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Präsentiert wird der Unimog hierbei mit Front- und Heckanbaugeräten.

    Die Firma Rabe liefert den Pflug, die Firma Holder eine Aufbaugerätespritze für den Pflanzenschutz und die Firma Schmotzer steuert eine Fronthacke bei. Die Resonanz auf dieses Fahrzeug ist außergewöhnlich positiv.
  • Der Unimog stellt die Behörden vor Probleme

    Dieses neuartige Fahrzeug für die Landwirtschaft wird von den Behörden zunächst als „Sonderfahrzeug für die Landwirtschaft“ eingestuft. Man ist sich nicht ganz im Klaren darüber, was es sein soll: ein Traktor, ein LKW oder sonst etwas?

    So kommt diese Neuentwicklung erst nach fast zehnjährigem Kampf wegen der Zulassung, der Kraftfahrzeugsteuer, der Kfz- und Haftpflichtversicherung (Verwendung von austauschbaren Geräten) sowie der Dieselkraftstoffverbilligung zu einer Anerkennung als “Ackerschlepper“, obwohl das Fahrzeug völlig anders aussieht als ein normaler, für die Land- oder Forstwirtschaft entwickelter, Traktor: Allradantrieb mit vier gleich großen Rädern, Rahmenbauweise, gefederte Achsen, eine Hilfsladefläche, ein Fahrerhaus für zwei Personen, drei An- und Aufbauräume und eine Höchstgeschwindigkeit von über 50 km/h.
  • Sonderausstellung im Unimog-Museum

    Inzwischen sind gut 60 Jahre vergangen. Anlass genug, im Unimog-Museum Gaggenau im Rahmen einer Ausstellung vom 26. April bis 25. Oktober 2009 das Schwerpunkt-Thema „60 Jahre Unimog und Landwirtschaft“ zu präsentieren.

    Gezeigt wird hierbei eine größere Anzahl von Unimog, angefangen vom Prototypen Nr. 6 von 1948 bis hin zum jüngsten Produkt innerhalb der Mercedes-Benz Unimog-Baureihen, dem U 20 aus dem Jahre 2008.
  • Jedes Fahrzeug ein Fuhrpark

    Die Vielfalt der Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten des Unimog werden durch das Zusammenspiel von Unimog und den Geräten aus der Anfangszeit bis hin zur modernen Landtechnik eindrucksvoll präsentiert.
    Zu sehen sind zahlreiche Anwendungen wie Gitterräder und Zwillingsbereifung zur Reduzierung des Bodendrucks, Mähwerke, Flachriemenantriebe, Mineraldüngerstreuer, Drillmaschinen, Pflüge, Grubber, der Binger Seilzug mit Geräten, der vorzugsweise im Weinbau an Steilhängen eingesetzt wurde sowie Pflanzenschutz-Aufbauspritzgeräte.

    Interessant ist auch der technische Vergleich zwischen dem Boehringer-Unimog mit Rahmenchassis und dem in Blockbauweise hergestellten Standardtraktor TEA 20 mit „Ferguson System“ aus demselben Jahr. Ferguson war der Erfinder des sogenannten Dreipunktanbaus; eine weltweit standardisierte Schnittstelle für den Geräteanbau ohne die die heutige Landtechnik überhaupt nicht denkbar wäre.
  • Auch die Wissenschaft zeigt sich interessiert

    Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Dioramen-Ausstellung von Toon Versnick aus Belgien sowie die im Rahmen einer Diplomarbeit an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin unter wissenschaftlicher Begleitung restaurierte Kartoffel-Legemaschine aus dem Programm des RAU Kombi-Geräte-Systems.

    Ein Highlight ist auch der Außenparcours des Museums, wo die Faszination Unimog als Beifahrer direkt erfahrbar ist. Über Stock und Stein, verschiedene Schikanen und einen Hügel rauf und runter. Wen der Unimog-Bazillus befallen hat, der kann sogar ein Fahrertraining buchen, um selbst den Parcours zu meistern.

    Kontakt:
    www.unimog-museum.de
    Tel.: 07225/ 98131–0 oder Fax: 07225/ 98131–19

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