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Der Trabant

Ein Mythos hat ausgedient

Jahrzehnte lang galt er als ein Markenzeichen der DDR. Seit Beginn der Serienproduktion 1958 verließen 3,7 Millionen Pkw vom Typ Trabant den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau. Der Trabi war einst begehrter Alltagsgegenstand, jetzt ist er vom Aussterben bedroht. Nur noch wenige Trabis sind heute in Deutschland zugelassen, Tendenz fallend.

Den "Kleinwagen für zwei Erwachsene und zwei Kinder" hatte die SED-Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) bereits 1956 abgesegnet. Kein leichter Auftrag für die Zwickauer Ingenieure, die auf die lange Tradition von Audi und Horch zurückblicken konnten. Lizenzen und Maschinen hatten sie nach dem Krieg an die Sowjetunion abgeben müssen.

Ein Kuriosum und zugleich Grundlage für den Mythos Trabant war seine ungewöhnliche Konstruktion. Die Außenhaut aus Duroplast war für den einen schlichtweg "Pappe", für den anderen die genialste Erfindung, seit es Plaste und Elaste gab. Als Kraftquelle diente dem "Trabant 601" ein 600 Kubikzentimeter kleiner, luftgekühlter Zweitakt-Motor mit 26 PS. Der liebevoll "Rennpappe" titulierte schaffte, je nach Fahrbahnzustand, schon mal 115 km/h Spitze.

Das wahrlich zeitlose Trabi-Design hatten die Autobauer aus dem Erzgebirge in dreißig Jahren kaum mehr als drei Mal wesentlich überarbeitet. Es geht zurück auf das 1958er Ursprungsmodell "P 50". 1960 folgte der wegen seiner ziemlich rundlichen Formen "Kugelporsche" genannte "Trabant 500". Das am häufigsten gebaute Modell des Ost-Volkswagens aber rollte ab 1964 als "Trabant 601" in 2,2-millionenfacher Auflage vom Band.

Erst 1990, mitten in der Wende, verpassten die Ingenieure dem "Sachsenporsche" noch einen modernen 1,1-Liter-VW-Motor. Kaum sichtbare Veränderungen erfuhr sein seit 26 Jahren "bewährtes" Äußeres.

Der Trabant blieb ein Trabant - und bekam einen weiteren Beinamen: "Mumie mit Herzschrittmacher".

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