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Auf dem Weg zum Klassiker

Mercedes-Benz W 124

Mercedes-Benz stellt die Limousinen der Baureihe 124 im November 1984 vor und fasziniert damit Fachwelt und Öffentlichkeit gleichermaßen. Doch es wird nicht bei dieser einen Premiere vor 25 Jahren bleiben.

Vielmehr begleitet eine ganze Reihe solcher erster Schritte das Leben der Baureihe, die bis 1997 gebaut wird und heute zu einem gesuchten Exemplar der Spezies Youngtimer avanciert ist. Die Baureihe 124 firmiert von 1993 an als erste E-Klasse, sie ist schon 1985 das erste Fahrzeug von Mercedes-Benz mit dem automatischen Allradantrieb 4MATIC, und 1990 erscheint der Mercedes-Benz 500 E als erster Typ der mittleren Baureihe mit V8-Motor.

Solche Ausrufezeichen strukturieren die Biografie dieser Baureihe, die mit Limousine, T-Modell, Coupé und Cabriolet sowie Fahrgestellen und Langlimousine auftritt und so gleich sechs Hauptdarsteller für die Modelloffensive von Mercedes-Benz liefert.


  • Premiere im südspanischen Sevilla

    Ihren ersten Auftritt hat die neue Generation der mittIeren Baureihe Ende November 1984 in Sevilla, Spanien. Mercedes-Benz präsentiert die mit großer Spannung erwartete neue Limousine W 124 der oberen Mittelklasse als Typen 200 D, 250 D, 300 D, 200, 230 E, 260 E und 300 E. Außerdem wird der 200 E für den Export nach Italien gebaut.

    In Design und Technik übernimmt die Baureihe Elemente des seit 1982 gebauten Typ 190 (W 201), dem Vorläufer der C-Klasse. Parallelen zur Kompaktklasse bestehen zum Beispiel in der Verwendung hochfester Stahlbleche sowie anderer gewichtsreduzierender Materialien. Trotz dieses Leichtbaus verbessern die Mercedes-Benz Ingenieure die Fahrzeugsicherheit dank innovativer Entwicklungs- und Konstruktionsmethoden weiter.

    So ist die Baureihe 124 der erste Fahrzeugtyp, den Mercedes-Benz nicht nur klassischen Crashtests unterzieht, sondern zusätzlich durch Unfallsimulationen im Computer überprüft. Der Fahrgastraum zeichnet sich durch hohe Seitenaufprall- und Überschlagfestigkeit aus und ist mit ausgeklügelten Deformationszonen im Vorbau und im Heck versehen.

    Auch das Kriterium des asymmetrischen Frontalaufpralls mit 40 Prozent Überdeckung bei 55 km/h wird von den Limousinen der mittleren Baureihe erfüllt. Außerdem sind mögliche Kontaktzonen zum Schutz von Fußgängern und Zweiradfahrern stoßnachgiebig konzipiert.

    Den Club zur Baureihe finden Sie hier.


  • Feine Linienführung für eine gute Umweltbilanz

    Das von Bruno Sacco, Joseph Gallitzendörfer und Peter Pfeiffer entwickelte Design der Limousine hat sachlich-funktionale Hintergründe: Zum Beispiel wirkt sich das charakteristische Heck besonders günstig auf den Luftwiderstand aus. Solche aerodynamischen Optimierungen, so sinkt der Luftwiderstandsbeiwert der Baureihe W 123 von 0,44 je nach Motorisierung auf 0,29 bis 0,32 bei der Baureihe W 124, senken den Kraftstoffverbrauch der neuen Limousine deutlich gegenüber dem Vorgängermodell.

    Unterschiede im Design zwischen den starken Sechszylindertypen und den Vierzylindervarianten mit moderater Leistung gibt es 1984 kaum noch. Äußerlich gleichen sich alle Modelle der Baureihe bis auf den Endschalldämpfer, der sich bei den Sechszylindertypen zweiflutig präsentiert, und die lamellenartigen Lufteinlassschlitze in der Bugschürze beim 300 D und den Fahrzeugen mit Klimaanlage.

    Zahlreiche Motoren der Baureihe 124 haben die Ingenieure neu entwickelt. Von Grund auf neu konstruiert sind zum Beispiel die Sechszylinder-Einspritzmotoren in den Typen 260 E (125 kW) und 300 E (140 kW). Zu einer als Baukastenreihe konstruierten neuen Dieselmotoren-Generation gehören alle drei Selbstzünder der Baureihe 124 in den Typen 200 D (53 kW), 250 D (66 kW) und 300 D (80 kW).

    Eine Premiere hat im W 124 der hubgesteuerte Panorama-Scheibenwischer, der 86 Prozent der Windschutzscheibe sauber wischt – das ist zur Vorstellung des W 124 das weltweit größte Wischerfeld eines Pkw. Für hervorragende Fahreigenschaften sorgen dagegen die schon aus der Kompaktklasse bekannten Vorder- und Hinterachskonstruktionen. Dazu gehören eine an einzelnen Dreiecks-Querlenkern geführte Dämpferbein-Vorderachse mit Bremsnick-Abstützung sowie eine Raumlenker-Hinterachse.


  • Großer Bruder der Limousine: Das T-Modell

    Die Geschichte der Baureihe 124 ist geprägt von einer bis dahin unerreichten Vielfalt der Modelle, Karosserieformen und Innovationen. Einen wichtigen Schritt hin zur stilsicheren Großfamilie markiert die Präsentation des T-Modells (Baureihe S 124) im September 1985 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main.

    Das T-Modell entspricht technisch und stilistisch weitgehend den Limousinen, abgesehen von der abweichenden Heckgestaltung, dem höheren Dach und den daraus resultierenden Änderungen gibt es keine Unterschiede in der Karosserie. Auch Aggregate, Bremsanlage und Fahrwerk sind lediglich der höheren Nutzlast angepasst, sonst aber nahezu unverändert von den Limousinen übernommen. Der Luftwiderstandsbeiwert des T-Modells beträgt, je nach Motorisierung cW = 0,34 bis 0,35.

    Den in den Limousinen erreichten Sicherheitsstandard übernehmen die Konstrukteure für die T-Modelle weitmöglich. Insbesondere in die Entwicklung des hinteren Karosserieüberhangs, eines bei Vollheck-Limousinen besonders kritischen Bereichs, fließen dabei neueste Erkenntnisse der Sicherheitsforschung ein. Ein Beispiel dafür ist der Kraftstofftank mit schrägen Anlaufflächen: Das gewährleistet, dass der Tank bei einem Heckaufprall mit Längsträgerverformung nach unten weggedrückt und dabei von Fangseilen gehalten wird, ohne auf die Fahrbahn aufzuschlagen.

    Die nahe Verwandtschaft zwischen Limousine und T-Modell zeigt sich in der Motorisierung: Die ursprüngliche Modellpalette umfasst acht Typen, deren Motoren mit einer Ausnahme auch bei den Limousinen zum Einsatz kommen: Den 105 kW starken Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel des Typ 300 TD TURBO entwickeln die Mercedes-Benz Ingenieure aus dem Saugmotor der Limousine. In abgewandelter Form kommt der aufgeladene Selbstzünder auch im Exportmodell der S-Klasse vom Typ 300 SDL zum Einsatz.


  • Feiner Fahren mit zwei Türen: Das Coupé

    Im Jahr 1987 erweitert Mercedes-Benz das Typenprogramm der Baureihe 124 nochmals. Zunächst debütieren im März auf dem Genfer Automobil-Salon zwei Coupé-Typen, die als dritte Karosserievariante das Angebot vervollständigen. Wie in der Baureihe 123 besteht technisch und stilistisch eine enge Verwandtschaft zur Limousine. Allerdings wird deren Bodengruppe so verändert, dass das Coupé einen um 85 Millimeter kürzeren Radstand erhält. Das unterstreicht seinen sportlichen Charakter und macht den Zweitürer zu einer konstruktiv und formal völlig eigenständigen Karosserievariante.

    Das Fehlen der B-Säulen wird durch verstärkte A-Säulen, Seitenschweller und Türen sowie einen besonders hohen Anteil an hochfesten Stahlblechen kompensiert. Ein charakteristisches Design-Element, das die Eigenständigkeit der Coupés gegenüber den anderen Karosserievarianten der Baureihe dokumentiert, sind die Flankenschutz-Leisten mit integrierten Längsschweller-Verkleidungen. Zwischen den Radausschnitten auf Höhe der Stoßfänger angeordnet, bilden sie die optische Verbindung zwischen Bug- und Heckschürze und sind wie diese in Metallic-Kontrastfarben lackiert.

    Die Modellpalette umfasst zunächst die Typen 230 CE und 300 CE. Deren Motoren, ein 2,3-Liter-Vierzylinder und ein Dreiliter-Sechszylinder mit mechanisch-elektronisch gesteuerter Benzineinspritzung, entsprechen den jeweiligen Limousinen. Hinsichtlich der mechanischen Komponenten gleichen die Coupés ohnehin vollkommen ihren viertürigen Pendants. Äußerlich sind die Typen nur am Doppelrohr-Auspuff des Sechszylinders und am Typenschild zu unterscheiden.


  • Für die Lust am offenen Fahrgenuss: Das Cabriolet

    Im September 1991 zeigt Mercedes-Benz als weitere Karosserievariante den Typ 300 CE-24 Cabriolet, die Produktion beginnt 1992. Nach etwa 20-jähriger Unterbrechung ist damit nun wieder ein viersitziges Cabriolet in der mittleren Klasse verfügbar.

    Basis des Wagens ist das Coupé, das mit hohem konstruktivem Aufwand für seine Rolle als offenes Fahrzeug vorbereitet wird. Allein zur weiteren Versteifung der Karosserie müssen rund 1.000 Bauteile neu konstruiert werden. So sind die A-Säulen im knickgefährdeten Bereich mit innenliegenden Profilblechen zu einer stabilen Einheit verschweißt.

    Ein vollwertiges Sicherheitssystem bringt die Kombination dieser A-Säule mit einem automatischen Überrollbügel. Eigens für den Typ 300 CE-24 Cabriolet wird ein hinter den Fondsitzen angeordneter Linearbügel entwickelt, der bei einem drohenden Überschlag innerhalb von 0,3 Sekunden nahezu senkrecht nach oben fährt. Das voll versenkbare Verdeck überzeugt durch eine Fülle durchdachter technischer Details – zum Beispiel die heizbare Heckscheibe aus Sicherheitsglas, die durch einen Doppelrahmen bündig mit der Außenhaut verschraubt ist und eine verzerrungsfreie Sicht nach hinten bietet.


  • Für Spezialaufgaben: Fahrgestelle mit Teilkarosserie

    Wie in der Mittelklasse-Baureihe von Mercedes-Benz seit Jahrzehnten üblich, sind auch von der Typenreihe 124 Fahrgestelle mit Teilkarosserie lieferbar, die von Aufbauherstellern im In- und Ausland zu Krankenwagen, Bestattungswagen oder anderen Sonderausführungen ausgebaut werden.

    Neu ist, dass diese Fahrgestelle nun auf den T-Modellen basieren und zusammen mit diesen im Werk Bremen Sebaldsbrück gefertigt werden. Neben der Variante mit normalem Radstand gibt es zusätzlich wieder eine verlängerte Ausführung.

    Von 1989 an gibt es außerdem eine Limousine mit langem Radstand. Der Sechstürer wächst gegenüber der Serienlimousine in Gesamtlänge und Radstand um 800 Millimeter.


  • Meilensteine für Sicherheit und Umweltschutz

    Die Baureihe 124 setzt immer wieder technische Meilensteine. Zu den herausragenden Premieren gehört die Vorstellung des automatisch schaltenden Vierradantriebs 4MATIC im Jahr 1985. Dieses Allradsystem besteht aus einer aufwändigen Regelungselektronik und einem kompletten zusätzlichen Vorderradantrieb mit Verteilergetriebe und Differential.

    Zum „Mercedes-Benz Fahrdynamik-Konzept“ gehören neben dem automatisch zuschaltenden Vierradantrieb 4MATIC auch das Automatische Sperr-Differential ASD und die Antriebs-Schlupf-Regelung ASR – insgesamt bietet Mercedes-Benz damit in diesem Paket drei abgestufte elektronisch-automatische Fahrdynamik-Systeme; sie nutzen alle die Signale des Anti-Blockier-Systems.

    Ebenfalls 1985 bietet die Stuttgarter Marke für alle benzingetriebenen Modelle der Baureihe 124, ausgenommen den vergaserbestückten Typ 200, auf Wunsch eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator an. Von September 1986 an gehört der Katalysator dann zur Serienausstattung, auch das Vergasermodell der Baureihe 124 ist nun mit Abgasreinigungsanlage erhältlich.


  • Lebendige Entwicklung einer Baureihe

    In ihrer zwölfjährigen Produktionszeit wird die Baureihe 124 von den Mercedes-Benz Ingenieuren immer wieder verbessert und weiterentwickelt. Das schlägt sich in neuen Typen ebenso nieder wie in technischen Innovationen. Zu den Neuerungen zählen beispielsweise die 1987 vorgestellten Limousinen vom Typ 300 D Turbo und 300 D Turbo 4MATIC mit dem Turbodiesel-Aggregat der entsprechenden T-Modelle. 1988 folgen auf dem Pariser Automobil-Salon die Typen 200 E (bisher nur für den italienischen Markt produziert) und 250 D Turbo (mit einer modifizierten Version des aufgeladenen 2,5-Liter-Dieselmotors aus der Baureihe W 201).

    Dieselmotoren mit neu konstruierten Vorkammern, die durch Schrägeinspritzung eine effizientere Verbrennung gewährleisten, stellt Mercedes-Benz im September 1988 für die Typen 250 D Turbo und 300 D Turbo vor. Das verringert den Partikelausstoß und steigert zugleich die Leistung. Alle Typen der Baureihe erhalten im September 1988 außerdem eine erweiterte Serienausstattung, zu der das Anti-Blockier-System ABS und ein beheizter rechter Außenspiegel gehören.

    Im Rahmen der Initiative „Diesel ’89“ werden im Februar 1989 die nicht aufgeladenen Diesel-Pkw mit überarbeiteten Motoren ausgerüstet: Sie erhalten ebenfalls die neuen Vorkammern mit Schrägeinspritzung, was zu besseren Emissionswerten und mehr Leistung führt. Noch weiter reduziert werden die Schadstoffemissionen mit Hilfe einer aufwändigen Abgasreinigungsanlage, bei der ein speziell für Dieselmotoren entwickelter Oxidationskatalysator mit einer sorgfältig abgestimmten Abgasrückführung kombiniert wird. Dieses sehr effiziente System ist von Oktober 1990 an für Diesel-Pkw mit Saugmotor, ein halbes Jahr später dann auch für die Typen mit Turbomotor als Sonderausstattung erhältlich.


  • Die erste Modellpflege

    Im September 1989 zeigt Mercedes-Benz auf der IAA ein komplett überarbeitetes Modellprogramm der mittleren Klasse. Im Vordergrund der Modellpflege stehen die stilistische Überarbeitung der Karosserie und die Neugestaltung des Innenraums. Auffälligstes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Typen sind die seitlichen Flankenschutz-Leisten mit integrierten Längsschweller-Verkleidungen. Neu gestaltet ist zudem der Innenraum mit verbesserten Sitzen und zahlreichen Detailverbesserungen.

    Das überarbeitete Typenprogramm der Baureihe 124 bietet fünf gänzlich neue Modelle. So gibt es für Limousine, Coupé und T-Modell nun den Dreiliter-Sechszylindermotor mit Vierventiltechnik und verstellbarer Einlassnockenwelle aus dem Typ 300 SL-24. Bei den Typen 300 E-24, 300 CE-24 und 300 TE-24 kann aufgrund der abweichenden Einbauverhältnisse aber nicht der gleiche Katalysator-Querschnitt wie im SL verwendet werden. Deshalb fällt die Nennleistung von 162 kW um 8,1 kW niedriger aus als im Sportwagen (170 kW).

    Neben diesen neuen Topmodellen der Baureihe stellen die Stuttgarter 1989 als vierte Karosserie-Variante der mittleren Klasse die Limousine mit verlängertem Radstand vor. Damit gibt es nach vierjähriger Unterbrechung wieder eine Langversion im Verkaufsprogramm. Entwickelt wird der lange Aufbau in enger Zusammenarbeit mit der Firma Binz in Lorch, die dann auch in der Serienfertigung die Rohbauarbeiten durchführt. Der Radstand wächst um 800 Millimeter auf 3.600 Millimeter, die Gesamtlänge legt um das gleiche Maß zu.

    Im Gegensatz zu ihren Vorgängermodellen präsentieren sich die Typen 250 D lang und 260 E lang mit sechs Türen und einer vollwertigen mittleren Sitzbank, die hinsichtlich Sitztiefe und Lehnenhöhe der Fondsitzreihe nahezu gleichkommt. Die Serienproduktion der Langlimousinen beginnt im Mai 1990.


  • Spitzensportler aus der mittleren Baureihe

    Auf dem Pariser Salon im Oktober 1990 fährt der Typ 500 E vor, der ausschließlich als Limousine erhältlich ist – er ist neues Topmodell der Baureihe 124 und zugleich die erste E-Klasse mit einem V8-Motor. Die Serienfertigung beginnt im Februar 1991. Äußerlich ist der Typ 500 E erst auf den zweiten Blick von seinen Schwestermodellen zu unterscheiden. Dafür sind die inneren Werte umso überzeugender: Der Neuling hat einen 240 kW starken Fünfliter-V8-Vierventilmotor, der auf dem bewährten Triebwerk des 500 SL basiert und geradezu atemberaubende Fahrleistungen ermöglicht.

    Mit dem serienmäßigen Viergang-Automatikgetriebe erreicht die Limousine aus dem Stand in 5,9 Sekunden 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Die serienmäßige Ausstattung mit der Antriebs-Schlupf-Regelung ASR verhindert das Durchdrehen der Antriebsräder auch bei Vollgas.

    Zur Verbesserung des Emissionsverhaltens ist das Volumen des zweiflutig ausgebildeten Katalysators von 3,9 auf 5,8 Liter erhöht; unterstützend wirken die Sekundärlufteinblasung und die Abgasrückführung. Im Typ 500 E kommt erstmals eine neue Variante des V8-Vierventilers mit anderer Einspritzanlage, geändertem Kurbelgehäuse, elektronisch gesteuerter Bosch LH-Jetronic mit Luftmassenmessung und Motorblock gleicher Deckhöhe wie die 4,2-Liter-Variante zum Einsatz.

    Zu den Erkennungsmerkmalen des Typ 500 E gehören dezent verbreiterte Kotflügel, in die Bugschürze integrierte Nebelscheinwerfer sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder im Achtloch-Design mit Breitreifen der Dimension 225/55 ZR 16. Die Karosserie ist im Vergleich zu den anderen Typen um 23 Millimeter tiefergelegt; zum Ausgleich der zuladungsbedingten Einfederung wird die Hinterachse serienmäßig mit hydropneumatischer Niveauregulierung ausgerüstet.


  • Erfolgsmodell knackt zur zweiten Modellpflege die Zwei-Millionen-Grenze

    Im Juni 1992 läuft das 2.000.000. Fahrzeug der Baureihe 124 vom Band. Nur wenige Wochen später erhält die mittlere Klasse erneut eine große Modellpflege. Diesmal legt Mercedes-Benz den Schwerpunkt auf Motor und Ausstattung. Die Benziner präsentieren sich mit einer gründlich überarbeiteten Motorenpalette, die komplett auf Vierventiltechnik umgestellt ist. Alle Vier- und Sechszylinder haben jetzt die gleiche Bohrung. Das erleichtert eine flexible und wirtschaftliche Fertigung.

    Außer der neuen Motorenpalette für die Benziner umfasst die Modellpflege eine deutlich aufgewertete Serienausstattung für alle Modelle der mittleren Klasse. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehören von Oktober 1992 an nun auch Airbag, Zentralverriegelung sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel links und rechts. Außerdem werden die Vierzylindertypen ohne Aufpreis mit Fünfgang-Getriebe ausgerüstet.

    Gleichzeitig mit den modellgepflegten Typen der mittleren Klasse erscheint auf dem europäischen Markt der neue Typ 400 E. Diese Variante des W 124 wird bereits seit September 1991 für den Export in die USA und nach Japan produziert. Als neuer Spitzentyp bei den Volumenmodellen bietet der Wagen den aus der S-Klasse bekannten 4,2-Liter-V8-Motor mit Vierventiltechnik und 205 kW.

    Als Weltneuheit kommt 1993 die Vierventiltechnik bei den Fünfzylinder- und Sechszylinder-Diesel-Saugmotoren zum Einsatz. Das gewährleistet nicht nur ein erhöhtes Drehmoment- und Leistungsangebot, sondern senkt den Kraftstoffverbrauch bei Volllast um bis zu acht Prozent. Dazu wird die Partikelemission im Abgas durch den optimierten Verbrennungsablauf um rund 30 Prozent verringert.


  • Namenswechsel für die Baureihe 124: Die erste E-Klasse

    Mit dem Verkaufsbeginn der nochmals überarbeiteten Modelle im Juni 1993 tritt für die Baureihe 124 eine neue Nomenklatur in Kraft. Analog zur S-Klasse und zur neuen C-Klasse heißt die mittlere Klasse jetzt E-Klasse. Auch die Typenbezeichnungen folgen damit nun einem modifizierten System, bei dem ein Buchstabenkürzel die Klassenzugehörigkeit dokumentiert. Darauf folgt eine dreistellige Zahl, die nach wie vor auf dem Hubraum basiert. Auf eine Verschlüsselung der ohnehin ersichtlichen Karosserievarianten wie Coupé und Kombi wird künftig verzichtet. Bei den dieselgetriebenen Modellen ersetzt ein nachgestelltes „Diesel“ oder „Turbodiesel“ die bisher gängigen Kürzel.

    Auffälligstes Kennzeichen der modifizierten Fahrzeuge ist neben dem Namen die nach dem Vorbild der S-Klasse umgestaltete Kühlermaske. Dieser so genannte Plakettenkühler zeigt einen im Vergleich zur bisherigen Ausführung wesentlich schmaleren Chromrahmen, und der Mercedes-Stern sitzt wie bei den S-Klasse Limousinen auf der Haube. Verändert sind zudem die Leuchteinheiten: farblose Deckgläser an den vorderen Blinkleuchten und bichromatische Abdeckungen an den Heckleuchten.

    Änderungen gibt es außerdem an der Form des Kofferraumdeckels, bei den Rädern und bei den Stoßfängern. Unter anderem bekommen die Stahlscheibenräder neue Radzierblenden im Sechsloch-Design, und die Schutzleisten der Stoßfänger sind nun in der Farbe der Anbauteile lackiert. Die Schutzleiste des Heckstoßfängers wird außerdem bis zu den Radausschnitten verlängert.

    Als neues Spitzenmodell tritt zeitgleich der E 60 AMG an, den der Haustuner mit dem Sechsliter-V8-Motor M 119 anbietet. Die Leistung der Sportlimousine beträgt 280 kW bei 5600/min. Auch Coupé und Cabrio werden von AMG in der Leistung gesteigert: Als E 36 AMG mit 200 kW bei 5750/min kommen sie ebenfalls 1993 auf den Markt.


  • Ende der Produktion, Beginn einer Karriere als junger Klassiker

    Im Juni 1995, zwei Jahre nach den letzten umfassenden Modellpflegemaßnahmen, stellt Mercedes-Benz die E-Klasse-Limousinen der Baureihe 210 vor, die Nachfolger der Baureihe 124. Die Produktion der Limousinen der Baureihe 124 endet kurze Zeit später, je nach Typ zwischen Juni und August 1995. Das T-Modell wird noch bis 1996 gebaut. Auch von den Typen E 250 Diesel und E 220 produziert Mercedes-Benz bis 1996 CKD-Teilesätze („completely knocked down“ – vollständig demontiert) und schickt sie zur Montage nach Pune in Indien. Das Cabrio läuft sogar bis 1997 vom Band.

    Insgesamt entstehen im gut elfjährigen Produktionszeitraum 2.058.777 Limousinen, 340.503 T-Modelle, 141.498 Coupés, 33.952 Cabrios, 2.342 Limousinen mit langem Radstand und 6398 Fahrgestelle mit Teilkarosserie für Sonderaufbauten, zusammen also 2.555.861 Fahrzeuge.

    Mit dem Ende der Produktion schlagen die Stuttgarter ein neues Kapitel in der Auto-Biografie ihrer Baureihe 124 auf. In den nachfolgenden Jahren etabliert sie sich mit ihrer klassischen Linienführung und den verschiedenen Karosserievarianten als attraktiver, junger Klassiker.

    Und zum 25. Geburtstag im Jahr 2009 tragen die ersten Fahrzeuge den Rang des Youngtimers – als automobiles Kulturgut mit frischer Anmutung.


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