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Jaguar E-Type

Der E-Type: die englische Raubkatze

Der flache rote Sportwagen jagt mit qualmenden Reifen die 46te Straße hinunter. Sirenen heulen auf. Das aufgesetzte Rundumlicht taucht die Straßenschlucht in ein gespenstisches Rot, das dem von Blut nicht unähnlich ist. Mit atemberaubender Geschwindigkeit schießt der Jaguar um die Ecke und kommt quietschend vor einem Wolkenkratzer zum Stehen. FBI-Agent Jerry Cotton springt aus dem Wagen und läuft mit gezückter Bleispritze auf das Gebäude zu.

So oder so ähnlich klingt es, wenn der bekannte FBI-Agent, Filmfigur und Held hunderter von Groschenromanen, mit seinem E-Type zum Einsatz unterwegs ist.

Wer an Jaguar denkt hat meistens den E-Type vor Augen. Mit seiner aufregenden Form war er bei seiner Präsentation der "Eye-Catcher" auf der Automobilausstellung 1961. Das Auto, das damals wie heute für die meisten unerschwinglich war, galt von nun an als die Verkörperung des Sportwagens, mehr noch als Porsche, BMW oder Corvette. Die ADAC-Motorwelt schrieb damals es sei "die Sensation auf dem Genfer Salon".

Tatsächlich ist seine sportlich-sinnliche Form bis heute außergewöhnlich. Entwickelt wurde die Karosserie von dem ehemaligen Flugzeug-Aerodynamiker Malcolm Sayer. Sie bietet nicht nur dem Wind wenig Angriffsfläche, sondern hat auch weiche, elegante Rundungen, die ihr eine gewisse erotische Ausstrahlung verleihen. Schon Fritz B. Busch, einer der bekanntesten Motorjournalisten seiner Zeit weist dem Jaguar die Rolle eines Sex-Symbols zu.

Die langgestreckte Schnauze mit tief liegendem Kühllufteinlaß, die aerodynamisch verkleideten Scheinwerfer, die weit auseinanderstehenden Speichenräder und das weit zurückliegende Cockpit geben dem Wagen eine raubtierhaft geduckte Form, die seine Schnelligkeit auch optisch sichtbar macht. Das ist sicher auch gewollt, schließlich war er aus den Rennsporttypen C und D entwickelt worden, mit denen Jaguar in den 50er Jahren fünf Mal die 24 Stunden Rennen in Le Mans gewonnen hatte.

Das Cockpit ist für heutige Verhältnisse recht spartanisch und im Innenraum geht es sehr eng zu. Die "Beine stecken wie verbogene Briefklammern im Fußraum" beschrieb Jaguar-Liebhaber und Besitzer Busch seine Sitzhaltung. Das ganze Auto ist bei 4, 45 Meter Länge nur 1, 22 Meter hoch. Man kann sich kaum vorstellen, dass im Heck noch ein brauchbarer Kofferraum verborgen ist.

Für die damalige Zeit hatte der E-Type enorme Beschleunigungswerte. Mit dem 265 PS starken Motor gelangt man in 6,8 Sekunden auf 100 und in 19,8 Sekunden auf 180 km/h. Dann allerdings bebt der Wagen schon so sehr, dass man die Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h nicht mehr ausreizen möchte. Das ist auch aus einem anderen Grund besser so. Im obersten Geschwindigkeitsbereich unterliegt der E-Type nämlich einem so starken Auftrieb, dass die Bodenhaftung stark beeinträchtigt wird. Schon kleine Unebenheiten können zum Verhängnis werden, warnt die Zeitschrift Motor Klassik aus dem Jahr 1986.

Der E-Type wurde in verschieden Motorvisionen und mit geringfügigen Änderungen der äußeren Form von 1961 bis 1975 gebaut. Insgesamt wurden 72.507 Exemplare fabriziert. Jedes einzelne ist ein absolutes Traum- und Kultauto, das bei jedem Interessierten fast zwanghaft den Wunsch weckt, so eine englische Raubkatze einmal durch die Straßen zu jagen.

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