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Der 2 CV: Ententanz

Ein Kultauto feiert Geburtstag

Es war alles andere als ein guter Start für den 2 CV von Citroen: Bei der Weltpremiere auf der Pariser Autoschau am 7. Oktober 1948 musste die "Ente" erst einmal mächtig Federn lassen. Die bissigen Kommentare des Publikums reichten von "vier Räder unter einem Regenschirm" über die Mutmaßung, es handle sich bei dem neuen Fahrzeug um eine "fahrbare Geistesverwirrung", bis hin zu der Frage, ob denn der "Büchsenöffner" mitgeliefert werde.

In tristem Grau, einäugig mit einem einzigen Scheinwerfer auf der Wellblechhaube, präsentierte sich Frankreichs Antwort auf den VW-Käfer wahrlich als hässliches Entlein. Doch so groß der anfängliche Spott, so überwältigend der spätere Erfolg:

Über fünf Millionen Enten verkaufte Citroen zwischen 1948 und dem Produktionsende am 27. Juli 1990. Kein Wunder, wollte doch Citroen-Präsident Pierre-Jules Boulanger ein Auto fürs Volk kreieren. Man brauche ein Fahrzeug, das "zwei Bauern mit Holzschuhen, 50 Kilo Kartoffeln oder ein kleines Fass mit einem Tempo von 60 km/h und einem maximalen Benzinverbrauch von fünf Litern, transportieren kann."

1959 landete die Ente auch auf dem deutschen Markt, und das war alles andere als eine Bruchlandung: In den 60er Jahren entwickelte sich der 2 CV bei uns nämlich zum Kultauto. Was verständlich ist, wenn man den Einstiegspreis von 3.650 D-Mark betrachtet - und ebenso unverständlich, entdeckt man die Motorisierung von 29 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.

Doch eine gewisse Flügellahmheit macht dem wahren Enten-Fan nichts aus. Ihre Liebhaber schätzen das Lebensgefühl beim Fahren, einen Mix aus Freiheit, Jugend und Unabhängigkeit. Vor allem bei Studenten erfreute und erfreut sich der dünnhäutige Flitzer großer Beliebtheit. Viele griffen zu Pinsel und Farbtopf und verzierten ihr Wellblech-Vehikel mit allen nur denkbaren Motiven.

Auch die ADAC-Autotester starteten mit der Ente einen Probeflug. Im Testbericht von 1989 ist als Kommentar zu lesen: "Urige Fahrmaschine mit Klapprollverdeck. Sicherheits- und bedientechnisch veraltete Konstruktion." In der Gesamtbewertung erhielt der 2 CV daher auch nur die Note 3,3. Doch davon ließen sich nur wenige Anhänger irritieren.

Noch heute, über 55 Jahre nach Produktionsbeginn, gibt es allein in Deutschland fast 30 Fanclubs. Dort darf man ungeniert schwärmen über das Motörchen mit drei Gängen plus "Schongang", über die Revolverschaltung am Lenkrad sinnieren und debattieren, wie man das Leichtgewicht unter den Autos am besten zur Seite wippen kann. Aus einem hässlichen Entlein ist ein echter Überflieger geworden.


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