DruckenPDF

Ingolstädter Kurzware

AUDI Sport Quattro

Der Audi Sport Quattro - eine Legende der wildesten und gefährlichsten Phase des Rallye-Sports - feiert in diesem Jahr das silberne Jubiläum. Der 1980 präsentierte „Ur-Quattro“ hatte einen fulminanten Start, Michèle Mouton gewann bereits im nächsten Jahr die Rallyes von San Remo, Portugal, Akropolis und Brasilien. 1982 erzielte der Quattro mit sechs Siegen in zehn Läufen den Titel des Marken-Weltmeisters. Stig Blomqvist gewann einen Lauf, Hannu Mikkola zwei Rallyes und Michèle Mouton verpasste mit drei Siegen nur knapp den Titel in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Doch schon 1983 entriss der leichtgewichtige Lancia 037 Rally den Bayern den Marken-Titel, obwohl sich Hannu Mikkola im Quattro den Gewinn der Fahrerwertung sichern konnte.

  • 306 PS für knapp 200.000 Mark
    In Ingolstadt entwickelte man deshalb in nur zehn Monaten eine neue „Waffe“: die Premiere des Audi Sport Quattro auf der Frankfurter IAA im September 1983 erregte enormes Aufsehen. Die Straßenversion war seinerzeit mit 306 PS der leistungsstärkste Serienwagen aus deutscher Produktion und mit einem Preis von anfangs 195.000 DM das teuerste Angebot der Marke mit den „Vier Ringen“. Auf die im Radstand um 32 cm verkürzte Basis des „Ur-Quattro“ mit Allradantrieb packten die Audi-Ingenieure pure Wettbewerbstechnik: vom Fünf-Zylinder-Motor mit Vier-Ventil-Zylinderkopf aus Leichtmetall und KKK-Turbolader bis zur Karosserie aus Aramid- und glasfaserverstärktem Kunststoff oder Carbon-/Kevlar-Verbundstoffen. Resultat war schon in der passabel ausgestatteten Serienversion eine Beschleunigungszeit von nur 4,9 Sekunden vom Stand auf 100 km/h. Die vom internationalen Sportgesetz der CSI für die Gruppe B geforderte Stückzahl von 200 Fahrzeugen wurde im Produktionszeitraum bis 1. Mai 1984 sogar um 14 Exemplare übertroffen. Neben den überwiegend in der Farbe Tornadorot lackierten Straßenversionen präsentierte man zum gleichen Zeitpunkt zwanzig Fahrzeuge der ausschließlich für den Motorsport entwickelten Sport-Quattro Evolution-1 mit einer Leistung von 510 PS.
  • Das Wettrüsten erreicht seinen Gipfel
    Trotz aller Anstrengungen konnten die Ingolstädter 1984 nur bei der Rallye Elfenbeinküste einen Sport-Quattro-Sieg verzeichnen, 1985 kamen 2. Plätze in Monte Carlo, Schweden und bei der Akropolis-Rallye hinzu. Mit der zweiten Evolutionsstufe Sport Quattro S 1, die sich durch eine Leistungssteigerung auf bis zu 550 PS und gigantische Flügel auszeichnete, erreichte man bei der 1000-Seen-Rallye die gleiche Platzierung. Starke Gegner wie der Peugeot 205 Turbo 16 oder der Lancia Delta S 4 minimierten fortan die Erfolgschancen. Nach dem Gewinn der Rallye San Remo 1985 durch Walter Röhrl und Christian Geistdörfer und einem dritten Platz in der Rallye Monte Carlo 1986 endete die Rallyekarriere des Sport Quattro durch den Rückzug des Werks aus der Rallye-WM: Anlass war der katastrophale Unfall von Joaquim Santos auf Ford RS 200 bei der Portugal-Rallye, der drei Tote und dreißig Verletzte forderte und letztendlich das endgültige Verbot der Gruppe B zum 31. Dezember 1986 auslöste.
  • „Made in Germany“ siegt in den USA

    Eine besonders erfolgreiche „Nebentätigkeit“ des Sport Quattro S 1 endete erst im Jahr 1987 mit dem Sieg von Walter Röhrl am amerikanischen Pikes Peak, wo sich das Rallye-Monster mit Michèle Mouton und Bobby Unser sen. schon 1985 und 1986 in die Rekordliste eintragen konnte.

    Von den 22 bei Audi aufgebauten Sport Quattro Gruppe-B-Versionen existieren gegenwärtig weltweit noch fünf Exemplare. Während der Absatz der Serienwagen 1985 recht schleppend verlief, können heute Besitzer der etwa 140 überlebenden Exemplare damit rechnen, für ihre Rarität annähernd den Originalpreis zu erlösen.


Weitere interessante Themen für Sie

Oldtimerclubs

Informieren Sie sich über die Oldtimerclubs im ADAC Mehr

Oldtimer-Ratgeber

Das beliebteste Nachschlagewerk für Oldtimer-Fans ist jetzt auch online erhältlich. Mehr

Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität