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Die richtige Motorrad-Fahrschule


Wer neben der Fahrerlaubnis fürs Auto auch den Motorrad-Führerschein machen will, für den ist die Suche nach der richtigen Fahrschule nicht immer einfach: Ein guter Fahrlehrer fürs Auto ist nicht automatisch auch ein solcher fürs Motorrad. Der ADAC gibt Tipps für die Wahl guter Ausbildungsstätten.

Wer Freunde, Bekannte oder Mitschüler nach den Erfahrungen mit ihrer Fahrschule und dem Fahrlehrer fragen kann, ist bei der Suche nach einer guten Fahrschule für Motorrad oder Roller besser dran. Wer ohne solche Informationen suchen muss, für den kann das Internet bei der (Vor-)Auswahl ein wichtiger Helfer sein. Doch nicht nur die Tatsache, ob die Fahrschule in der Nähe von Wohnung, Schule oder Arbeitsstätte liegt und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, kann auf den Fahrschul-Homepages geprüft werden: Das wichtigste Kriterium sollte sein, ob der Zweirad-Fahrlehrer auch privat Motorradfahrer ist und bei der Ausbildung auf dem Motorrad begleitet. Wer nur im Auto hinterherfährt und über den „Helmfunk“ dirigiert, der hat womöglich selbst seit Jahren auch nicht mehr im Motorrad-Sattel gesessen…

Nur umfassende Erfahrung und Zweirad-Praxis machen neben der eigenen permanenten Weiterbildung einen Fahrlehrer auf dem Motorrad zur besten Wahl. Nur solche Ausbilder können zudem auch die Grundfahrübungen auf der Maschine vorführen und dem Schüler vor dem ersten Eigenversuch auf einem Übungsplatz als Sozius näher gebracht werden. Das Vorausfahren in den ersten Übungsstunden und danach die aktive Begleitung auf dem Motorrad macht die praktische Ausbildung nicht nur viel sicherer und effektiver – die Lernfortschritte sind nachgewiesenermaßen größer.


Das Institut für Zweiradsicherheit e.V. (ifz) zeichnet herausragend gute Fahrschulen aus mit dem

ifz-Qualitätssiegel Zweirad-Fahrschule. 


  • Nur ein Fahrlehrer

    Wer sich nach einer Auswahl unverbindlich in der Fahrschule beraten lässt, sollte auch „seinen“ Fahrlehrer selbst kennen lernen. Idealerweise bleibt der für die komplette Ausbildung die Bezugsperson. Zur kompetenten Beratung gehört zudem neben dem Ausbildungsplan auch das Aushändigen eines Preisbeispiels. Laut Fahrlehrergesetz müssen in Sachen Preisklarheit und Preiswahrheit alle Einzelpreise inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden. Fahrschulfremde Gebühren (z.B. Erste Hilfe-Kurs, Sehtest, Gebühren für Ordnungssamt, Straßenverkehrsamt und TÜV) sollten aber ebenso notiert werden. Nur damit ist zu Hause alles nachvollziehbar und ein Preisvergleich mit anderen Fahrschulen möglich.

    Eine faire Fahrschule nennt Preise auch bereits auf ihrer Website oder am Telefon. Bei der Wahl sollte aber berücksichtigt werden: Billiger ist nicht immer günstiger - und selten auch wirklich gut. In Sachen Theorie ist deshalb die Frage nach kostenlosem Lehrmaterial in der Grundgebühr sinnvoll, denn hier gibt es große Unterschiede. Lehrmaterial auf CD/DVD kostet zusätzliches Geld.

    Engagierte Motorrad-Fahrschulen bieten zudem eine kostenlose Theorie-„Schnupperstunde“ an. Dabei kann der künftige Fahrschüler feststellen, ob der Fahrlehrer ebenso kompetent wie sympathisch ist. Stimmt die „Chemie“, macht die Ausbildung Spaß und führt besser und schneller zum Ziel.

    Vor einem Vertragsabschluss sollte aber zwingend auch der „Fuhrpark“ inspiziert werden. Hier geht es nicht nur ums Alter und den Zustand der Fahrschul-Maschinen. Entscheidend ist die Frage, ob das Ausbildungs-Motorrad zum Fahrschüler passt. Bei einer Sitzprobe lässt sich feststellen, ob man mit beiden Füßen auf die Erde kommt und mindestens ein Fuß flach aufsteht. Ist dies nicht der Fall und gibt es keine niedrigere Wechsel-Sitzbank oder gleich eine niedrigere Maschine, ist dies ein K.o.-Kriterium. Gleiches gilt umgekehrt für besonders Großgewachsene. Kann mit dem Fuß auf der Raste der Lenker nicht ganz einschlagen werden, ohne die Kniescheibe zu berühren, ist das Bike zu klein. Häufig werden in Fahrschulen Chopper eingesetzt, die von Haus aus niedrig sind, aber keine optimalen Ausbildungsfahrzeuge sind.



  • Komplette Schutzkleidung

    Eine gute Fahrschule lässt ihre Fahrschüler nicht ohne vollständige Schutzkleidung aufs Motorrad und stellt geeignete Kleidung einschließlich Motorrad-Handschuhen und –Stiefeln zur Verfügung. Über (Größen-)Auswahl und den Pflegezustand kann nur der eigene Augenschein in der Kleiderkammer informieren. Die Passform, insbesondere bei Helmen, wird nur durch eine Anprobe klar. Ob die Helme der neuesten ECE-Norm (zurzeit R 22-04 und -05) entspricht, lässt sich dagegen am Einnäher sehen. Aus hygienischen Gründen sollte der Fahrschüler sich eine eigene Sturmhaube zulegen, die es für wenige Euros gibt und die sich leicht waschen lässt. Ambitionierte Motorrad-Fahrlehrer beraten zudem die Fahrschüler beim Kauf einer eigenen Fahrerausrüstung, falls diese schon zur praktischen Ausbildung angeschafft werden soll.

    Die theoretische und praktische Ausbildung sollte nach den vorgeschriebenen Ausbildungsplänen strukturiert laufen. Die mindestens zwölf Stunden Sonderfahrten (sofern der Aspirant keinen Führerschein der nächst kleineren Motorradklasse hat) dürfen auf jeden Fall erst nach abgeschlossener Grundausbildung laufen. Weil die Gesamtzahl der Fahrstunden kein Kriterium für die Qualität der Fahrschule ist, sollten über Stand und Fortschritt der theoretischen und besonders der praktischen Ausbildung Aufzeichnungen über jeden Fahrschüler angefertigt werden. Am allerbesten ist ein Ausbildungspass für den Schüler, der für Transparenz sorgt.


  • Der Takt ist wichtig

    Für eine profunde Ausbildung ist auch der Takt der Fahrstunden entscheidend wichtig: Ein- bis zweimal pro Woche sollte auf jeden Fall gefahren werden - einmal alle 14 Tage ist fürs Lernen ungeeignet. Gleiches gilt für die Häufung zu vieler Fahrstunden in kurzer Zeit. Ferienfahrschulen, die einen Motorrad-Führerschein in weniger als zwei Wochen versprechen, sind unter diesem Blickwinkel keineswegs eine gute Alternative.

    Wer die Fahrerlaubnis fürs Motorrad schließlich in der Hand hat, der sollte an den Spruch eines anerkannten Motorrad-Fahrlehrers und ADAC Trainers denken: „Der Motorrad-Führerschein ist nur die Berechtigung, alleine im Verkehr zu üben.“ Viele engagierte Fahrschulen bieten deshalb nach der bestandenen Prüfung begleitete Ausfahrten in kleinen Gruppen an. Am allerbesten sollte aber grundsätzlich am Anfang der Motorrad-Karriere ein entsprechendes Einsteiger-Motorradtraining des ADAC besucht werden. Da die Regionalclubs des ADAC solche Trainings auf fast 50 Plätzen quer durch Deutschland anbieten, ist die Anfahrt meist kurz. Weil sich wirkliche Motorrad-Erfahrung nach Studien des Instituts für Zweiradsicherheit erst nach rund 5000 Kilometern einstellt, ist ein Training der richtige Weg, den Motorrad-Spaß mit Sicherheit vom ersten Meter an noch größer zu machen. Bekanntlich hat ein Motorrad keinen Blechkäfig und keine Knautschzonen…

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