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Richtige Motorrad-Wäsche

Viele Motorradfahrer sind Putzmuffel, doch die regelmäßige Reinigung der Maschine dient der Sicherheit und beugt Wertverlust vor. Auf jeden Fall muss das Bike vor dem Überwintern gründlich gewaschen werden. Wie, das verraten die ADAC-Motorrad-Experten.


  • Waschanlage

    Da es zwischen Flensburg und Füssen erst wenige Spezial-Waschanlagen für Motorräder und Roller gibt, bei denen das Gefährt in einer Waschkabine mit beweglichen Düsen und speziellem Reinigungsmittel gewaschen und danach getrocknet wird, ist „Selbsthilfe“ angesagt. „Aus Umweltgründen sollte man auf jeden Fall zu einer offiziellen Waschanlage fahren. Die besitzen neben Ölabscheider zudem auch Auffangvorrichtungen für Grobschmutz und eine besondere Abwasserentsorgung“, appelliert der ADAC nicht nur an die Vernunft: Entsprechende Putzaktionen ohne die genannten Schutzmaßnahmen sind auf Privatgrund wie öffentlichen Straßen zudem verboten. 

    Moderne Hochdruckreiniger sind allerdings fürs Zweirad nicht nur ein Segen. „Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen“, rät der ADAC zu genügend Abstand und Meidung von „Problemzonen“. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Hier empfiehlt sich die gute alte Handwäsche mit Schwamm oder weicher Bürste und „sanftes“ Abspülen. 

    Vorsicht auch bei Reifen. Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Im Hochgeschwindigkeitsbereich oder bei längeren Autobahnetappen führen solche „Sollbruchstellen“ zu fatalen Folgen. 

    Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, eine vorherige „Einweichung“ von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung der Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser. Wer mit mitgebrachtem Schwamm und verschiedenen Bürsten arbeitet, bekommt nicht nur schwer zugängliche Stellen sauber: Er bemerkt auch lose Schrauben oder Speichen und hat andere Verschleißteile im Blick. 


  • Gründliches Trocknen

    Ganz wichtig, vor allem vor dem Einmotten, ist die absolute Trocknung des Vehikels nach dem Waschgang. Wer alles gut abledert und schlecht zugängige Stellen per Luftstrahl aus dem Kompressor von Wasser befreit, beugt Rostbildung vor. Gleiches gilt für die Konservierung der Metallteile mit einem Sprühöl. Für Chrom- und Aluteile gibt es spezielle Hochglanz-Polierwatte, die mit Polierflüssigkeit getränkt ist. Für alle lackierten Fahrzeugteile kann handelsübliches Hartwachs mit weichem Tuch oder Polierwatte aufgetragen werden, um die Oberfläche zu versiegeln. Für Plastikteile gibt es entsprechende Produkte oder Polituren, unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden. 


  • Motorreinigung

    Wer den Motorrad-Motor durch spezielle Motorreiniger per Bürste säubert, der sollte wie bei Einsatz aller anderen Reinigungsmittel fürs Bike drei Dinge beachten: 

    • Reiniger nie in der prallen Sonne oder auf erhitzter Oberfläche anwenden. Neben der Beeinträchtigung der Wirkung können durch Einbrennen unschöne Flecken entstehen
    • Immer die Anwendungshinweise der Hersteller und ganz besonders die Einwirkzeiten der Produkte beachten
    • Alle Reinigungsprodukte gründlich abspülen (bis keine Schaumbildung mehr zu sehen ist!) und bei partieller Reinigung auch benachbarte Teile abspülen. 


  • Einweichen

    Übrigens: Hartnäckige „Insekten-Friedhöfe“ auf Kunststoff-Verkleidungsteilen und -scheiben oder Windschildern sollten vor der großen Wäsche über Nacht mit nassen Tüchern und sanften Spülmitteln eingeweicht werden. „So lassen sie sich hinterher besser entfernen. Wer sie mit einem Scheuerschwamm bekämpft, riskiert nicht nur hässliche Kratzer im Kunststoff“, betont Ruprecht Müller: „Bei Windschildern führt das zu gefährlichem Streulicht.“ 

    Wer bei schönem Wetter im Winter seine Maschine bewegt, der muss sie nach jeder Tour abduschen: Metall und Lack reagieren auf Streusalz, das auch bei vermeintlich trockner Straße aufgewirbelt wird. Oft bemerkt man das erst nach längerer „Stehzeit“ …


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