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Auch der Helm braucht Pflege

 

Wenn im Herbst die Blätter fallen, schicken viele Motorradfahrer ihre Fahrzeuge akkurat gereinigt in den Winterschlaf. Die meisten Biker widmen jedoch Schutzkleidung und Helm zu wenig Aufmerksamkeit. Damit letzterer seine Schutzfunktionen auch im nächsten Frühjahr erfüllt, hat der ADAC wichtige Tipps zusammengestellt.

Selbstverständlich sollte mindestens nach der Fahrsaison eine gründliche Reinigung des gesamten Helms sein. Neben Visier und Außenschale muss auch das Innenpolster ebenso fachgerecht gesäubert und gereinigt werden.


  • Visier

    Zur jährlichen Generalreinigung des Helms sollte auf jeden Fall das kratzempfindliche Visier vorsichtig ausgebaut werden. So lässt sich nicht nur dessen Außen- und Innenseite behutsam reinigen. Auch die Mechanik des Visiers oder die eines Klapphelms sollte mit einem Pinsel von Schmutzpartikeln gereinigt werden. Bei neuen Helmen ist es nicht mehr nötig, die Visiermechanik zu ölen oder zu fetten. In anderen Fällen helfen bei Bedarf jedoch einige Tropfen Silikonöl oder Vaseline aus der Drogerie, um die Gängigkeit zu verbessern.

    Robert Lehmann von der Firma Schuberth empfiehlt am Beispiel eines Schuberth C3:
    Verwenden Sie einen weichen Lappen und eine milde Seifenlauge zum Entfernen von Verunreinigungen auf der Visier-Außenseite. Zum Trocknen des Visiers benutzen Sie ein fusselfreies Tuch.
    Bitte reinigen Sie das Visier keinesfalls unter fließendem Wasser bzw. vermeiden Sie das Einweichen des Visiers in Wasser.
    Die Visier-Innenseite ist ausschließlich mit einem weichen, bei Bedarf leicht angefeuchteten Tuch (empfohlen: Mikrofasertuch), zu reinigen. Hierbei keine Reinigungsmittel verwenden. Vermeiden Sie unbedingt starkes Rubbeln oder Reiben.
    Während Nichteinsatzzeiten sollte das Visier nicht komplett geschlossen werden, da ansonsten die im Innenraum enthaltene Feuchtigkeit nicht entweichen kann.
    Lagern Sie den Helm in einem trockenen Raum – idealerweise Zimmertemperatur – mit halb geöffneten Visier sowie heruntergefahrener Sonnenblende.


  • Helmschale

    Straßenschmutz, Öl- oder Kraftstoffrückstände sowie Fliegenreste auf der Helmschale lassen sich am leichtesten mit warmer Seifenlauge und einem Handtuch oder Küchenpapier bekämpfen. Wenn die Schmutzrückstände eingetrocknet sind und sich nicht durch sanftes Wischen entfernen lassen, niemals zu einem harten Schwamm oder gar einem Topfreiniger greifen. Am besten wickelt man den Helm mit einem nassen Tuch ein oder legt auf die betroffenen Partien ein mit Spülmittel angefeuchtetes Papier. Nach rund einer halben Stunde lösen sich selbst hartnäckige Verkrustungen und können abgewischt oder abgespült werden.


  • Keine Lösungsmittel

    „Vom Einsatz von Lösungsmitteln ist dringend abzuraten“, warnt der ADAC. Sie greifen Helmschalen aus thermoplastischen Kunststoffen wie Polycarbonat, ABS, Lexan oder Ronfalin an und können deren Stabilität im wahrsten Wortsinn aufweichen. Helme aus Duroplasten wie Carbob, Fiberglas, Kevlar oder Dyneema sind in diesem Punkt zwar wesentlich widerstandfähiger, sollten einen solchen Prozedur aber ebenfalls nicht unterzogen werden.
  • Innenpolster

    Bei einigen neueren Helmmodellen lassen sich die Innenpolster herausnehmen und im Schonwaschgang bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen. Auf den Schleudergang sollte allerdings verzichtet werden. Bei Helmen mit festem Innenpolster sollten zuerst Haar und Schuppenreste mit dem Staubsauger oder einer weichen Bürste schnell entfernen, ehe es an die eigentliche Polsterreinigung geht. Im Fachhandel werden zwar spezielle Reinigungsmittel, -spays und -schäume, teilweise sogar mit Duftnoten, für Motorrad-Helme angeboten. Die kosten in der Regel aber zwischen 7,50 und fast 30 Euros. Günstiger und nicht weniger gut sind reine Seifenlauge oder ein mildes Haarschampoo.
    Obwohl in einigen Internet-Foren immer noch steht, dazu können man den Helm komplett in ein Seifenbad legen und danach das Innenfutter einige komplett durchtrocknen zu lassen, ist ein mehrmaliges Abwaschen mit einem Schwammtuch die beste Methode. „So wird das unter dem Innenfutter liegende Polster, das neben der Schale den größten Dämmschutt bietet, nicht durchnässt und womöglich beeinträchtigt“, erklärt der ADAC.
    Wer sein Innenfutter seltener reinigen will, dem empfiehlt der ADAC unter dem Helm eine Sturmhaube zu tragen. Diese lassen sich leichter von Schweiß, Haarspray- oder Gel- sowie gegebenen Falls von Make-up-Resten reinigen. Und eine neue Sturmhaube ist auf jeden Fall günstiger als ein neues Helm-Innenpolster.

  • Belüftung kontrollieren

    Auch das Belüftungssystem sollte kontrolliert und sorgfältig gesäubert werden. Denn Insekten oder Schmutzpartikel können die Kanäle verstopfen und damit die Frischluftzufuhr behindern. Wer dies erst während der ersten Fahrt bemerkt, muss sein Visier für die nötige Luftzufuhr öffnen. Die Reinigung der Dichtung mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch verhindert ein Verkleben des Gummis am Visier. Die Gummidichtung hält länger und wird weniger spröde, wenn etwas Talkumpuder benutzt wird. 
  • Sorgfältige Trocknung

    Besonders wichtig ist nach der kompletten Helmreinigung, dass alle gesäuberten Teile  vor der Wintereinlagerung oder einer erneuten Benutzung vollständig trocknen sind. Für einen sicheren „Winterschlaf“ packt man den Motorrad-Helm in ein entsprechenden Beutel und bewahrt ihn an einem trockenen Platzt mit wenig Temperatur-Schwankungen auf. Wer ihn offen in der Garage oder im Keller aufbewahrt, muss mit Überraschungen rechnen. Beispielweise mit der, die einen User im letzten Frühjahr in einem Motorrad-Forum zur verzweifelten Frage führte: „Aufgrund falscher Lagerung über den Winter ist mein Helm innen total verschimmelt. Wie soll ich den reinigen?“
    Für einen solchen Extremfall rät der ADAC zum Gang in die nächste Apotheke und einen Schimmelpilz-Entferner auf Fruchtsäurenbasis kaufen, der auch in der Lebensmittelbranche eingesetzt werden darf…

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