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Richtige Bekleidung fürs Motorrad fahren im Winter


Motorrad fahren kann auch im Winter reizvoll sein. Allerdings muss die Ausrüstung des Fahrers an die Witterung angepasst sein. Das reicht von der richtigen Unterwäsche bis zum Helm-Visier. Die Motorrad-Experten des ADAC haben alle Tipps für den Zweirad-Wintersport zusammengestellt.


  • Handschuhe

    Wer im Winter aufs Motorrad steigen will, der muss auch bei niedrigen Temperaturen im wahrsten Sinne des Wortes stets alles im Griff haben. Deshalb sind gut isolierte, wasserdichte Handschuhe ein ganz wichtiges Utensil. Die gibt es im verschiedenen Ausführungen und Preisen im Handel – doch sollte eines beachtet werden: Alle Schalter und Hebel müssen einwandfrei bedient werden können und das Kontaktgefühl muss gut sein. Wer gar bei Minusgraden mobil sein will, der greift zu dick isolierten Drei-Finger-Handschuhen, die mit größerem Luftpolster wärmer halten, das Kontakt-Problem aber steigern.

    Der ADAC rät deshalb zu einer pragmatischen Lösung: „Wer einen guten gefütterten Handschuh ein klein wenig größer kauft, der kann dünne Unterziehhandschuhe aus Seide oder Kunstfasern drunter tragen.“ Die gibt es im Fachhandel von zehn Euro aufwärts. ADAC Tipp: Handschuhe und Unterzieher zusammen probieren. Die Beweglichkeit aller Finger darf nicht eingeschränkt.

    Von den Handschuh-Spezialisten werden sogar beheizte Handschuhe angeboten. Funktionell sind dabei kabellose Modelle, die per Akku in der Stulpe funktionieren, aber Preise über 250 Euro haben. Die Kombination von guten Winterhandschuhen und Heizgriffen ist allerdings besser, doch nicht für alle Motorrad-Modelle gibt es dieses Extra.


  • Elektro-Heizung fürs Bike

    Gleiches gilt für heizbare Sitzbänke, die vornehmlich beim Neukauf von Luxus-Tourern eine Option sind, aber mehr als 600 Euro kosten. Einige Zubehör-Experten bieten eine Nachrüstung der Original-Sitzbank an, was zwar ungefähr die Hälfte kostet, aber seine Zeit braucht.

    Apropos Elektro-Heizung: Das Angebot an Bekleidungsteilen von Westen über Funktionswäsche, bis zu Socken oder Nierengurten, bei denen eingelassene Drähte per Strom aus dem Motorrad-„Kraftwerk“ geheizt werden, ist groß. Eine entsprechende Weste kostet aber schon rund 3000 Euro. Um aber spätere Aha-Effekt zu vermeiden, weil die Mehrzahl der Maschinen zusätzliche „Stromfresser“ nicht verkraften, rät der ADAC zur genauen Studie des Verbrauchs in Watt und nennt als Faustregel: „Höchstens zehn Prozent Mehrbelastung kann der Lichtmaschine zugemutet werden.“

    Wer sich für dauerndes Motorradeln bei Kälte erwärmen kann, der kann auch Heizwäsche einsetzen, die an den Kühlkreislauf des Motorrads angeschlossen werden. Jacke, Hose oder ein Unterzieh-Overall werden über Wärmetauscher mit dem heißen Kühlwasser des Motors gespeist. Ein komplettes Set kommt ohne Einbaukosten allerdings auf 1000 Euro.


  • Visiere

    Besonders im Winter kann eine stets beschlagfreie Sicht zum Sicherheitsproblem werden. Es gibt zwar heizbare Visiere, die allerdings eher für Alaska und minus 40 Grad taugen. Hierzulande ist ein Pinlock-Innenvisier, das beschichtete Visiere in Punkto Beschlagfreiheit übertrifft, die richtige Wahl. Um einen zu kühlen Kopf zu vermeiden, sollten „Wintersportler“ nicht an einer guten Sturmhaube sparen. Besonders wintertauglich sind Modelle mit großflächigem Brust- und Nackenschutz, die zwischen 20 und 40 Euro kosten. Allerdings sollte stets die Nase frei sein: Wer die Luft durch feuchten Stoff atmet, schwebt in Erkältungsgefahr.


  • Frischluft muss sein
    Halskrausen mit Nacken- oder Brustschutz können vor Zugluft schützen, sollten aber nie die Luftzufuhr unter den Helm kappen. Das Phänomen der Rückatmung verbrauchter Luft ist zwar durch die verbesserten Belüftungssysteme der heutigen Helme geringer, sollte jedoch beachtet werden. Im Extremfall kann der Motorradfahrer durch den steigenden Kohlendioxidgehalt benommen werden oder gar das Bewusstsein verlieren.
  • Stiefel
    Zur Ausstattung für Winterfahrer gehört stets ein guter, wasserdichter und gefütterter Stiefel (zwischen 150 und 200 Euro) mit hohem Schaft und genügend Platz im Innern. Nicht nur, um durch die Bewegung der Zehen die Durchblutung anregen: So engen auch dickere Socken oder sogar zwei Lagen nicht ein. Damit die Füße nach diesem Prinzip warm und trocken bleiben, ist die beste Empfehlung: „Zuerst dünne Laufsocken mit hohem Kunstfaser-Anteil aus dem Sport-Fachhandel anziehen, darüber dicke Socken aus Wolle oder Synthetikgewebe, die es in Outdoor-Läden gibt.“ Mit zusammen um die 40 Euro ist die Kombination allemal günstiger als heizbare Einlegesohlen (ca. 150 Euro) oder ein Heizsystem für Stiefel (ca. 250 Euro).
  • Kombi
    In Sachen Fahrerkleidung trauern viele ältere Motorradler dem bekannten Thermoboy nach, der seinen Besitzer bei trockenem Wetter dank Teddyfutter warm hielt und durch grelles Orange für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar machte. Der Vorteil heutiger Modelle ist, dass sie neben Thermofutter durch entsprechende Membrane absolut wind- und wasserdicht sind, aber Wasserdampf nach draußen transportieren. Damit allerdings keine Nässe und Kälte nach innen gelangt, sollten „Schwachstellen“ schon beim Kauf beachtet werden. Probleme können vor allem an den Enden der Ärmel und am Kragen auftreten. ADAC Empfehlung: Labyrinth-Konstruktionen und enge Stretch-Bündchen, am besten eine Kombination daraus.

    Wer aus Sicherheitsgründen wegen der Abriebfestigkeit im Falle eines Sturzes auf seine Lederkombi schwört, der kann zu gefütterten „Überziehern“ greifen. Solch optimierte Regenkombis mit Futter kosten zwischen 50 und 90 Euro.

  • Nichts geht übers Zwiebel-Prinzip
    Für drunter ist ohne technische Hilfsmittel (siehe oben) im Winter immer noch das Zwiebel-Prinzip angesagt. Allerdings kommt es dabei aufs Material und die Reihenfolge an. Als Lage eins sollte Thermo-Unterwäsche in Funktionsfaser- oder Merino-Ausführung (zwischen 75 und 180 Euro), die keine Feuchtigkeit aufnimmt, gewählt werden. Als zweite Lage kann ein dünnes, atmungsaktives Set mit winddichter Membran (ca. 200 Euro) angezogen worden. Wer dann noch einen Fleece-Pulli unter einer Textilkombi mit Thermofutter trägt und die exponierten Knie mit speziellen Neopren-Bandagen (im Motorrad-Fachhandel ab 15 Euro zu haben) schützt, der kann die schönen Seiten des Motorradfahrens im Winter genießen.

  • Eis und Schnee?
    Der wichtigste Tipp des ADAC für ungetrübten Fahrspaß im Winter hat allerdings nichts mit der Ausrüstung und Bekleidung zu tun: Bei Schnee und Eis sollte das Motorrad auf jeden Fall in der Garage bleiben!

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