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Probefahrt


Führen Sie eine Probefahrt nur dann durch, wenn die Maschine betriebssicher erscheint und nach wie vor echtes Kaufinteresse besteht! Machen Sie sich vorsichtig vertraut mit der „fremden“ Maschine.

Grundsätzliches zur Probefahrt

  • Niemals ein Motorrad ohne eigene, eingehende Probefahrt kaufen! Bei schlechtem Wetter ggf. einen neuen Termin vereinbaren.
  • Die Probefahrt sollte auch dazu dienen, abschließend die eigene „Kompatibilität“ zu dem Motorradtyp zu ermitteln: Passt das Motorrad überhaupt zu mir? Fühle ich mich auf der Maschine wohl und sicher? Entscheiden muss natürlich die Person, die damit später überwiegend fahren will.
  • Die „ADAC-Vereinbarung über die Probefahrt mit einem gebrauchten Kraftfahrzeug“ gemeinsam (Verkäufer und Probefahrer) ausfüllen. Ein Formular dieser Vereinbarung kann unter adac.de als PDF-Dokument heruntergeladen werden.
    Legen Sie dem Verkäufer Ihren gültigen Führerschein vor und vereinbaren Sie die voraussichtliche Dauer der Probefahrt. Sie sollten mindestens 30 Minuten Zeit für die Probefahrt haben.
    In den meisten Fällen gibt sich der Verkäufer mit der Hinterlegung des Personalausweises zufrieden. Stellen Sie sich als Käufer trotzdem darauf ein, dass der Verkäufer Ihnen nur das Motorrad überlässt, wenn Sie für die Dauer der Probefahrt ein dem Wert des Motorrades entsprechendes Pfand hinterlegen. Dies ist nicht als besonderes Misstrauen Ihnen gegenüber zu werten, sondern eine Folge von Berichten, wonach Kaufinteressenten Probefahrzeuge unterschlagen haben. Im Zweifelsfall müssten Sie Ihm gegen Quittung den vereinbarten Kaufpreis als Bargeld überlassen.
Rechtslage während der Probefahrt!
Nach der überwiegenden Rechtsprechung haftet der Kaufinteressent für Schäden, die während der Probefahrt entstehen, nur dann, wenn er diese Schäden mindestens grob fahrlässig herbeigeführt hat. Bei Probefahrten mit Pkw und Motorrädern findet danach ein Haftungsausschluss für Schäden statt, die durch leichte Fahrlässigkeit entstanden sind. Für den Verkäufer bedeutet dies, dass es empfehlenswert ist, eine schriftliche Vereinbarung dergestalt zu treffen, dass Schäden an dem Motorrad, die während der Probefahrt entstehen, vom Kaufinteressenten getragen werden, sofern dieser die Schäden zumindest leicht fahrlässig herbeigeführt hat. Stellen Sie sich als kaufinteressierter Probefahrer auf ein entsprechendes Ansinnen des Verkäufers ein.
Eine Probefahrt muss nicht der Versicherung gemeldet werden.
Bei einem tatsächlich entstandenen Schaden kann der Halter (Versicherungsnehmer, Verkäufer) vom Kaufinteressenten, der den Schaden verursacht hat, folgende Schadenspositionen verlangen: Bei Haftpflichtschäden den Rückstufungsschaden, bei Kaskoschäden gleichfalls einen etwaigen Rückstufungsschaden plus die Selbstbeteiligung. Ggf. kann auch ein Nutzungsausfall für die Reparaturdauer beansprucht werden.

  • Lassen Sie sich den Kfz-Schein für die Dauer der Probefahrt aushändigen.
  • Unterwegs: Gönnen Sie sich und dem Motorrad ein paar Minuten Ruhe.
    Es hat sich bewährt, während der Probefahrt eine kurze Pause einzulegen, um mit der „neuen“, gebrauchten Maschine ungestört alleine zu sein. Dabei können nochmals einzelne, wichtige Details begutachtet werden. Sie können die Beobachtungen während der Fahrt jetzt in die Checkliste eintragen. 

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Je abwechslungsreicher die Probefahrt umso leichter wird die Kaufentscheidung.


Vor der Fahrt Reifendruck prüfen!


  • Anlassen des Motors, Anfahren
    • Ölstand kontrollieren!
      Liegt der Ölstand am unteren Limit, sollte das nachdenklich stimmen: Entweder ist es nicht Sache des Besitzers, die notwendigsten Pflege- und Wartungsarbeiten durchzuführen, oder der Motor hat einen sehr hohen Ölverbrauch. Außerdem können Sie an der Ölfarbe abschätzen, wie lange der letzte Ölwechsel zurückliegt. Je heller und transparenter das Öl erscheint, umso jünger ist es im Allgemeinen.
    • Ist der Motor warm oder noch kalt?
      Ein warmer Motor springt im Allgemeinen wesentlich besser an als ein kalter. Deswegen sollte ein warmer Motor etwas misstrauisch stimmen, da Sie die Kaltstarteigenschaften natürlich so nicht prüfen können.
    • Springt der Motor schnell und zuverlässig an?
      Wird der Anlasser nicht länger als fünf Sekunden betrieben? Der Motor sollte innerhalb dieser Zeit anspringen und sauber im Standgas laufen. Geben Sie beim Anlassen kein Gas, v.a. wenn der Choke zur Hilfe genommen wird. 
    • Während des Anlasserbetriebes: Achten Sie auf die Anlassergeräusche und die Kontrollleuchten.
      Harte mechanische Geräusche sind ungewöhnlich und nur bei wenigen großen 1-Zylindermotoren „normal“. Auch sehr laute Pfeif- und Wimmergeräusche sind ungewöhnlich. Prüfen Sie diesen Punkt nochmals später, wenn der Motor warm ist.
      Eine Anlasserdrehzahl, die während des Anlassvorganges abfällt, weist auf eine wenig belastbare, schwächer werdende Batterie oder Übergangswiderstände im Anlasserstromkreis hin. Auch Kontrollleuchten, die während des Anlassvorganges dunkler werden, deuten auf Batterieschwäche hin. Beachten Sie, dass bei einigen Maschinen während der Betätigung des Anlassers das Licht und die Kontrollleuchten ganz abgeschaltet werden (z.B. BMW).
    • Verlischt die Öldruck- und ggf. Batteriekontrollleuchte beim Anlassen sofort?
      Erlischt die Öldruckleuchte nicht sofort, Motor gleich wieder abstellen. Der Verdacht liegt nahe, dass kein ausreichender Öldruck aufgebaut wird (u.U. Ölpumpendefekt).
      Eine vorhandene Batterieladekontrollleuchte sollte im Standgas vollständig verlöschen. Glimmt diese Leuchte weiter, ist u.U. die Batterie oder die Lichtmaschine (Erregerwicklung) in einem schlechten Zustand bzw. defekt.
    • Wie hoch liegt die Standgasdrehzahl des kalten und des warmen Motors?
      Nur 1-Zylindermotoren haben im allgemeinen Drehzahlen über 1200 U/min. Motoren mit mehreren Zylindern laufen im Stand unter 1200 U/min, meist unter 1000 U/min. Ggf. Standgasdrehzahl absenken und auf harte mechanische Geräusche oder Rasselgeräusche achten, die auf eine abgenutzte Steuerkette oder einen defekten Kettenspanner hindeutet. Sprechen Sie den Verkäufer auf Ihre akustischen Beobachtungen hin an.
    • Durch Ziehen des Kupplungshebels können Sie einen lockeren, klappernden Kupplungskorb zum Schweigen bringen. Leisere Geräusche werden dann deutlicher.
      Die rein mechanischen Geräusche des laufenden Motors sind so vielfältig, dass hier keine detaillierten Hinweise auf bestimmte Mängel des Motors gegeben werden können. Es bedarf vieler Erfahrung mit dem jeweiligen Motor, um Geräuschdiagnosen zu stellen.
      Grundsätzlich gilt aber, dass harte metallische Geräusche Misstrauen verdienen. Wer Zweifel an der einwandfreien Funktion des Triebwerkes bekommt, nimmt lieber Abstand vom Kauf.
    Anfahren
    • Geht beim Anfahren die ABS-Kontrollleuchte sofort aus?

  • Motor, Kupplung, Getriebe
    • Lässt sich die Kupplung leicht betätigen und dosieren?
      Ist das Kupplungsspiel korrekt? Der Kupplungshebel sollte rund fünf Millimeter Spiel haben.
      Im Stand und laufendem Motor lässt sich bei voll gezogenem Kupplungshebel prüfen, ob die Kupplung sauber trennt. Das Motorrad darf dabei nicht „schieben“.
      Rutscht die Kupplung durch? Dies lässt sich am besten durch Beschleunigen im hohen Gang ermitteln. Die Drehzahl sollte immer proportional zu der Geschwindigkeit steigen.
    • Lassen sich die Gänge leicht einlegen und wechseln?
      Bei einigen v.a. älteren Motorradmodellen lässt sich der 1. Gang nur mit Nachdruck und entsprechendem Geräusch einlegen. Dies ist konstruktiv so bedingt, meist nicht vermeidbar und gelegentlich temperaturabhängig. Auch die Suche nach dem Leerlauf kann bei manchen Modellen mühsam sein. Erleichterung bringt meist ein geringfügiges Schließen der Kupplung. Spielen Sie ggf. mit der Kupplung.
      Bei moderneren und jüngeren Motorrädern sollten die Gänge ohne diese unangenehmen Erscheinungen einrasten. Anderenfalls besteht der Verdacht auf verschlissene oder verbogene Schaltgabeln (Reparatur meist aufwendig!).
    • Getriebegeräusche
      Wie beim Motor lassen sich die Getriebegeräusche nicht immer eindeutig einem möglichen Mangel zuordnen. Tritt hohes, deutliches Singen oder Surren nur in bestimmten Gangstufen – meist im höchsten Gang – auf, sind die zugehörigen Zahnradpaare meist abgenutzt. (Reparatur meist aufwendig).
    • Dreht der Motor auch in hohen Gängen gleichmäßig ohne Ruckeln und ohne Vibrationen aus niedrigen Drehzahlen hoch?
      Ab welcher Drehzahl ist der Motor in welchem Gang satt belastbar? Ruckelt der Motor in Zusammenarbeit mit der Kette (v.a. bei 1-Zylindern)?
      Läuft Motor in allen Drehzahlbereichen mit erträglichen Vibrationen?
      Ist dies nicht der Fall, sind zum Beispiel die Ausgleichswelle, die Antriebskette, der Vergaser und/oder die Zündung nicht korrekt eingestellt.
      Die Ursachen für unzureichende Laufruhe und schlechte Leistungsentfaltung sind vielfältig und meist schwer zu ergründen. Auch hat natürlich jede Maschine ihren eigenen Charakter. Sollten Sie trotzdem ein ungutes Gefühl haben, sehen Sie von einem Kauf ab. (s.a. Punkt Abschätzung der Motorleistung).
    • Rauch- oder Dampfaustritt am Auspuff?
      Kontrollieren Sie Rauchaustritt am Auspuff u. U. mit fremder Hilfe. Blauer Rauch unter Last, wie etwa beim Beschleunigen, weist auf verschlissene Kolbenringe hin. Blauer Rauch im Schiebebetrieb oder bei Standgasdrehzahlen weist auf undichte Ventilschaftdichtungen hin. In beiden Fällen sollten sie entweder den Kaufpreis nach unten handeln oder ganz vom Kauf Abstand nehmen. Die Reparaturkosten sind im allgemeinen hoch.
      Nach dem Start eines kalten Motors kann weißer Wasserdampf am Auspuff austreten. Dies gilt besonders für lange Auspuffanlagen (Underseat-Auspuff). Dieser Dampf sollte nach kurzer Fahrtstecke bei warmen Motor und Auspuff verschwinden.
    • Auffällige Auspuffgeräusche?
      Bei übermäßigen Auspuffgeräuschen, sollten Sie die Dichtheit des Auspuffs überprüfen oder den Besitzer nach einer Veränderung oder Umrüstung des Auspuffs fragen. Siehe auch Punkt Detailprüfungen im Stand, Auspuff, Zubehör und ABE. Bei sehr lauten Auspuffanlagen fehlen möglicherweise Teile des Endschalldämpfers.
    • Abschätzung der Motorleistung (nur mit warmen Motor)
      Auf der Probefahrt sollte möglichst auch ein Straßenabschnitt ohne Tempolimit befahren werden, um ein Gefühl für die Motorleistung im gehobenen Lastbereich zu bekommen. Dabei natürlich alle Sicherheitsvorkehrungen beachten. Sinnvoller als ein Versuch, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, ist es, den Durchzug in höheren Gängen z.B. bei der Beschleunigung von 100 auf 140 km/h zu testen.
      Sollten Sie Zweifel bezüglich der Performance der Maschine haben, können Sie die Leistung in einem ADAC-Prüfzentrum messen lassen. Die Ursachen für Leistungsmängel sind sehr vielfältig und auch von der Laufleistung des Motorrades abhängig.

  • Ketten-, Kardanantrieb
    • Kettentrieb
      Beachten Sie beim Fahren mit verschiedenen konstanten Geschwindigkeiten auf ebener Straße die Kettenschwingungen und –geräusche. Sie sind Hinweise auf falsche Kettenspannung und Kettenverschleiß. Quietsch- und Rasselgeräusche weisen auf fehlende oder falsche Kettenpflege oder fortgeschrittenen Verschleiß hin. Lassen Sie die Maschine mit gezogener Kupplung rollen. Auch dabei kann der Gleichlauf der Kette geprüft werden. Nehmen Sie bei Zweifeln weitere Prüfungen im Stand vor.
    • Lastwechselreaktionen bei Kardanantrieb
      Beachten Sie die Antriebsgeräusche und die Fahrzeugbewegung beim Lastwechsel. Bei harten mechanischen Geräuschen am Kardanantrieb (falls vorhanden) sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen. Beachten Sie zudem die Geräusche aus dem Kardanantrieb.

  • Fahrwerk, Bremsen
    • Lenkkopflager in Ordnung?
      Langsam fahren: Fahren Sie bei korrektem Reifenluftdruck mit Schrittgeschwindigkeit – so langsam wie möglich – geradeaus und in kleinen Bögen. Lenken Sie gegebenenfalls auch im Stand. Hakt die Lenkung bei leichten Ausgleichslenkbewegungen oder ist sie schwergängig, so ist das Lenkkopflager möglicherweise eingelaufen bzw. eingeschlagen oder zu fest ange¬zogen. Sprechen Sie den Verkäufer auf Ihre Beobachtungen an, und verhandeln Sie den Preis neu, oder sehen Sie vom Kauf ab, da der Austausch von Lenkkopflagern aufwendig und teuer sein kann (s.a. Prüfung im Stand/ Lenkkopflager).
    • Geradeauslauf prüfen
      Wenn die Verkehrssituation es zulässt, dann lassen Sie bei einer Geschwindigkeit zwischen 50 und 80 km/h die Lenkerenden locker (zugriffsbereit bleiben), und lassen Sie die Maschine im Leerlauf oder hohen Gang rollen. Sitzen Sie dabei mittig und möglichst gerade auf dem Motorrad. Zieht die Maschine bei mehreren Versuchen immer wieder in eine Richtung? Wenn ja, auch Prüfpunkt „Langsam fahren“ beachten. Bei starker Ausprägung dieser Erscheinung besteht der Verdacht, dass die Räder nicht fluchten, der Rahmen verbogen oder die Telegabel verspannt bzw. verbogen ist. BEI UNKLARHEITEN: NICHT KAUFEN!
      Bei dieser Geradeauslaufprüfung können Sie auch prüfen, ob Lenker im rechten Winkel zu Fahrtrichtung steht.
    • Lenkerflattern?
      Bei dem Rollenlassen des Motorrades können Sie auch prüfen, ob Lenkerflattern zwischen 90 und 60 km/h auftritt. Dazu die Lenkerenden ganz locker lassen. Vorsicht! Halten Sie immer beide Hände zugriffsbereit. Eine Hand reicht nicht, um einen stark flatternden Lenker zu beruhigen.
      Besprechen Sie mit dem Verkäufer Ihre Beobachtungen, verhandeln Sie den Preis neu, oder sehen Sie vom Kauf ab. Als mögliche Ursachen kommen viele Mängel in Frage (nicht korrekter Reifendruck, Reifen, Telegabel,…). Deswegen kann die Beseitigung dieses Übels sehr aufwendig und teuer werden. 
    • Hochgeschwindigkeitspendeln?
      Fahren Sie mit wenn möglich und erlaubt Geschwindigkeiten um 130 km/h: Achten Sie auf Hochgeschwindigkeitspendeln. Vorsicht! Sollte Hochgeschwindigkeitspendeln auftreten (etwa zwischen 110 und 140 km/h) nicht blitzartig Gas schließen, sondern bei gleichbleibender Gasstellung Hinterradbremse betätigen.
      MOTORRÄDER, DIE BEI HOHEN GESCHWINDIGKEITEN PENDELN, NICHT KAUFEN! 
    • Feder- Dämpfer-Verhalten
      Beobachten Sie die Reaktionen des Fahrwerks auf unebener Straße. Prüfen Sie besonders das Ansprechverhalten der Federelemente. Besonders die Telegabel muss auch bei geringen Unebenheiten je nach Beladung (Tankbefüllung) sensibel reagieren. 
    Bremsen
    • Wirksamkeit der Bremse
      Bremsen Sie zu Beginn der Probefahrt bei langsamer Fahrt mit beiden Bremsen vorerst vorsichtig, um ein Gefühl für ihren Charakter zu bekommen. Laufen die Bremsen frei, und quietschen sie nicht? Verändert sich die Bremscharakteristik bei mehreren Bremsungen? Einen guten Reibwert der Bremsbeläge erkennen Sie an einem spontanen Ansprechen der Bremse mit guter Verzögerung bei bereits relativ niedriger Handkraft.
      Erst nach Gewöhnung an die „neue“ Bremse sollten Sie bei entsprechender Verkehrslage (ggf. auf freien abgelegenen Platz) Bremsungen aus höheren Geschwindigkeiten (bis 80 km/h) vornehmen und gleiche Prüfungen wie bei langsamer Fahrt durchführen.
    • Vibriert die Gabel oder Lenker bei starker Bremsung
      Ungleichmäßigkeiten an der Bremsscheibe (Verformungen, unterschiedliche Reibwerte) machen sich durch Vibrationen an Gabel und Lenker bemerkbar. Meistens müssen die Bremsscheiben dann ersetzt werden.
    • Ist ein deutlicher Druckpunkt zu spüren?
      Einige ältere Bremssysteme fühlen sich konstruktionsbedingt relativ schwammig an. Beson-ders für ältere Enduros trifft dies zu. Hier kann die Erneuerung der Bremsschläuche oder deren Umrüstung auf Stahlflexleitungen Besserung bringen.
      Moderne Anlagen hingegen haben meist einen präzisen Druckpunkt. Wenn bei diesen Systemen kein deutlicher Druckpunkt spürbar wird, ist das Bremssystem nicht optimal entlüftet, undicht oder sehr frisch befüllt worden (innerhalb der letzten 100 km). Befragen Sie hierzu den Besitzer.
    • Funktioniert das ABS?
      Wenn die Bremsen mit ABS ausgerüstet sind, übersteuern Sie die Hinterradbremse bei Geschwindigkeit um ca. 40 km/h bis das ABS anspricht.

  • Motor nach der Fahrt
    • Undichtigkeit nach der Probefahrt?
      Untersuchen Sie nach der Probefahrt den Motor erneut auf Flüssigkeitsverluste an Zylinderfuß, -kopf, Ventil- und Seitendeckel, Ölablassschrauben und Ölfilterdeckel sowie Kühlsystem und Kraftstoffanlage.

  • Sonstige Funktionen
    • Funktionieren die Kupplungs- und Seitenständerzündschalter?
      Die meisten Motorräder haben eine Zündunterbrechung für Seitenständer und/oder Kupplung. Wird der Seitenständer bei eingelegtem Gang ausgeklappt, wird die Zündung unterbrochen, der Motor stirbt ab. Der Motor lässt sich nicht starten, wenn der Seitenständer ausgeklappt und ein Gang eingelegt ist.
      Vielfach lässt sich bei eingeklappten Seitenständer und eingelegtem Gang der Motor nur mit gezogener Kupplung starten.
      Nehmen Sie die Prüfungen entsprechend vorsichtig vor, damit das Motorrad nicht abrupt anfährt und außer Kontrolle gerät.
    • Funktionieren die Instrumente. Zeigen sie ruhig an?
      Bei älteren Motorrädern mit klassischer Tachowelle: Wenn die Anzeigen vibrieren, sind häufig die flexiblen Antriebswellen eingeklemmt, mit zu kleinen Radien verlegt oder schlecht geschmiert. Gelegentlich ist auch die Dämpfung der Anzeigeinstrumente defekt.
    • Kleiner Elektrik-Test
      Mängel am Ladesystem der Batterie lassen sich für gewisse Zeit vertuschen, indem die Batterie optimal geladen wird. Lassen Sie deswegen die Zündung und alle Verbraucher (Fernlicht, Bremslicht, Blinker,……) eine gewisse Zeit lang eingeschaltet. Starten Sie ggf. mehrmals den Motor im möglichst kalten Zustand, um die Batterie zu belasten. Prüfen Sie nach der Probefahrt nochmals die Helligkeit des Lichtes und der Kontrollleuchten während eines Startvorganges.
      Messen Sie die Batteriespannung wie bei der Standprüfung erläutert.

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