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Tipps zur Auswahl der richtigen Bekleidung

Kritische Prüfung vorhandener Kleidung
  • Wie alt ist die Kleidung? Manch ältere Motorradbekleidung würde bei Beachtung heutiger Ansprüche, Erkenntnisse und Erfahrungen nicht mehr den Namen "Schutzkleidung" verdienen. Sowohl die Obermaterialien als auch die Schutzpolster erfüllen bei geringen Unfallbelastungen keine wirksame Schutzfunktion mehr.
  • Wie ist der Gesamtzustand der zur Zeit benutzen und "geliebten" Motorradkluft? Bekleidung unterliegt auch ohne Unfallereignisse einem gewissen Verschleiß, besonders bei regelmäßiger oder häufiger Nutzung. Deswegen sollten besonders Nähte - vor allem an Materialkombinationen unterschiedlicher Festigkeit (Textil-Textil oder Textil-Leder) - geprüft werden. Weitere Prüfpunkte sind Reißverschlüsse (einschließlich der Befestigungsnähte), Druckknöpfe, Klettverschlüsse, Bündchen mit oder ohne Gummizug, Innenfutter (auch hier die Nähte und Taschenfutter). Lohnt eine Reparatur der festgestellten Schäden?
  • Welche Ausstattung oder Konstruktion an der vorhandenen Bekleidung war nützlich, welche hatte wenig Nutzen oder hat zumindest in bestimmten Situationen gestört (z.B. Ausformung von Krägen und Bündchen, Bedienung und Funktion von Reißverschlüssen, ungeschickt angebrachte Klettverschlüsse, Lage bestimmter Protektoren in Ärmeln und Hosenbeinen).

  • Kosten und Zeitaufwand

    • Welcher Kostenrahmen steht zur Verfügung? Welche Kleidungsstücke bedürfen eines Ersatzes? Die Investitionen in teurere Produkte macht Sinn in Anbetracht einer möglichen längeren Nutzungsdauer von Bekleidung aus besseren Materialien. Hier spielen die persönlichen Erfahrungen mit bereits genutzten Kleidungsstücken eine Rolle. Allgemein besteht eine angemessene Relation zwischen den Preisen und Qualitäten der meisten Anbieter.
    • Für die Suche nach einer passenden und für die eigenen Ansprüche geeigneten Bekleidung müssen genügend Zeit und mehrere Vergleiche unterschiedlicher Produkte, Hersteller und Händler eingeplant werden. Je klarer sich der Käufer über seine Anforderungen an die neue Kleidung bewusst wird, um so aufwendiger kann sich der Kauf gestalten. Allerdings ist auch das beste Ergebnis zu erwarten.
    • Fahrer unterschiedlicher Motorradtypen werden für jeden Typ eine eigene Bekleidung ins Kalkül ziehen. Dies bezieht sich vorrangig auf Jacke, Stiefel und Handschuhe.

  • Wahl der Qualität der Bekleidung
    • Reine Lederkombinationen als Ein- oder Zweiteiler (Sportkombis oder Tourenjacke/-Hose) Beste Abriebseigenschaften und damit bester Unfallschutz in Bezug auf Haut- und Weichteilverletzungen sowie Verschmutzung z.B. bei offenen Knochenbrüchen. Bei Rinds- oder Ziegenleder werden überwiegend Stärken von 1,2 mm bis ca. 1,4 mm verwendet. Unter 1,2 mm ist die genannte Schutzwirkung begrenzt. Strapazierfähigeres Känguruleder wird in Stärken von 1 bis 1,1 mm verarbeitet.
    • Leder-Textil-Mischungen
      Kombinationen aus Textil- und Lederobermaterialien setzen sich als Kompromiss zwischen reinen Leder- und reinen Textilbekleidungen zunehmend durch. Die Lederbestandteile decken meist die sturzgefährdeten Bereiche ab (Schulter, oberer Rücken, Ober- und Unterarme, Hüfte und Gesäß und die vollständige Beinaußenseite).
    • Reine Textilkleidung
      Zu den abriebfestesten Textilmaterialien zählen u.a. Kevlar-Fasern, Armacor, Cordura 500 bis 2000, Dynatec. Atmungsaktivität, Wasserdichtigkeit und Kälteschutz (Thermofutter) sind bei heutiger Textilkleidung selbstverständlich, bei der konkurrierenden Lederkleidung nur bei Sonderkonstruktionen möglich.

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