DruckenPDFBookmark

Tipps für Helmbenutzer

  • Moderne, hochwertige Helme "altern" deutlich langsamer als Helme früherer Baujahre. Deswegen und wegen der Anpassung der aktuellen Prüfnormen sollten keine Motorradhelme mehr verwendet werden, die nicht nach ECE R 22/05 zugelassen wurden. Zu erkennen ist dies an einem kleinen Label, das meist am Kinnriemen angenäht ist. Beginnt die Genehmigungsnummer mit 05, wurde der Helm nach der ECE R 22/05 geprüft. Das P nach dem Schrägstrich verweist drauf, dass hier ein nach Norm geprüfter Kinnschutzbügel verbaut ist. Bei regelmäßiger Verwendung des Helmes gelten im Allgemeinen fünf Jahre als angemessene Nutzungsdauer.

  • Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss an keiner Stelle ein „ECE“ oder „ECE-R 22“ stehen. Die Kennzeichnung verweist mit dem E in dem Kreis und der Prüfnummer ausreichend auf die Anwendung der Prüfnorm ECE-R 22.

  • Das Innenpolster von Helmen setzt sich bei regelmäßiger Verwendung des Helmes. Dadurch kann der ursprünglich straffe und sichere Sitz des Helmes am Oberkopf beeinträchtigt sein. Wenn möglich und vom Hersteller laut Gebrauchsanleitung so vorgesehen, sollte deswegen das Innenfutter herausgenommen und gereinigte werden. Das Futter bzw. der Schaumgummi darf dabei nicht gewrungen oder zu fest gezogen oder gepresst werden, da anderenfalls das Futter überdehnt wird nur noch unzureichend in die Helmschale passt. Unbedingt die Herstelleranweisungen beachten und im Zweifelsfall den Händler mit diesen Arbeiten betrauen. Nach der Reinigung und richtigen Montage des Futters sitzt der Helm im günstigsten Fall so straff wie beim Kauf. Sollte eine Reinigung des Innenfutters nicht ausreichen, um den festen Sitz des Helmes wieder herzustellen, muss möglicherweise das Innenfutter durch ein neues ersetzt werden.

  • Unabhängig von dem Reinigungszustand des Helmfutters sollte von Zeit zu Zeit der Sitz des Helmes und die Länge des Kinnriemens geprüft werden. Beides kann sowohl beim (schnellen) Fahren als auch bei einem Unfall entscheidend Einfluss auf die Sicherheit haben.

  • Zur Frage, wann die Schutzfunktion des Helmes durch welches Ereignis eingeschränkt sein kann, lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen machen. Wenn ein Helm allerdings bei einem Unfall beteiligt war, sollte er - unabhängig von dem äußeren Zustand - unbedingt ersetzt werden.

  • Das Visier sollte man bereits bei leichten Kratzern im Sichtbereich möglichst durch ein kratzfestes Visier ersetzen. Besonders bei Gegenlicht können verkratzte Visiere "Blindheit" verursachen.

  • Das Visier möglichst sauber halten. Auf längeren Touren empfiehlt sich dies z.B. regelmäßig bei Pausen. Dabei möglichst viel Wasser über die geschlossene Visierscheibe laufen lassen, um hartnäckige Verschmutzungen aufzuweichen und zu lösen. Auch ein nasses Papiertuch über das Visier gelegt erfüllt diese Funktion. Insekten und andere Verschmutzungen können bei Regen oder Dämmerung die Sicht stark einschränken oder sogar zu Sichttäuschen führen, besonders bei Gegenlicht.

  • Bei Fahrten auf nassen Straßen wird durch Spritzwasser vorausfahrender Fahrzeuge Schmutz auf das Visier geschleudert. Reichen die Niederschläge in dieser Situation nicht aus, diesen Schmutz wegzuspülen, sollte nicht großflächig über das Visier gewischt werden, da sonst das Visier stark verkratzt. Besser ist es den Abstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen zu vergrößern oder auch Anzuhalten um das Visier mit genügend Flüssigkeit reinigen zu können. Die Situation entschärft sich üblicherweise bei starken Regenfällen, da in dieser Situation der Schmutz weggespült wird.

  • Alle Dichtungen - besonders die Visierdichtungen - am Helm regelmäßig prüfen. Auch bei starken Niederschlägen ist es mit guten, beschlagfreien Visieren möglich, mit durchgängig geschlossenem Visier zu fahren. Visiere mit beschlaghemmender Innenbeschichtung (kein Innenvisier) benötigen für eine nachhaltige Beschlagfreiheit eine ständige wenn auch leichte Belüftung.

  • Nach langen Regenfahrten Helme gut trocknen lassen. Dabei möglichst keine Wärmequellen (Heizung) verwenden. Bleibt die Innenausstattung von Helmen über längere Zeit feucht, kann sie stocken oder sogar schimmeln und unangenehm riechen.

  • Grundsätzlich eignen sich für das Motorradfahren Brillen mit Kunststoffgläsern besser als Brillen mit Echtglas. Bei Unfällen splittert das Glas nicht oder weniger. Außerdem beschlagen Kunststoffgläser bei entsprechender Witterung meist weniger als Quarzgläser. Brillen mit weichen elastischen Bügeln sind für viele Helme nur bedingt geeignet, da sich die Brillenbügel beim Einfädeln zwischen Schläfe und Innenpolster stark verbiegen.


Weitere interessante Themen für Sie

Tests für Motorrad & Roller

Motorrad- und Roller-Tests

Elektroroller, Airbagsysteme, Helme, Motorradnavis und mehr auf dem Prüfstand des ADAC mehr

Motorradreifen

Informationen zu Reifenfreigaben und Kennzeichnungen von Motorradreifen mehr

– Reise & Freizeit –

Touren und Reisen mit Motorrad

Tipps und Highlights rund um Motorradfahren

Mehr





Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität