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"Geeignete" Helme sind Pflicht

Was genau bedeutet das?

Helm ist nicht gleich Helm. Mancher Motorrad- oder Rollerfahrer war mit einer Kopfbedeckung unterwegs, die allenfalls vor Bußgeld schützte. Daher reagierte der Gesetzgeber: Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen „geeigneten Schutzhelm“ tragen müssen. Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen „Schüsseln“ erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Zweiradpilot nicht Unfallverursacher war.

Wirklich geeignete Schutzhelme sind Modelle, die nach der in Europa einheitlichen Vorschrift geprüft sind und den ECE-Einnäher (steht für Economic Commission for Europe) am Kinnriemen oder im Futter tragen. Die aktuelle Version ist ECE-R 22.05. Von unabhängigen Institutionen werden neben Stoßdämpfung und Formstabilität auch die Reißfestigkeit des Kinnriemens geprüft und ein Abstreiftest gemacht. Auch Visiere müssen Mindestanforderungen erfüllen, um den am Visierrand eingegossenen ECE-Stempel zu bekommen.

Dennoch sind selbst normierte Helme nicht gleich – und das nicht nur in der Form. Motorradhelme werden in verschiedenen Bauarten angeboten:

  • Geschlossener Integralhelm/Full Face Helmet: klassische Bauform mit festem Kinnbügel, Kopf immer vollständig umschlossen, hat unter Motorradhelmen den größten Marktanteil
  • Klapphelm/Flip Up Helmet: wie geschlossener Integralhelm, aber mit hochklappbarem Kinnbügel, Kopf nur mit heruntergeklapptem Kinnteil vollständig umschlossen
  • Crosshelm/Off Road Helmet: geschlossen wie klassischer Integralhelm, meistens ohne Visier, alternativ Crossbrille erforderlich, mit Helmschirm
  • Jethelm/Open Face Helmet: Helm ohne Gesichtsschutz, Kopf nicht vollständig umschlossen, Gesicht frei, wird überwiegend von Rollerfahrern und Fahrern von Retro- und Classic-Bikes genutzt
  • Modularer Helm/CrossOver Helmet: Bauform kann den Anforderung entsprechend variiert werden, entsprechend wird der Kopf vollständig oder nur teilweise umschlossen, hat nur geringen Marktanteil
  • Brain-Caps: einfache Kunststoffschale mit Kinnriemen, ohne ECE-Prüfung, niedriges Schutzpotenzial, weitere Bereiches des Kopfes unbedeckt, nur für Show-Zwecke geeignet, erfüllt die Anforderungen der StVO nicht (letzter Punkt ist umstritten)

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