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Das Wechselkennzeichen kommt!

 

 

Die Bundesregierung hat einen Verordnungsentwurf zur Einführung des Wechselkennzeichens vorgelegt, der zum 01.04.2012 in Kraft treten sollte. Zwar bleiben die neuen Regelungen hinter den Erwartungen des ADAC zurück, insbesondere im Hinblick auf eine nicht erfolgte Vergünstigung bei der Kfz-Steuer. Sie sind dennoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Infos zu den wichtigsten Punkten des Wechselkennzeichens.


  • Aktuelle Meldung: Einführung verzögert sich!!!

    Die Bundesländer verzögern durch überflüssige Forderungen bei der Gesetzgebung die Einführung des Wechselkennzeichens. Insbesondere die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen fordern vom Bundesverkehrsministerium, den Verordnungsentwurf auf andere Themen auszudehnen. „Es ist unerträglich, wie hier wieder einmal politische Machtkämpfe auf dem Rücken der Autofahrer ausgetragen und diese hingehalten werden“, so ADAC Präsident Peter Meyer.

    Die Wechselkennzeichenverordnung sollte am 16. Dezember im Plenum des Bundesrates endgültig auf den Weg gebracht werden. „Die Regelung hat nur Vorteile für Verbraucher und Umwelt. Bei steigenden Energiekosten und ausgedehnten Umweltzonen schafft das für mehrere Fahrzeuge nutzbare Kennzeichen einen Anreiz, sich etwa einen sparsamen Kleinwagen für Stadtfahrten zuzulegen“, so ADAC Präsident Meyer.

    Die Verordnung, die nach derzeitigem Stand am 1. April 2012 in Kraft treten sollte, kann sich nun um mehrere Monate verzögern.


  • Für welche und wie viele Fahrzeuge gibt es ein Wechselkennzeichen?

    Ein Wechselkennzeichen kann für zwei Fahrzeuge zugeteilt werden, es darf jedoch zur gleichen Zeit nur an einem von diesen Fahrzeugen geführt werden. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge in die gleiche Fahrzeugklasse fallen und Kennzeichen gleicher Abmessungen an den Fahrzeugen verwendet werden können.

    Möglich ist das Wechselkennzeichen für:
    Klasse M1: Kfz zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz
    Klasse L: Krafträder, vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge und vierrädrige Kraftfahrzeuge bis 550 kg Leermasse, ohne Masse der Batterien bei Elektrofahrzeugen und maximaler Nutzleistung bis 15 kW
    Klasse O1: Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse

    Es ist leider nicht möglich, ein Wechselkennzeichen für einen Pkw und ein Motorrad zu verwenden oder mehr als zwei Fahrzeuge auf ein Wechselkennzeichen zuzulassen.

    Ausgeschlossen vom Wechselkennzeichen sind:
    - Saisonkennzeichen
    - Rote Kennzeichen
    - Kurzzeitkennzeichen
    - Ausfuhrkennzeichen
    Fahrzeuge mit „H-Kennzeichen“ sind hingegen für das Wechselkennzeichen zugelassen.


  • Wie ist das Kennzeichen gestaltet?

    Das Kennzeichen setzt sich zusammen aus einem gemeinsamen vorangestellten Kennzeichenteil, der mit der Zulassungsplakette am jeweils genutzten Fahrzeug angebracht wird, und einem kurzen fahrzeugbezogenen Kennzeichenteil, der mit der HU-Plakette am jeweiligen Fahrzeug montiert bleibt und die letzte Ziffer des – zusammengesetzten – Kennzeichens darstellt. Mit dieser Regelung wird gesichert, dass das Fahrzeug, mit dem am Straßenverkehr teilgenommen wird, ein vollständiges Kennzeichen führt. Das Fahrzeug, mit dem derzeit nicht am Verkehr teilgenommen wird, bleibt als Kfz mit Wechselkennzeichen identifizierbar, da auf dem fahrzeugbezogenen Kennzeichenteil auch die Buchstaben-Zahlen-Kombination des gemeinsamen Teils in Kleinschrift wiedergegeben ist.
    Als Wechselkennzeichen können einzeilige, zweizeilige und Kraftradkennzeichen ausgeführt werden. Die Ausführung eines verkleinerten zweizeiligen Leichtkraftradkennzeichens als Wechselkennzeichen ist technisch nicht möglich.


  • Darf das „ruhende“ Fahrzeug auf öffentlichen Straßen abgestellt werden?
    Ein Fahrzeug, für das ein Wechselkennzeichen zugeteilt ist, darf nur dann auf öffentlichen Straßen abgestellt werden, wenn an ihm das Wechselkennzeichen vollständig mit dem gemeinsamen Kennzeichenteil und seinem fahrzeugbezogenen Teil angebracht ist.
  • Welche Strafen drohen bei Missbrauch?
    Verstöße gegen § 8 Absatz 1a Satz 6 FZV, also der verbotene Betrieb eines Fahrzeugs ohne oder mit einem unvollständigen Wechselkennzeichen wird mit einem Bußgeld von € 50,- und 1 Punkt geahndet.
    Wird ein solches Fahrzeug nur auf einer öffentlichen Straße abgestellt, beträgt der Regelsatz des Bußgeldkatalogs € 40,- sowie 1 Punkt.
  • Wie gestaltet sich die Versicherungsprämie für das Wechselkennzeichen?
    Die Versicherungswirtschaft hat derzeit noch keine Tarife und Prämienangebote für das Wechselkennzeichen. Rechtzeitig zum Inkrafttreten der Neuregelungen ist allerdings damit zu rechnen, dass entsprechende Tarife vorliegen werden.
    Es ist davon auszugehen, dass die Prämie für beide Fahrzeuge geringer sein wird als die addierten Einzelprämien der beiden Fahrzeuge. Die ADAC Autoversicherung wird jedenfalls bei Einführung des Wechselkennzeichens einen solchen Tarif anbieten.
  • Welche versicherungsrechtlichen Konsequenzen drohen bei Missbrauch?
    Durch Ergänzung des Katalogs der Obliegenheiten in § 5 der Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung wird den Versicherungsgesellschaften eine vertragliche Obliegenheitsverletzung ermöglicht, dass ein Fahrzeug nicht ohne Wechselkennzeichen benutzt werden darf. Der Versicherer ist dann für den Fall, dass das Fahrzeug ohne Kennzeichen im öffentlichen Verkehrsraum benutzt wird und nach dem Versicherungsvertrag nicht versichert ist, gegenüber dem Versicherungsnehmer und einer mitversicherten Person nach einem Verkehrsunfall bis höchstens 5000 Euro leistungsfrei.
  • Welche Verwaltungsgebühren fallen an?
    Es entstehen je Zulassungsantrag einmalige Kosten in Höhe von rd. € 105,-.


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