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Schräglagentaugliches ABS

Ohne Kurven-ABS

Schwierig und oftmals gefährlich: Der Motorradfahrer muss in der Kurve plötzlich bremsen. Er hat jetzt mit zwei Dingen gleichzeitig zu kämpfen: dem „Aufstellmoment“, also dem Aufrichten des Motorrads, das blitzschnell durch einen Lenkimpuls korrigiert werden muss, wenn man nicht aus der Kurve fliegen möchte. Und der Gefahr eines Ausrutschers (s. oben). Die Reifen haben in der Kurve sowieso schon reichlich zu tun.
Kommt dann noch ein plötzlicher, schreckhafter Bremsversuch hinzu, kann einer der Reifen wegrutschen. Das heißt: akute Sturzgefahr.
Mit Kurven-ABS

Deutlich entspannter: Mit einem schräglagentauglichen ABS bleibt das Bike beim Bremsen in der Kurve kontrollierbar. Sensoren für Schräglage, Raddrehzahl, Beschleunigung und Bremsdruck sorgen dafür, dass nur so viel Bremskraft auf die Räder kommt, wie die Reifen in dieser Situation vertragen. Mit abnehmendem Tempo verringert sich die Schräglage; die Bremskraft an beiden Rädern wird dann automatisch erhöht.
Weil die Bremse viel sensibler einsetzt, richtet sich das Bike nicht ruckartig auf und
kann damit leichter auf Kurs gehalten werden.
Die Technik: Kurventaugliches ABS ist ein vernetztes System aus Sensoren und Bremshydraulik

1 Schräglagensensor: erfasst Bewegungen um sämtliche Raumachsen 
2 Raddrehzahlsensoren: messen die Raddrehzahl, erkennen Blockieren eines Rads 
3 Bremshydraulik mit Steuergerät: versorgt die Räder mit exakt berechnetem Bremsdruck
4 Motorsteuergerät: kann die Motorleistung blitzschnell der Notsituation anpassen
5 Vorderrad- und Hinterradbremse: Das System verteilt den Bremsdruck optimal auf beide
Räder, auch wenn der Fahrer nur eines bremst.


Der Schreck in der Kurve

Eine Notbremsung in Schräglage – die Horrorvorstellung jedes Motorradfahrers. Mit einer neuen ABS-Generation bleibt die Maschine dabei auf Kurs.

Zwei Baby-Handflächen: So klein sind die Punkte, mit denen beide Reifen eines Motorrads die Straße berühren – um immense Kräfte beim Beschleunigen, Kurvenfahren und Bremsen zu übertragen. Vor allem Letzteres lässt Gummi und Fahrer schnell an die Grenzen kommen. Die richtige Dosierung von Vorder- und Hinterradbremse – kraftvoll, aber ohne die Räder blockieren zu lassen – erfordert viel Übung, Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Das Antiblockiersystem für Motorräder, 1988 erstmals von BMW serienmäßig eingebaut, hat hier ein erhebliches Plus an Sicherheit gebracht. Allerdings kann es (bislang) seine Vorteile nur beim Bremsen in Geradeausfahrt ausspielen. Eine Notbremsung in der Kurve dagegen bleibt gefährlich, weil das System nicht „erspürt“, wie viel Bremsleistung die Reifen in Schräglage verkraften.

Besser läuft es mit der neuen, kurventauglichen ABS-Generation, die inzwischen für immer mehr Motorräder erhältlich ist. Deren Herzstück: ein hochempfindlicher Bewegungssensor, der die Schräglage des Zweirads, aber auch eine mögliche Schleuderbewegung erfasst und zeitgleich ans System meldet. Welchen Vorteil das fürs Bremsen in der Kurve bringt, beschreiben wir oben. Zoomen Sie einfach die Bilder!

Ein Film über die Wirkungsweise des neuen ABS:
  


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