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Motorrad fahren macht Frauen glücklich


In einer Anfang 2014 veröffentlichten Studie hat Harley-Davidson bewiesen, was Bikerinnen wohl schon lange wissen. Sie sind glücklicher als nicht Motorrad fahrende Frauen. Mit dieser Forschungsarbeit folgt der Motorradhersteller einem Trend: die Bikerin als Zielgruppe, egal ob für Motorräder, Trainings oder Kleidung. Die schnelle Frau ist im Kommen.


  • Studie belegt es schwarz auf weiß
    Das Marktforschungsinstitut Kelton Global hat im Auftrag von Harley-Davidson eine Studie in den USA durchgeführt. Anhand einer Stichprobe von 1.013 Motorrad fahrenden Frauen und 1.016 Frauen, die nicht Motorrad fahren, sollte herausgefunden werden, welche Pluspunkte für das weibliche Geschlecht zählen. 
    Das erstaunliche Ergebnis: Offenbar steht es bei Bikerinnen um die Emotionen im Allgemeinen und das Selbstwertgefühl im Besonderen weitaus besser als bei Nicht-Bikerinnen. Doppelt so viele gaben an, sich glücklich zu fühlen (37 Prozent der Fahrerinnen, 16 Prozent der Nichtfahrerinnen), viermal so viele fühlen sich sexy (27 Prozent der Fahrerinnen, 7 Prozent der Nichtfahrerinnen) und doppelt so viele empfinden sich als selbstbewusst (35 Prozent der Fahrerinnen, 18 Prozent der Nichtfahrerinnen). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Motorradfahrerinnen führen ihre allgemeine Lebenszufriedenheit auf das Motorradfahren zurück, und nahezu drei Viertel der Bikerinnen gaben an, dass ihr Leben bereichert wurde, als sie sich entschieden, aufs Motorrad zu steigen. 
    „Motorrad fahren ist halt einfach die ultimative Form, die persönliche Freiheit zum Ausdruck zu bringen“, erläutert Claudia Garber, Director of Women's Outreach bei Harley-Davidson. Die Studie förderte ebenfalls zutage, dass das Bike Beziehungen positiv beeinflussen kann. 60 Prozent der Fahrerinnen, aber nur 38 Prozent der Nichtfahrerinnen waren zufrieden mit der Kommunikation mit ihrem Lebenspartner. So überrascht es nicht, dass 50 Prozent der Bikerinnen extrem zufrieden in ihrer Beziehung sind. 

  • Gleichberechtigung schon vor hundert Jahren
    Schon in den Anfängen des 19. Jahrhunderts machten Frauen auf zwei Rädern auf sich aufmerksam. Das weibliche Geschlecht war zu der Zeit noch zu 100 Prozent auf die Rolle zu Hause festgelegt, und Motorradfahren in Männerkleidung kam einem Skandal gleich. Trotzdem machten sich 1915 Mutter und Tochter Hotchkiss von New York nach San Francisco auf, um sich die Weltausstellung anzusehen. Die Mutter kam im Seitenwagen allerdings eher zum Schutz der Tochter als aus Freude am Motorrad mit auf die drei Monate dauernde und 14.000 km lange Tour quer durch die USA. 
    Nur ein Jahr später, am US-amerikanischen Nationalfeiertag 1916, starteten die Schwestern Adeline und Augusta van Buren zu einer zweirädrigen Überquerung des nordamerikanischen Kontinents und wollten damit den Beweis antreten, dass Frauen sehr wohl Gleiches wie Männer schaffen können. Ihre Rekordfahrt wurde von einem medialen Feuerwerk begleitet, was nicht zuletzt daran lag, dass die Frauen sich das neueste Modell der Marke Indian ausgesucht hatten. Die Powerplus entlockte ihrem zweizylindrigen 998-Kubikzentimeter-V-Motor bis zu 18 PS. Die Reifen sponserte Firestone. Am Ende verneigte sich die Gesellschaft – nicht vor der Leistung der beiden Schwestern – sondern vor den technisch überragenden Möglichkeiten der Motorräder. 

  • Frau. Führerschein. Fahren.
    Heute sind mehr als vier Millionen Frauen in Deutschland im Besitz eines Motorradführerscheins. Im Vergleich dazu haben knapp 10,5 Millionen Männer erfolgreich die Prüfung absolviert. Interessant ist allerdings, dass die Zahl der weiblichen Führerscheinneulinge im Lauf der vergangenen Jahre zurück ging, die Zahl der Motorradneuzulassungen von Frauen allerdings rapide nach oben stieg. Genaue Zahlen dafür gibt es nicht, weil Frauen oft das auf den Partner zugelassene Bike nutzen. Fazit: Die Frauen, die einen Motorradführerschein haben, fahren auch! Meistens Kawasaki ER-6n, Honda NC 700 S oder BMW F 700 GS. Denn das waren 2013 die Top 3 der Neuzulassungen bei Frauen. Die erste Harley kommt übrigens auf Platz zehn.
    Frauen haben eine geringere Markenaffinität bei ihrem fahrbaren Untersatz als Männer, wollen dafür auf dem Bike stylisch aussehen. Die Industrie springt auf und entwickelt noch stärker spezielle Motorradbekleidung für Damen, die nicht länger eine Kopie einer männlichen Kombi ist, oder Hauptsache sexy. 2013 haben in der Altersgruppe der Frauen zwischen 25 bis 44 Jahre mehr als 13.000 Frauen in Deutschland eine allgemeine Fahrerlaubnis erhalten und stellen damit die höchste Anzahl der weiblichen Führerscheinneulinge bei Krafträdern. Eine häufig gut verdienende Altersgruppe, die seinen eigenen Weg geht und das Selbstbewusstsein auch im Ausdruck der entsprechenden Motorradbekleidung sucht. 
    Und Frauen wollen sicher fahren! Deshalb gibt es immer mehr Motorradtrainings speziell für Frauen, die lieber unter sich bleiben. Ohne Druck und Angst vor "Blamage" vor männlichen Mitfahrern werden beim Frauentraining die Kursinhalte so aufbereitet, wie Frau es sich wünscht. In den Kursen wird speziell auf frauenspezifische Problemfelder wie beispielsweise das Fahren von engen Kehren und Kurven eingegangen. 

  • Moderne Rekordjagd
    Frauen sind definitiv heute mehr als nur Dekoration im Bikini, die sich an ein Motorrad lehnen. Es gibt beispielsweise eigene Rennserien nur für Frauen, wie der Speedladies Cup, der europaweit Frauen auf die Rennstrecke gegeneinander kämpfen lässt. Die Deutsche Katja Poensgen ist eine der wenigen Frauen im GP-Sport. In der 250-cm³-Klasse wurde sie 2001 beim italienischen Grand Prix in Mugello Vierzehnte und holte WM-Punkte. Damit ist sie die einzige Frau, die jemals in dieser Klasse WM-Punkte sammelte. Übrigens: Inge Stoll ist die erste Frau, die im GP-Sport Punkte errang. Von 1952 bis 1957 nahm die Deutsche als Beifahrerin in einem Norton-Gespann an den Seitenwagen-Rennen der Motorrad-WM teil. Eines haben alle motorradfahrende Frauen sicher gemeinsam: Sie sind glücklicher als nicht motorradfahrende Frauen.

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