Prinzipien

Postfossile, klimaneutrale Mobilität

Der Megatrend Neo-Ökologie sorgt dafür, dass der Mobilitätskonsum künftig verstärkt unter Umwelt- und Ressourcengesichtspunkten stattfindet. Mehr denn je wird es in den nächsten Jahren darum gehen, die zunehmende Mobilität auf eine ökologisch tragfähige Basis zu stellen.

Neue Player und Plattform-Betreiber orientieren sich nicht nur stärker an den Bedürfnissen und Motiven der Menschen. Sie zielen vor allem auf eine effizientere Nutzung von Ressourcen und Infrastrukturen zur Fortbewegung und eine ökologische Mobilität auf Basis erneuerbarer Energien.

Die Automobilindustrie arbeitet daran, ebenso wie die Politik, die immer ernsthafter die Weichen stellt.

Dekarbonisierung wird zum grundlegenden Wirtschaftsprinzip und zum wichtigsten Treiber des Wandels in der Mobilität. 

Die politischen Rahmenbedingungen sind gesetzt: Bis spätestens 2050 müssen die Treibhausgas-Emissionen im Verkehr um mindestens 60 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden. Fossile Kraftstoffe als Energieträger im Straßenverkehr werden es angesichts immer strengerer Reglementierungen künftig sehr schwer haben. In ersten Ländern arbeitet man bereits am Abschied vom Verbrennungsmotor: Norwegen plant ab 2025 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. Langfristig werden sie auch in Deutschland zum Auslaufmodell.

Während wir hierzulande bislang erst am Beginn des postfossilen Mobilitätszeitalters stehen, wird Deutschland im Jahr 2040 mitten im Übergang dahin sein: Von Elektro- bis hin zu Wasserstoffmotoren werden dann rund 50 Prozent aller Pkw im Bestand mit alternativen Antrieben unterwegs sein (vgl. auch Shell Deutschland/Prognos 2014).

Systemwechsel hin zu emissionsneutraler Mobilität

Postfossile Mobilität hängt allerdings keineswegs allein am Auto. Möglich wird sie nur durch umfassende Veränderungen im gesamten Mobilitätsmix mit öffentlichem Verkehr, Fahrradverkehr und fußgängerfreundlichen Innenstädten. Intelligente, vernetzte Verkehrsmittelnutzung wird dafür ebenso erforderlich sein wie neue, nachhaltige Energieinfrastrukturen, ohne die Elektro- und Wasserstoffmobilität nicht denkbar sind. Elektromobilität basiert auf der Einbindung des Fahrzeugkonzeptes in eine multimodale Verkehrspraxis und der Integration in eine Welt vollständig erneuerbarer Energien.

Indem Elektrofahrzeuge zum Bestandteil des Smart Grid werden, avancieren sie zum Game Changer für die Geschäftsmodelle rund ums Auto und der Energiewirtschaft.

Denn Elektroautos sind der Beginn einer anderen Logik im Zusammenspiel zwischen Mobilität und Energie. Der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert ein intelligentes Netzmanagement über zusätzliche flexible Speicher. Die Batterien von Elektrofahrzeugen bieten sich dafür geradezu an: „Vehicle-to-Grid“ lautet die Formel der Zukunft, die Autos zu Energiespeichern werden lässt.

Nachhaltige Systemlösungen

Zur Erhaltung attraktiver und wettbewerbsfähiger Städte gewinnen schon heute öffentliche Verkehrssysteme in urbanen Mobilitätskonzepten enorm an Bedeutung. Sie werden sich allerdings stark in Richtung individueller Massenmobilität weiterentwickeln, um wirklich ökologisch nachhaltig zu funktionieren. Gerade Innovationen im Flottenbetrieb sind einer der wichtigsten Faktoren für die Durchsetzung der Elektromobilität und beschleunigen den Systemwechsel hin zu emissionsneutraler Mobilität.

So wird das Auto Teil intelligenter Verkehrssysteme. Nicht zuletzt gestalten jedoch immer mehr Kommunen ihre Städte um – mit dem Ziel einer bedarfsgerechten, an urbaner Lebensqualität ausgerichteten Verkehrsinfrastruktur, die das Auto zusehends verzichtbar macht. Mit zunehmendem Radverkehr – insbesondere auf Basis leistungs- und beschleunigungsstarker Pedelecs – stellen sich auch neue Fragen der Sicherheit und Prävention im Straßenverkehr.

Die Zukunft der Mobilität wird postfossil – vor allem deshalb, weil sie smart und multimodal sein wird.

E-Autos oder Wasserstoff?

„Wasserstoff ist das neue Öl!“ rief Dieter Zetsche, Chef von Daimler, im Jahr 2011. Es hat bis 2017 gedauert, bis Autohersteller und Industriekonzerne eine Wasserstoffallianz gegründet haben, um dem alternativen Antrieb zum Durchbruch zu verhelfen. Wasserstoff, so eine Shell-Studie, kann in Zukunft komplett aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Reichweiten von mehr als 500 Kilometer sind Standard, die Betankung dauert nur drei bis fünf Minuten, schneller als beim E-Auto.