Prinzipien

Access: Zugang statt Besitz

Die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, wandelt sich radikal. Denn individuelle Mobilität funktioniert künftig nach dem Access-Prinzip: Menschen kaufen sich den Zugang, nicht den Besitz von Mobilitätsprodukten. „Nutzen statt besitzen“ lautet die Devise, die die Logik der Fortbewegung im 21. Jahrhundert bestimmen wird. Das erfordert ganz andere Geschäftsmodelle. Die Anforderungen an die zeitliche und örtliche Flexibilität steigen ebenso wie an die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln.

Das Mobilitätsprinzip verändert auch das Verhältnis zum Auto – etwa insofern, dass Menschen sich nicht mehr verantwortlich fühlen dafür, dass es vollgetankt ist, sicher fährt etc.

Zwischen Commodity und All-Access Mobility

Treiber der Entwicklung sind neue Nutzungsgewohnheiten und die enormen Effizienzpotenziale, die im heutigen Individualverkehr schlummern und die durch digitale Vernetzung realisiert werden können. Künftig werden Kunden über Mobilitäts-Flatrates nur noch „Mobilität“ pauschal einkaufen, um sie dann genau so zu bekommen, wie sie sie je nach Situation und Standort gerade benötigen. Verschiedene Optionen in einem netzwerkartigen, informationsgesteuerten System zu integrieren ist der Schlüssel für smartes Mobilitätsdesign. „All-Access Mobility“, der völlig unbeschränkte Zugang zu einer Vielzahl unterschiedlicher Mobilitätsangebote – national, international, global –, wird zum neuen Statusmerkmal.

Digitale Vernetzung durchdringt alle Lebensbereiche, eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die dadurch geschaffen werden, prägt längst unser berufliches und privates Leben.

Digitale Services werden in Zukunft auch die Art und Weise bestimmen, wie Menschen mobil sind. Digitale Vernetzung wird Teil der Verkehrssteuerung.

Die Fülle an Carsharing-Anbietern und Plattformbetreiber wie Uber sind prominente Beispiele für neue Geschäftsmodelle, die Mobilität nach dem Access-Prinzip auf Basis von Netzwerken gestalten. Immer mehr Start-ups und Kommunen experimentieren auf diese Art mit Innovationen innerstädtischen Verkehrs.

Individualität, Einfachheit und kluge Vernetzung, die den flexiblen und umfassenden Zugang zu Mobilitätsleistungen ermöglichen, werden für die meisten Menschen immer wichtiger, wenn es um Mobilität geht. Statusrepräsentation durch Motorleistung und klassische Luxuserfahrung verliert hingegen an Bedeutung. Viel erstrebenswerter sind mobile Dynamik, Einfachheit, Bequemlichkeit, smartes Design – nicht zuletzt aber auch funktionale Zusatznutzen von Fahrzeugen: Verkehrsmittel werden zur Verlängerung des Büros, des Lebens- und Kommunikationsraums. Sie werden vom Stressort zum Mittel der Alltagsbewältigung und -integration.

Das Smartphone als digitaler Schlüssel

Es sind vor allem digitale Services, die den Verzicht auf Eigentum leichter denn je ermöglichen, ohne dass auf Komfort verzichtet werden muss. Selbstfahrende Autos lassen sich beispielsweise künftig als autonome Shuttles per App zum eigenen Standort rufen. Zunächst in Städten und Ballungsräumen verbreitet, werden bis 2040 auch Vororte und ländliche Regionen folgen.

„Always on and connected“ lautet die Devise in einer Gesellschaft, in der das Smartphone zum Alltagsbegleiter und Multifunktionstool geworden ist. Es wird auch der digitale Schlüssel, das universale Steuerungsinstrument für den zeit- und ortsunabhängigen Zugang zur multimodalen Mobilität von morgen sein.

Zugleich wird daran deutlich: Das Prinzip „Nutzen statt besitzen“ erfordert auch neue Standards, stellt veränderte Anforderungen an die Überwachung der technischen Sicherheit von Fahrzeugen, an verbesserte Zulassungsprüfungen sowie an die Qualität, Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit moderner Mobilitätsdienste.