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Was bedeutet Schadenfreiheitsrabatt?

Im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Vollkaskoversicherung erfolgt die Prämienberechnung auf der Basis der schadenfreien Jahre. Die Einstufung erfolgt in Schadenfreiheitsklassen („SF"-Klassen). Einzelheiten zum Schadenfreiheitsrabatt haben wir hier für Sie zusammengestellt


  • Fahranfänger

    Fahranfänger beginnen in der Klasse O. Unter bestimmten Voraussetzungen erfolgt bei der ADAC-Autoversicherung eine Einstufung in SF 1 („Führerschein-Starter-Paket"). 

    Wer erstmalig einen Versicherungsvertrag für eine Kfz mit amtlichen Kennzeichen abschließt und bereits seit drei Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, wird bei vielen Gesellschaften als "unechter" Fahranfänger behandelt und beginnt mit SF ½.


  • Einstufungsvoraussetzungen

    Ein Versicherungsvertrag wird jeweils dann in die nächst höhere SF-Klasse eingestuft, wenn er von Anfang bis Ende des vergangenen Kalenderjahrs ununterbrochen bestanden hatte und kein Schaden gemeldet worden war.
    Bereits die Meldung eines Schadenfalles führt im folgenden Kalenderjahr zur Rückstufung in eine ungünstigere SF-Klasse (Ausnahme  Rabattretter“,  „Rabattschutz“). Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Versicherer bereits Schadenersatzleistungen erbracht hat. Schon die Schaffung von Rückstellungen auf eventuell zu leistende Zahlungen berechtigt zur Rückstufung.
    Sollten allerdings innerhalb von drei Jahren seit der Schadenmeldung keine Leistungen zu erbringen sein, wird der Versicherungsvertrag rückwirkend so gestellt, als ob kein Schaden gemeldet wäre. Der Versicherungsnehmer bekommt auf Antrag die überbezahlte Prämie - ohne Zinsen - zurückerstattet oder die zu viel bezahlte Prämie wird mit der laufenden verrechnet.


  • Unterschiedliche SF-Klassen und Rückstufungsstaffeln

    Bei Kaskoversicherungsverträgen in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung können die Beitragssätze zu den jeweiligen SF-Klassen unterschiedlich sein. Die Voraussetzungen für die Einstufung werden dabei für beide Versicherungsarten unabhängig von einander ermittelt.  Selbst innerhalb der einzelnen Versicherungsart kommen unterschiedliche Rückstufungstabellen in Betracht. Meistens erfolgt in den höherpreislichen „Premiumversicherungen“ eine günstigere Rückstufung als zum Beispiel in der prämienmäßig günstigeren „Eco“- Versicherung.
    Ein Schaden, der über die Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert wird, führt dort zur Rückstufung. Wird die Vollkaskoversicherung nicht eingeschaltet, wird bei dieser Versicherung im darauf folgenden Kalenderjahr der Rabatt fortgeschrieben.
    Wird ein Schaden von der Teilkaskoversicherung übernommen (zum Beispiel ein Glasbruchschaden oder ein Wildschaden), muss die Rückstufung in einer ebenfalls bestehenden Vollkaskoversicherung unterbleiben. In der Teilkaskoversicherung gibt es überwiegend keine Rückstufungstabellen.


  • Unterschiedliche Selbstbeteiligungen

    Versicherungsnehmer können bei Abschluss einer Kaskoversicherung bei den meisten Versicherungsgesellschaften zwischen mehreren Selbstbeteiligungsvarianten wählen. Je höher die Selbstbeteiligung gewählt wird, desto niedriger ist die zu zahlende Prämie. 

    Auch die Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung wird angeboten.

    Jede Vollkaskoselbstbeteiligungsvariante kann in der Teilkaskoversicherung mit einer anderen Selbstbeteiligung verknüpft werden. 

    Auch die Teilkaskoversicherung kann ohne Selbstbeteiligung beantragt werden.


  • Zweitwagen
    Je nach Versicherungsgesellschaft kommen für die Einstufung eines Zweitwagens folgende Regelungen in Betracht: 
    • Einstufung in eine SF-Klasse, die besser als die Klasse O ist (oftmals SF 1)
    • Einstufung in die SF-Klasse, in der sich der Erstwagen befindet. 

    Die günstigere Einstufung des Zweitwagens wird von der Versicherungsgesellschaften meistens nur dann gewährt, wenn auch das Erstfahrzeug dort versichert ist oder wenn innerhalb eines Jahre ab Zulassung des Zweitwagens der Erstwagen bei der selben Gesellschaften versichert wird.
  • Weitere Unterschiede zwischen den Gesellschaften

    Weiter unterscheiden sich die Versicherungsangebote von Gesellschaft zu Gesellschaft in der Anzahl der Schadenfreiheitsklassen, der Rückstufungsregelung in Haftpflicht- bzw. Vollkaskofällen, sowie bei evtl. Prämienaufschlägen, die für ältere Fahrzeuge bezahlt werden müssen. 
    Aufgrund der Unübersichtigkeit des Marktes empfiehlt es sich, vor Vertragsabschluss mehrere konkrete Versicherungsangebote von unterschiedlichen Gesellschaften einzuholen, da Gesellschaften, die Rabatt gewähren, nicht immer erstrebenswert sein müssen. Die Bedingungen können ungünstiger sein, also z.B. die Rückstufungsregeln nach einem Unfall.
    Zu beachten ist insbesondere, dass manche Rabatte nur von einer Gesellschaft gewährt werden. Wer zum Beispiel den Zweitwagen bei seiner bisherigen Gesellschaft wie den Erstwagen mit einer Sondereinstufung eingestuft hat, sollte dringend überprüfen, ob die neue Versicherung ebenfalls so verfährt oder nur die tatsächlich vorliegenden und nachgewiesenen schadenfreien Jahre berücksichtigt.


  • Übertragung schadenfreier Zeiten

    Bei der Einstufung eines Versicherungsvertrages in eine Schadenfreiheitsklasse können die Dauer der Schadenfreiheit und die Anzahl der Schäden des Vertrags eines Dritten angerechnet werden. 
    Diese Möglichkeit besteht meistens nur unter folgenden Voraussetzungen:

    • der ursprüngliche Versicherungsnehmer gibt seinen Anspruch auf Berücksichtigung des bisherigen Schadenverlaufs seines Versicherungsvertrages auf,
    • der Übernehmende macht glaubhaft, dass er "nicht nur gelegentlich" zum Erwerb der schadenfreien Zeiten beigetragen hat,
    • der Übernehmende ist der Ehe- bzw. Lebenspartner des ursprünglichen Versicherungsnehmers und lebt mit diesem in häuslicher Gemeinschaft, oder ein Familienangehöriger oder eine juristische Person.

    Will der ursprüngliche Versicherungsnehmer seinerseits wieder ein Fahrzeug versichern, wird er wie ein Fahranfänger, der seit drei Jahren im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, eingestuft (meistens in SF ½).


Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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