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- Kaufberatung -

Neu ab September 2018

Diverse Gesetzgebungen bringen auch in 2018 eine Vielzahl an Neuerungen für Autofahrer mit sich. Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Änderungen.
  • Einführung des neuen Messverfahrens WLTP
    Um realitätsnähere Verbrauchsangaben zu erhalten, hat die UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) im Auftrag der EU-Kommission einen neuen Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light-Duty Test Cycle) und ein neues Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches entwickelt.

    Zur Übernahme des neuen Prüfverfahrens in das Typgenehmigungsverfahren wurde die Verordnung (EU) 2017/1151 der Kommission vom 1. Juni 2017 erlassen. Diese sieht vor, dass der neue WLTC/WLTP den bisher genutzten NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) als Grundlage zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches ablöst. Die bereits für die Typgenehmigung nach NEFZ geltenden Euro 6-Grenzwerte bleiben bestehen.

    Der neue WLTC/WLTP ist für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle seit 1. September 2017 und für die Erstzulassung aller neuen Pkw ab 1. September 2018 verbindlich festgeschrieben.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.
  • RDE – Messungen auf der Straße
    Um die Abgasemissionen im realen Fahrbetrieb besser abbilden zu können, wurden im Rahmen des europäischen Abgasgesetzgebungsverfahrens neben den Emissionsmessungen im vorgeschriebenen Typgenehmigungszyklus auf Abgasprüfständen direkte Messungen der Emissionen bei Fahrt auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions) unter Einsatz portabler Messtechnik (PEMS, Portable Emissions Measurement Systems) aufgenommen. So soll sichergestellt wer-den, dass die Automobilindustrie Abgastechniken einsetzt, die wirksam Emissionen in allen Betriebszuständen verringern.

    Drei Gesetzespakete zu RDE wurden bereits verabschiedet:

    Die Verordnung (EU) 2016/427 vom 10. März 2016 legt die Grundlagen für RDE-Messungen mit portabler Messtechnik (PEMS) fest.

    Im zweiten Paket, der Verordnung (EU) 2016/646 vom 20. April 2016, wurde ein sogenannter Übereinstimmungsfaktor (CF, Conformity Factor) für die zulässige Abweichung der realen Emissionen zum Prüfstandgrenzwert festgelegt. Bei den Stickoxidemissionen NOX beträgt er maximal 2,1 – für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. September 2017 und ab 1. September 2019 für neu zugelassene Fahrzeuge. Der – vom ADAC geforderte – Übereinstimmungsfaktor von 1,5 gilt erst ab 1. Januar 2020 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle und ab 1. Januar 2021 für neu zugelassene Fahrzeuge.

    Mit dem dritten Paket, der Verordnung (EU) 2017/1154 vom 7. Juni 2017, folgte die Festschreibung eines Übereinstimmungsfaktors (CF, Conformity Factor) für die Zahl der ausgestoßenen Partikel (PN) von 1,5 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. September 2017 sowie ab 1. September 2018 für alle neu zugelassene Fahrzeuge.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.
  • Neuer Partikelzahlgrenzwert für Otto-Direkteinspritzer
    Der bis dato im Rahmen der Euro 6-Gesetzgebung noch fehlende Grenzwert für die Partikelzahl von Otto-Direkteinspritzermotoren wurde bereits mit der Verordnung (EU) Nr. 459/2012 der Kommission vom 29. Mai 2012 festgeschrieben.

    Analog zu Dieselmotoren wurde in dieser Verordnung für Otto-Direkteinspritzmotor ein Partikelzahl-Grenzwert von 6,0*1011/km vorgeschrieben. Dieser wurde für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle ab September 2014 und für die Erstzulassung neuer Pkw ab September 2015 Pflicht. Nach Wahl des Fahrzeugherstellers gilt allerdings bis zu drei Jahre nach den genannten Zeitpunkten für Typgenehmigung bzw. Erstzulassung ein Partikelzahl-Grenzwert von 6,0*1012/km. Der „endgültige“ Partikelzahl-Grenzwert von 6,0*1011/km gilt somit erst seit September 2017 (neue Modelle) bzw. ab September 2018 (Erstzulassung).

    Für Diesel-Pkw ist der Partikelzahl-Grenzwert von 6,0*1011/km dagegen bereits seit Januar 2013 für alle Fahrzeuge (Erstzulassung) verbindlich vorgeschrieben.

  • Ende der Erstzulassungsfähigkeit von Pkw, die nach NEFZ geprüft sind
    Pkw mit Abgasnorm Euro 6b mit OBD-Norm 6-1 (Emissionsschlüsselnummer 36W), Euro 6c (Emissionsschlüsselnummer 36ZA und 36ZD), Euro 6d-TEMP (Emissionsschlüsselnummer 36ZG) und Euro 6d (Emissionsschlüsselnummer 36ZJ) mit Prüfung nach NEFZ können nur noch bis 31. August 2018 erstmalig zugelassen werden, da die Prüfung nach dem neuen Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) zum 1. September 2018 verbindlich für die Erstzulassung neuer Pkw vorgeschrieben ist.

    Für Lagerfahrzeuge (End-of-Series), die noch nach NEFZ geprüft sind, kann der Hersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt KBA eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Damit können diese noch innerhalb einer Frist von einem Jahr (bis 30. August 2019) erstmalig zugelassen werden.

  • Ende der Erstzulassungsfähigkeit von Pkw, die nach WLTP geprüft sind, aber nur die OBD-Norm Euro 6-1 erfüllen
    Pkw mit Abgasnorm Euro 6b mit OBD-Norm 6-1 (Emissionsschlüsselnummer 36BA) und Euro 6c mit OBD-Norm Euro 6-1 (Emissionsschlüsselnummer 36 AA) mit Prüfung nach WLTP können nur noch bis 31. August 2018 erstmalig zugelassen werden, da die Anforderungen zur OBD-Norm Euro 6-2 nicht nachgewiesen sind.
    Nach Einschätzung des ADAC sind keine Pkw mit diesen Emissionsschlüsselnummern auf dem Markt, da die Hersteller die Umstellung von NEFZ auf WLTP erst sehr spät mit Übergang zur Euro 6c bzw. Euro 6d-TEMP durchgeführt haben.

    Sollte es tatsächlich solche Lagerfahrzeuge (End-of-Series) geben, kann der Hersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt KBA eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Damit können diese noch innerhalb einer Frist von einem Jahr (bis 30. August 2019) erstmalig zugelassen werden.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.

  • Noch zulassungsfähige Emissionsnormen

    Ab 1. September 2018 sind nur noch Pkw mit Abgasnorm Euro 6c mit OBD-Norm 6-2 (Emissi-onsschlüsselnummer 36AD), Euro 6d-TEMP (Emissionsschlüsselnummer 36 AG), Euro 6d-TEMP-EVAP (Emissionsschlüsselnummer 36BG) und Euro 6d (Emissionsschlüsselnummer 36AJ) zulassungsfähig.

    Wesentlicher Unterschied zwischen Euro 6c (mit OBD-Norm 6-2) und Euro 6d-TEMP ist, dass bei Euro 6d-TEMP der RDE-Übereinstimmungsfaktor (CF, Conformity Factor) für Stickoxide-missionen NOX von 2,1 nachgewiesen werden muss. Im Rahmen der Euro 6c findet dieser noch keine Anwendung und dient nur für Überwachungszwecke.

    Mit der Euro 6d-TEMP-EVAP kommt ein überarbeitetes Prüfverfahren für Verdunstungsemissionen hinzu.

    Im Rahmen der Euro 6d gilt dann der RDE-Übereinstimmungsfaktor (CF, Conformity Factor) für Stickoxidemissionen NOX von 1,5.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.


  • Kfz-Steuer
    Seit 1. Juli 2009 (Erstzulassung neuer Pkw) wird zur Berechnung der Kfz-Steuer neben dem Motor-Hubraum der CO2-Wert herangezogen.

    Zum hubraumbezogenen „Sockelbetrag“ (Ottomotor: 2,00 Euro je angefangene 100 cm³ Hub-raum, Dieselmotor: 9,50 Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum) kommt der CO2-abhängige Steuerbetrag hinzu (2,00 Euro je Gramm CO2 pro Kilometer oberhalb eines steuerfreien Grenz-wertes von 95 g/km).

    Basis für die Berechnung ist der in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld V.7) eingetragene CO2-Wert (g/km).

    Zur Berücksichtigung der Umstellung der Prüfbedingungen von Abgasemissionen und Kraft-stoffverbrauch im Rahmen der Pkw-Typgenehmigung von NEFZ zu WLTP und den bereits oben erläuterten Übergangsfristen wurde das Kfz-Steuergesetz entsprechend angepasst. So sieht das „Sechste Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 6. Juni 2017“ vor, dass mit Erstzulassung ab 1. September 2018 der CO2-Wert nach WLTP bei der Berechnung der Kfz-Steuer zu Grunde gelegt wird.

    Da der WLTP-Messwert i.d.R. höher ist als der NEFZ-Wert des gleichen Modells, wird die Kfz-Steuer bei Erstzulassung eines Fahrzeuges ab 1. September 2018 höher sein als für Fahrzeuge des gleichen Modells, die vor diesem Stichtag zugelassen wurden.

    Für Lagerfahrzeuge (End-of-Series), die nach NEFZ typgenehmigt wurden und die ab 1. September 2018 noch mit Ausnahmegenehmigung bis 30. August 2019 erstmalig zugelassen werden können, wird weiterhin der CO2-Wert nach NEFZ für die Steuerbemessung verwendet.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.

  • Tachomanipulation
    Im Rahmen der europäischen Emissionsgesetzgebung (Verordnung (EU) 2017/1151 vom 1. Juni 2017) wurden begrüßenswerte Regelungen zum Schutz gegen Tachomanipulation aufgenommen. Diese verpflichten die Automobilhersteller, wirkungsvolle Maßnahmen in der Fahrzeugelektronik vorzusehen, um die Fälschung des Kilometerstands zu verhindern. Dazu müssen die Hersteller systematische Techniken zum Schutz gegen unbefugte Benutzung sowie Schreibschutzvorrichtungen anwenden, die die Integrität des Kilometerstands sichern. Gleichzeitig wer-den die Typgenehmigungsbehörden verpflichtet, Verfahren zu genehmigen, die einen ausreichenden Schutz gegen Manipulation bieten. Im Rahmen ihres Antrags auf EG-Typgenehmigung eines Fahrzeugs müssen Automobilhersteller auch eine Beschreibung der getroffenen Maßnahmen zur Verhinderung eines unbefugten Eingriffs oder einer Veränderung am Kilometerzähler vorlegen.

    Diese Regelungen sollen sicherstellen, dass seit 1. September 2017 die Automobilhersteller bei allen neuen Fahrzeugmodellen die Kilometerstände im Fahrzeug wirkungsvoll schützen und eine Beschreibung der getroffenen Maßnahmen der Typgenehmigungsbehörden vorlegen. Ab 1. September 2018 gelten die gleichen Regelungen für alle neuen erstzugelassenen Fahrzeuge.

    Ausführliche Informationen finden Sie hier.

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