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Fahrzeug von Privat


Häufig verleihen oder vermieten Privatleute ihr Fahrzeug. Dies geschieht einfach „per Handschlag" ohne schriftliche Vereinbarung. Daher werden Allgemeine Geschäftsbedingungen – im Gegensatz zur gewerblichen Automiete – in der Regel nicht verwendet.   

Tipp: Der ADAC hat für Sie eine Checkliste zur Übernahme eines Mietfahrzeuges vom Autovermieter zusammengestellt, die Ihnen auch bei der Anmietung von Privat nützliche Tipps gibt und die Sie sich als PDF Dokument herunterladen können.


Checkliste für Buchung eines Mietwagens, PDF 79 KB

Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, PDF 68 KB


  • Unterschied Miete/Leihe

    Fahrzeugmiete liegt vor, wenn für die Fahrzeugsüberlassung ein Entgelt vereinbart wird. Bei kostenloser Überlassung des Fahrzeugs liegt hingegen eine Leihe vor. Je nachdem, ob Miete oder Leihe vereinbart wurde, greifen entweder die Regeln des Miet- oder des Leihvertragsrechts. Vertraglich sollten Sie einige Punkte festhalten.


  • Miete - Gesetzliche Regelungen
    Der Vermieter hat das Kfz in einem "zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und es während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten", § 535 BGB. Ist das Kfz "erheblich mangelhaft", kann der Mieter die Zahlung des Mietpreises für die Zeit, in welcher der Mangel besteht, verweigern, § 536 BGB. 

    Der Mietvertrag läuft für die Zeit, die in dem Mietvertrag vereinbart wurde. Ein spezielles Kündigungsrecht kann im Mietvertrag vereinbart werden. Der Vermieter muss grundsätzlich die sog. Erhaltungskosten tragen - also z. B. Reparaturen am Fahrzeug, die auf den allgemeinen Zustand des Fahrzeugs zurückzuführen sind. Eine Haftung des Vermieters kommt bereits bei leichter Fahrlässigkeit in Frage.


  • Klärungsbedürftige Punkte im Mietvertrag

    Klärungsbedürftige Punkte im Mietvertrag sind:

    • Höhe des Entgelts 
    • Möglichkeit zur Kündigung für beide Parteien 
    • Dauer der Überlassung des Fahrzeugs 
    • Übernahme der Nebenkosten (Betriebskosten, Kraftstoff usw.) 
    • Frage der Berechtigung des Führens eines Kraftfahrzeugs (wer soll berechtigt sein; Führerschein zeigen lassen!) 
    • Versicherungsschutz (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung; Selbstbehalt) 
    • Vorgehensweise und Kostentragungspflicht bei Reparaturen   

    Dies alles sollte schriftlich festgehalten werden mit Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien. Jede Vertragspartei sollte ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages erhalten. 

    Achtung: Formuliert einer der Vertragspartner diese Regelungen allein vor und unterschreibt der andere, kann es sich um Allgemeine Geschäftsbedingungen handeln. Diese können, wie bei der gewerblichen Miete unwirksam sein, wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen oder die andere Vertragspartei unangemessen benachteiligen (zum Beispiel verschuldensunabhängige Haftung).


  • Leihe - Gesetzliche Regelungen

    Der Verleiher muss nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Kfz einstehen. Nur wenn er von einem Mangel weiß und diesen dem Entleiher bewusst verschweigt, kann der Entleiher Schadensersatz fordern, sofern dem Entleiher dadurch ein Schaden entstanden ist. Der Verleiher haftet nur dann, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Die Erhaltungskosten des Fahrzeugs trägt der Entleiher. Schließlich ist der Verleiher berechtigt, den Leihvertrag (fristlos) zu kündigen, wenn er "infolge eines nicht vorhergesehenen Umstandes der verliehenen Sache bedarf“.

    Hier geht es zum ADAC Musterleihvertrag


  • Haftung für Schäden
    Bei einem fremd verschuldeten Unfall ist die Haftungsfrage eindeutig: Hier muss die gegnerische Haftpflichtversicherung alle Schäden übernehmen, die am Fahrzeug und an anderen Gegenständen, die im Fahrzeug waren, entstanden sind.

    Bei einem vom Mieter verschuldeten Betriebsschaden (z. B. Fahrer vergisst beim Schalten auszukuppeln und beschädigt hierdurch das Getriebe) wird in aller Regel der Mieter auch hierfür aufkommen müssen. Die Kaskoversicherung kommt für derartige Schäden nicht auf (§ 12 der Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung).

    Für einen vom Mieter verschuldeten Unfallschaden kann der Vermieter Ersatz verlangen. Besteht eine Vollkaskoversicherung kann diese für den Fahrzeugschaden in Anspruch genommen werden. Der Mieter ist dann nur noch für einen etwaigen Selbstbehalt und den Rückstufungsschaden in der Versicherung verantwortlich. Dasselbe gilt für Schäden, die durch Diebstahl, Hagel usw. am Fahrzeug verursacht worden sind. Manche Vollkaskoversicherungen enthalten einen Leistungsausschluss bei vorsätzlicher Schadensverursachung. In diesem Fall muss der Mieter dem Vermieter voll Schadensersatz leisten. Besteht kein Vollkaskoschutz, haftet der Mieter auch schon bei einfacher Fahrlässigkeit voll für den eingetretenen Schaden.

    Achtung: Wenn der Mieter aber beispielsweise in betrunkenem Zustand einen Unfall verursacht, dann wird zwar die Haftpflichtversicherung an den Geschädigten Schadensersatz zahlen. Der Mieter als Fahrer muss jedoch damit rechnen, von der Versicherung bis maximal 5.000,- € in Regress genommen zu werden. Bei grober Fahrlässigkeit des Mieters (z. B. Einnahme von Alkohol, Drogen oder Medikamenten vor Fahrtantritt) darf die Kaskoversicherung – soweit sie einen Ausschluss für diese Schäden in ihren Bedingungen verankert hat - die Leistung nicht mehr gänzlich verweigern, sondern nur entsprechend der Schwere der Schuld kürzen.

    Der Entleiher haftet für alle Schäden, die er verursacht. Anders verhält es sich bei den sog. "Gefälligkeitsfahrten", also beispielsweise dann, wenn der Halter zuviel getrunken hat und einen anderen bittet, ihn nach Hause zu fahren oder wenn er jemanden bittet, Besorgungen mit seinem Auto zu machen.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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