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Verkauf eines Fahrzeuges nach Österreich / Umzug nach Österreich

Die Mitnahme oder der Kauf/ Verkauf eines gebrauchten Fahrzeuges ist innerhalb der EU kein Zoll- und Mehrwertsteuervorgang mehr.


Nur für Neufahrzeuge besteht innerhalb der EU eine mehrwertsteuerliche Sonderregelung. Demnach ist die Mehrwertsteuer nicht im Kaufland zu zahlen, sondern erst dort, wo der Halter/Benutzer seinen „gewöhnlichen Wohnsitz“ hat und das Fahrzeug erstmals regulär zulässt (Bestimmungsland). Im steuerlichen Sinne gilt ein Fahrzeug als neu, dessen Erstzulassung noch keine 6 Monate zurückliegt oder welches noch keine 6000 km gefahren wurde. Als gebraucht gilt es folglich erst dann, wenn beide Kriterien erfüllt sind.


Nach dem Territorial- oder Wohnsitzprinzip besteht die Verpflichtung ein Fahrzeug dort zuzulassen und zu versteuern, wo sein Halter/Benutzer seinen hauptsächlichen Wohnsitz hat. Dies ist üblicherweise der Ort, wo man sich mehr als 185 Tage im Jahr aufhält und der Lebensmittelpunkt befindet. Personen, die einen Wohnsitz in Österreich haben oder dort einen gründen, müssen die Ummeldung des Fahrzeuges innerhalb von einem Monat nach der Einfuhr bzw. Wohnsitznahme beantragen. 


Eine notarielle Beglaubigung des Kaufvertrages ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben, kann aber von der österreichischen Zulassungsstelle im Zweifelsfall verlangt werden. 



  • Überführung

    Im Rahmen eines Umzuges kann die Überführung des Fahrzeuges mit dem regulären deutschen Kennzeichen erfolgen. Allerdings muss das Fahrzeug dann nach der Überführung bzw. Ummeldung noch nachträglich in Deutschland abgemeldet werden. Um dies zu vermeiden, kann auch ein Ausfuhrkennzeichen verwendet werden.

    Wenn das Fahrzeug verkauft wird, sollte es mit dem deutschen Ausfuhrkennzeichen überführt werden. Das Ausfuhrkennzeichen wird vom Straßenverkehrsamt/ Zulassungsstelle ausgegeben. Dazu muss die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief), ggf. die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und der Nachweis einer speziellen Kfz-Kurzhaftpflichtversicherung vorgelegt werden. Diese Versicherung ist in jeder ADAC-Geschäftsstelle erhältlich. Voraussetzung für die Erteilung des Kennzeichens ist eine noch gültige Prüfplakette (HU).

    Die Überführung des Fahrzeuges von Deutschland nach Österreich wäre auch mit einem Kurzzeitkennzeichen möglich.
  • Zulassung

    Die Kfz-Zulassungsstellen werden in Österreich von den Kfz-Versicherern betrieben. Die Anschrift der nächstgelegenen Zulassungsstelle finden Sie unter www.vvo.at.


  • Fahrzeuge mit EG-Übereinstimmungsbescheinigung

    Die EG-Übereinstimmungsbescheinigung ist eine in allen Ländern der EU geltende Betriebserlaubnis, die seit 1997 für alle Neuwagen die nationale Betriebserlaubnis ersetzt und für alle seitdem auf dem Markt befindlichen Modelle vorliegt. Populärere Bezeichnungen sind CoC (Certificate of Conformity), EU-Typgenehmigung oder EU-Zertifikat. Sollte diese Bescheinigung nicht auffindbar sein, müsste sie beim Hersteller oder Generalimporteur angefordert werden.

    Für die erstmalige Zulassung eines Fahrzeuges ist es unumgänglich, dass dessen technische Daten in der österreichischen Genehmigungsdatenbank eingetragen sind. Für Fahrzeuge mit EG-Übereinstimmungsbescheinigung erfolgt dies im Regelfall bereits durch den Generalimporteur. Sind die Daten eingetragen, so kann der Auszug aus der Datenbank als Genehmigungsnachweis für die Zulassung verwendet werden.

    Ist kein Eintrag, aber eine EG-Übereinstimmungsbescheinigung vorhanden, muss zuerst die Eintragung, z.B. durch den Landeshauptmann (Kfz Prüfstelle) erfolgen. Die Kosten (ca. 180 Euro) für die Eintragung in die Genehmigungsdatenbank muss der Fahrzeugeigentümer selbst tragen. Für die bloße Eintragung in die Genehmigungsdatenbank ist keine Vorführung des Fahrzeuges notwendig.


  • Fahrzeuge ohne EG-Übereinstimmungsbescheinigung

    Für diese Fahrzeuge muss eine Einzelgenehmigung bei der zuständigen Typisierungsstelle (Kfz Prüfstelle) der Landesregierung beantragt werden, welche dann die Eintragungen in der Genehmigungsdatenbank vornimmt.

    Achtung: Ein Anspruch auf Genehmigung besteht hier nicht! Deshalb sollten Sie unbedingt vor der Überführung mit der zuständigen Typisierungsstelle Kontakt aufnehmen und klären, ob eine Genehmigung des Fahrzeuges in Österreich noch möglich ist bzw. welche Nachweise/ Unterlagen konkret erforderlich sind. Das gleiche gilt bei Oldtimern und im Ausland einzelgenehmigten Fahrzeugen!


  • Normenverbrauchsabgabe (NOVA)

    Vor der erstmaligen Zulassung des Fahrzeuges muss die NOVA abgeführt werden. Der Zahlungsnachweis ist für die Erteilung des Kennzeichens notwendig! Diese Regelung gilt sowohl für neue als auch gebrauchte Fahrzeuge und auch im Rahmen eines Umzuges. 


    Die Anmeldung und Bezahlung muss beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt erfolgen. Unter folgendem Link finden Sie die nächstgelegene Dienststelle: http://dienststellen.bmf.gv.at .


    Für die Berechnung der NOVA ist das Datum der Erstzulassung des Fahrzeuges maßgebend und die Wertentwicklung des Fahrzeuges entsprechend zu berücksichtigen. Somit gilt die Regelung, die im Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung des Fahrzeuges anzuwenden gewesen wäre. 


    Aufgrund der mittlerweile sehr umfangreichen Regelungen zur Berechnung der NOVA kann nachfolgend nur ein kleiner (aber nicht vollständiger) Überblick dargestellt werden. 


    Ausführliche Informationen zur Berechnung der NOVA, Ersatzformeln, der jeweiligen Bonus-Malus-Regelungen und das Antragsformular „NOVA 2“ finden Sie auf der Internetseite des BMF unter www.bmf.gv.at .


    Auch der österreichische Automobilclub (ÖAMTC) stellt auf seiner Internetseite ausführliche Informationen zur NOVA zur Verfügung: www.oeamtc.at


    Fahrzeugzulassung vor dem 01.03.2014:
    Die NOVA wird als Prozentsatz auf den (Netto-) Fahrzeugwert (z.B. Eurotax-Bewertung), abhängig vom Durchschnittsverbrauch nach MVEG-Norm aufgeschlagen. Der Höchstsatz beträgt 16 Prozent. 

    Die Formel für die Berechnung des Grundbetrages lautet: 

    • Benzin-Pkw/Kombi: (MVEG-Verbrauch – 3 Liter) x 2 = %-Satz
    • Diesel-Pkw/Kombi: (MVEG-Verbrauch – 2 Liter) x 2 = %-Satz
    • Motorräder: (Hubraum in ccm minus 100) x 0,02 = %-Satz

    Bonus-Malus-Regelung
    Kfz-Zulassung vor dem 01.07.2008 keine Bonus-Malus-Regelung. 


    Beispiel für Bonus-Malus-Regelung - CO2
    Kfz-Zulassung ab dem 01.01.2013:

    • bis 120g CO2/km: 300 Euro
    • 120 – 150g CO2/km: keine Änderung
    • ab 150g CO2/km: für jedes weitere Gramm zusätzlich 25 Euro Malus und
    • ab 170g CO2/km: für jedes weitere Gramm zusätzlich 50 Euro Malus und
    • ab 210g CO2/km: für jedes weitere Gramm zusätzlich 75 Euro Malus

    Bonus-Malus-Regelung - NOx bzw. Partikel und Alternativantriebe 

    • Benziner: max. 60mg NOx/km: 200 Euro Bonus 
    • Diesel: max. 80mg NOx/km & Partikel-Ausstoß max. 0,005g/km: 200 Euro Bonus bei Partikel-Ausstoß über 0,005g/km: 300 Euro Malus 

    Der Bonusbetrag ist auf insgesamt max. 500 Euro begrenzt. Malusbeträge sind unbegrenzt. 


    Die genannten Beträge enthalten keine Mehrwertsteuer. Für die Errechnung der Gesamtbelastung müssen daher zur NOVA noch 20% dazugerechnet werden. 


    Erstzulassung ab dem 01.03.2014:

    • Motorräder: (Hubraum in ccm minus 100) x 0,02 = Steuersatz Höchstsatz: 20 % (Hubraum unter 125 ccm: Steuersatz = 0%)
    • Pkw/Kombi: (CO2–Emissionen in g/km - 90) / 5 = Steuersatz Höchstsatz: 32 Prozent 

    Bonusregelung

    • 2015: für alle Fahrzeuge 400 Euro - bei alternativen Antrieben z.B. Hybridfahrzeuge bis zu 600 Euro
    • 2016: für alle Fahrzeuge 300 Euro (Die Berechnung kann zu keiner Steuergutschrift führen!)

  • Kfz-Steuer

    Zusätzlich zur Kfz-Haftpflichtversicherungsprämie inkl. Versicherungssteuer wird die „Motorbezogene Versicherungssteuer“  für fast alle Fahrzeuge bis 3,5 t erhoben. Der Steuersatz ist abhängig von der Fahrzeugart und vom Zeitraum für den die Versicherungsprämie geleistet wird (monatliche, vierteljährliche, halbjährliche oder jährliche Prämienzahlung).


    Weitere Informationen zur "Motorbezogenen Versicherungssteuer" finden Sie auf der Internetseite des BMF - www.bmf.gv.at .


  • Abmeldung
    Wenn das Fahrzeug mit regulärer deutscher Zulassung nach Österreich überführt und dort umgemeldet wurde, behält die österreichische Zulassungsstelle üblicherweise die deutschen Kennzeichen, den Fahrzeugschein und -brief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) ein und schickt eine Bestätigung der Ummeldung an das deutsche Kraftfahrtbundesamt. Versichern Sie sich trotzdem, dass dies auch wirklich geschieht, denn sonst müssten Sie sich die Kennzeichen und Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) zurückgeben lassen, um das Fahrzeug selbst in Deutschland abmelden zu können. Ihren Kfz-Versicherer sollten Sie in jedem Fall selbst benachrichtigen.

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