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Vertragsschluss im Internet


Verträge über das Internet schließen – das geht schnell, ist praktisch und einfach. Doch es gibt auch Fallstricke, die Sie kennen sollten, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zum Vertragsschluss im Internet. 


Benutzen Sie auch die Checkliste mit wichtigen Tipps für den 

Kauf per Mausklick  PDF, 65 KB.


  • Kauf oder nur Information?
    Viele potentiellen Autokäufer nutzen das Internet nur zur Information, der eigentliche Kauf wird jedoch in der Regel noch konventionell – außerhalb des Netzes abgewickelt. D. h. der Kunde kauft direkt beim Händler oder erhält den Kaufvertrag zur Unterzeichnung zugesandt. In diesem Fall liegt kein rein virtueller Kauf vor. Dies hat für Sie den Vorteil, dass es später keine Beweisprobleme gibt, ob ein Kaufvertrag tatsächlich geschlossen wurde.

  • Wann kommt es zum Vertragsabschluss im Internet?

    Im Internet kommt ein Vertrag wie auch im normalen Geschäftsleben durch Angebot des Verkäufers und Annahme des Käufers zustande. D. h. Verkäufer und Käufer bekunden durch sogenannte Willenserklärungen, dass sie sich vertraglich binden wollen. Diese Willenserklärungen können mündlich, schriftlich oder – beim virtuellen Vertragsschluss - per E-Mail abgegeben werden. Auch per E-Mail über das Internet geschlossene Verträge sind deshalb rechtlich bindend!


  • Wie kann der Vertragsschluss im Streitfall bewiesen werden?

    Beim Vertragsschluss im Internet sind Käufer und Verkäufer nicht gleichzeitig anwesend, sondern geben Angebot und Annahmeerklärung per E-Mail zu verschiedenen Zeitpunkten ab. Kommt es zum Streit darüber, ob ein Vertrag zustande gekommen ist, muss deshalb nachgewiesen werden, dass die Willenserklärung der einen Partei die andere Partei auch tatsächlich erreicht hat, d.h. dass sie "zugegangen" ist.

    Als Zugangsnachweis kann bei einer E-Mail eine (elektronische) Empfangsbestätigung dienen. Liegt eine solche vor, spricht das dafür, dass der Absender die strittige Willenserklärung auch tatsächlich abgegeben hat. Sie sollten aber - gerade wenn es wie beim Autokauf um größere Geldbeträge geht – oder wenn keine Empfangsbestätigung der Gegenseite vorliegt, den Vertragsschluss zusätzlich per Fax oder Brief zu bestätigen.


  • Welche Folgen haben Vertippen oder Computerfehler?
    Wer sich vertippt oder versehentlich eine Fahrzeugbestellung per E-Mail abschickt, kann seine "Willenserklärung" anfechten. Das bedeutet, dass der Vertragsschluss nichtig ist. Diese Anfechtung muss jedoch unverzüglich erfolgen, nachdem der Fehler erkannt wurde. Es empfiehlt sich deshalb in diesen Fällen, möglichst sofort per E-Mail auf den Fehler hinzuweisen.
    Auch eine fehlerhaft übermittelte Willenserklärung kann u. U. angefochten werden, wenn z. B. bei einer nicht erkannten Formeländerung in der Software des Providers, ein falscher Preis übermittelt wird.
  • Ist der Vertragspartner Verkäufer oder Vermittler?
    Häufig tritt der Betreiber einer Internetseite lediglich als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer auf. Möchten Sie Ansprüche wegen Lieferproblemen, mangelhafter Ware oder Falschlieferungen geltend machen, müssen Sie sich aber an den Verkäufer direkt wenden – nicht an den Vermittler. Eine Haftung des Vermittlers ist nur denkbar, wenn er Ihre Angaben nicht bzw. falsch weitergeleitet hat oder vertraglich ausdrücklich zusichert, dass er z. B. für die Einhaltung des Liefertermins "garantiert". 
  • Gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Verkäufers?
    Streit gibt es häufig um die Frage, inwieweit der Käufer die AGB des Verkäufers akzeptieren muss, d.h. ob sie Vertragsbestandteil geworden sind. Grundsätzlich muss der Verkäufer auf seine AGB hinweisen und dem Kunden die Einsicht ermöglichen. Für die Verwendung von AGB im Internet bedeutet dies, dass sie so auf der Homepage platziert werden müssen, dass sie für den Käufer deutlich sichtbar sind und er sie vor Vertragsschluss lesen kann. Muss der Käufer die AGB also erst auf der Internetseite suchen, werden sie nicht Vertragsbestandteil und der Verkäufer kann sich später nicht auf sie berufen.
    Lesen Sie sich die AGB Ihres Vertragspartners genau durch, bevor Sie unterschreiben! 
  • Kann ich den Vertrag widerrufen?

    Sie haben als Verbraucher bei einem Vertragsschluss über das Internet ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, das mit Übergabe des Fahrzeuges an Sie zu laufen beginnt. Allerdings steht Ihnen dieses Widerrufsrecht nur dann zu, wenn es sich bei dem Anbieter um einen Händler handelt. Kaufen Sie von einer Privatperson, gibt es kein Widerrufsrecht. Im Falle einer fehlenden oder nicht korrekten Widerrufsbelehrung verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-Tages-Frist um weitere 12 Monate.
    Als Verbraucher müssen Sie den Widerruf gegenüber dem Händler erklären (z. B. per Brief, Telefax, E-Mail). Die bloße Rückgabe des Fahrzeuges reicht dafür nicht aus.


  • Wann gilt das deutsche Recht?
    Im Internet trifft der Kunde auf ausländische und inländische Anbieter von Neu- und Gebrauchtwagen. Befindet sich der (Firmen)Sitz des Internethändlers im EU-Ausland, bestimmen EU-Vorschriften verbraucherfreundlich, dass Sie sich als privater Käufer auf deutsches Recht berufen können, wenn die Tätigkeit des Händlers auf irgendeine Weise auf Deutschland ausgerichtet ist (z. B. deutschsprachige Homepage mit Kfz-Angeboten, deutscher Mobilfunknummer und internationaler Vorwahl). Der Autohändler kann aber, z. B. in seinen AGB, mit Ihnen eine sogenannte Rechtswahlvereinbarung treffen, wonach das Recht des Mitgliedstaates, in dem der Händler seinen Firmensitz hat, zur Anwendung kommt. Aber: Trotz der Rechtswahl dürfen Ihnen Ihre Verbraucherschutzrechte nicht entzogen werden, wenn die Rechtswahlvereinbarung deutschem Recht widerspricht; in diesem Fall können Sie sich auf das für Sie vorteilhaftere deutsche Recht berufen.
    Bitte überprüfen Sie vor Vertragsschluss die AGB des Internetverkäufers genau auf eine mögliche Rechtswahlvereinbarung.
    Außerhalb der EU wird regelmäßig das Recht zur Anwendung gelangen, in dem der Unternehmer seinen Sitz hat.

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Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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