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Tipps für Internetauktionen

 

Wer möchte nicht gerne bequem am Computer sein Traumauto zum Schnäppchenpreis ersteigern? Virtuelles Einkaufen hat aber auch seine Tücken. Ob Sie Anbieter oder Bieter sind – wir haben für Sie die wichtigsten Fragen zu Auktionen im Internet beantwortet.


  • Ist das höchste Gebot bindend?

    Der BGH hat in seiner Grundsatzentscheidung vom 07.11.2001 (Az.: VIII ZR 13/01) klar festgestellt, dass bei Internetauktionen rechtsverbindliche Verträge geschlossen werden. Bieten Sie bei einer Internetauktion also keinesfalls "zum Spaß" mit, da Sie - falls Sie das Höchstgebot abgegeben haben - zur Abnahme und Zahlung der ersteigerten Sache verpflichtet sind.

    Das gleiche gilt für Sie als Anbieter, wenn das Höchstgebot nicht Ihren Erwartungen entspricht. Sie können als Anbieter nicht die Herausgabe der Sache verweigern, weil Sie von einem erheblich höheren Gebot ausgegangen sind. Wollen Sie das vermeiden, bleibt nur die Möglichkeit, ein entsprechend hohes Mindestgebot anzugeben, was dann jedoch - zumindest bei ebay - zu höheren Gebühren führt.


  • Habe ich ein Widerrufsrecht?

    Sie haben als Verbraucher bei einem Vertragsschluss über das Internet ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, das mit Übergabe der ersteigerten Ware an Sie zu laufen beginnt. Allerdings steht Ihnen dieses Widerrufsrecht nur dann zu, wenn es sich bei dem Onlineanbieter um einen Händler handelt. Ersteigern Sie von einer Privatperson, gibt es kein Widerrufsrecht. Im Falle einer fehlenden oder nicht korrekten Widerrufsbelehrung verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-Tages-Frist um weitere 12 Monate.
    Als Verbraucher müssen Sie den Widerruf gegenüber dem Händler erklären (z. B. Brief, Telefax, E-Mail). Die bloße Rückgabe oder Rücksendung der Ware reicht dafür nicht aus.


  • Ist der Vertragspartner auch der tatsächliche Inhaber des Accounts?

    Immer wieder hört man in der Presse, dass sich Hacker in fremde ebay-Konten einloggen und für den tatsächlichen Inhaber des Kontos für beträchtliche Summen Gegenstände ersteigern. Der Inhaber erkennt meist erst viel später, dass er angeblich diese Dinge ersteigert haben soll. Nach der herrschenden Rechtsprechung trifft hier jedoch den Anbieter die Beweislast dafür, dass der tatsächliche Inhaber des Accounts auch das Gebot abgegeben hat.

    Um Ihr Konto vor Missbrauch durch andere zu schützen, sollten Sie auf jeden Fall ein kompliziertes Passwort aus Buchstaben (klein und groß), Zahlen und Sonderzeichen wählen. Der Name des Hundes oder das Geburtsdatum sind leicht geknackt.


  • Wie zahle ich sicher?
    Die meisten Anbieter in den Auktionsplattformen sind sicherlich als seriös zu bezeichnen. Es gibt jedoch immer wieder schwarze Schafe.

    In der Regel bezahlen Sie als Bieter nach Erhalt des Zuschlages, der Verkäufer fordert Sie zur Überweisung des Betrages auf. Dies ist die gängige Zahlungsweise bei Internetauktionen.

    Gerade bei größeren Beträgen sollten Sie sich aber dringend hinsichtlich der Identität des Anbieters Klarheit verschaffen. Denn immer wieder kommt es vor, dass die Ware nicht bzw. mangelhaft geliefert wird und der Anbieter eine Nachbesserung verweigert oder teilweise gar nicht ausfindig gemacht werden kann (z. B. Briefkastenfirma). Den Kaufpreis haben Sie dann aber bereits bezahlt, ohne konkret zu wissen, wer der Ansprechpartner für spätere Streitigkeiten ist.

    Um die Identität des Anbieters vor Bezahlung zu prüfen, sollten Sie sich zunächst die Informationen aufgrund des Bewertungssystems ansehen.

    Scheuen Sie sich nicht, den Anbieter vor Vertragsabschluss zu kontaktieren und nach Name und Anschrift zu fragen, wenn der Anbieter zweifelhafte oder gar keine Angaben zu seiner Identität macht.

    Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, Ihr Geld nicht zu verlieren, sollten Sie einen Treuhandservice der Auktionsplattform nutzen. Hier zahlen Sie den Kaufpreis auf ein Konto des Online-Auktionators ein. Das Geld wird erst an den Anbieter ausgezahlt, wenn der Käufer das Produkt erhalten und geprüft hat. Im Gegenzug schickt der Verkäufer die Ware erst dann an den Käufer, wenn er die Benachrichtigung des Auktionshauses hat, dass das Geld eingetroffen ist. Diese - meist kostenpflichtige - Bezahlungsmethode, schützt bei größeren Beträgen vor Missbrauch.


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