- ADAC Kundenbarometer -

Realer und wahrgenommener Verbrauch


"Welche Kraftstoffart bringt die höchste Zufriedenheit mit dem Kraftstoffverbrauch?“ und „Wie hängt das mit dem zur erwartenden Kraftstoffverbrauch, nach ADAC EcoTest, zusammen?“ waren die Fragen, die sich die ADAC Experten gestellt haben.



Am zufriedensten mit dem Kraftstoffverbrauch ihres Fahrzeuges sind Fahrer mit Erdgasantrieb (CNG), gefolgt von E-Hybrid-Fahrern. Erst dann kommen – mit einigem Abstand – Fahrer von Fahrzeugen mit Flüssiggas (LPG). Die Techniker des ADAC sind hiervon nicht überrascht, da insbesondere LPG vom guten Image des „sparsamen Gasantriebs“ profitiert. In Wirklichkeit ist das LPG-Auto wegen der niedrigeren Energiedichte von Flüssiggas längst nicht so sparsam. Durch den Steuervorteil, der für CNG und LPG gleichermaßen gilt, fährt man aber dennoch günstig. In den Zulassungszahlen sind LPG-Fahrzeuge trotzdem deutlich vor CNG-Fahrzeugen – bedingt natürlich auch durch das erheblich dünnere CNG-Tankstellennetz (Henne-Ei-Problematik). Die populärsten Kraftstoffe Benzin und Diesel landen abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

Das extrem gute Abschneiden der Hybridfahrzeuge ist sicherlich auch durch das gute Gefühl etwas für die Umwelt zu tun bzw. ein modernes Fahrzeug zu fahren beeinflusst. Im ADAC EcoTest, der den kompletten Verbrauch inklusive der Kraftstoff-Herstellung (Well-to-Wheel) betrachtet, sind Hybridfahrzeuge nicht zwingend günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (abhängig vom Nutzer-Profil).

Betrachtet man die reinen Kraftstoffpreise je 100 km, sind E-Fahrzeuge mit Abstand am günstigsten. Hier schlagen jedoch der hohe Anschaffungspreis und der damit verbundene Wertverlust stark zu buche, so dass die Fahrzeuge letztlich relativ teuer im Unterhalt sind. Ebenfalls deutlich wird hier, dass LPG-Fahrzeuge nicht zwingend günstiger sind als sparsame Dieselmotoren.

Der Unmut über zu hohe Abweichungen zwischen den Herstellerangaben und den real erreichbaren Kraftstoffangaben ist mehrfach in der Öffentlichkeit diskutiert worden. In den USA mussten mehrere Hersteller sogar ihre offiziellen Verbrauchsangaben nachbessern. Aber welche Modelle halten in der Praxis nun, was sie versprechen? Dazu haben wir die Verbrauchswerte im ADAC EcoTest mit den Zufriedenheitswerten aus dem Kundenbarometer verglichen. Hier zeigt sich, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Verbrauch im ADAC EcoTest und der Zufriedenheit besteht. Logisch: Je sparsamer ein Fahrzeug, desto zufriedener der Halter.

Im Detail gibt es jedoch Abweichungen. Zwar sind die Toyota Hybrid-Modelle Prius und Auris sehr sparsam, die Fahrer sind aber noch deutlich zufriedener als zu erwarten wäre. Der Audi A3 Diesel, der im ADAC EcoTest sogar noch etwas besser beim Verbrauch abgeschnitten hat, macht seine Halter nicht ganz so glücklich. Am anderen Ende der Skala überrascht der BMW 5er mit Benzinmotor deutlich. Zwar ist es das Modell mit dem höchsten Verbrauch im EcoTest, trotzdem ist die Zufriedenheit mit dem 5er deutlich höher als bei vielen anderen Modellen, die deutlich weniger verbrauchen. Ursache hierfür sind zum einen die Erwartungen, die das Fahrzeug erzeugt und zum anderen das Streckenprofil. Der BMW 5er steht nicht im Ruf ein sparsames Fahrzeug zu sein, wird aber sehr häufig für lange Autobahnfahrten genutzt. Bei moderaten Geschwindigkeiten kann man hier auch in die Reichweite des Normverbrauchs kommen.

Anders bei Fiat 500 und KIA Picanto mit Benzinmotor. Beide Fahrzeuge sind sehr klein und lassen einen sparsamen Verbrauch vermuten. Werden die Fahrzeuge aber überwiegend im Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt eingesetzt, ist das Erreichen des Normverbrauchs fast unmöglich. Der Normverbrauch ist eine Kombination aus Stadt- und Überlandfahrten, er entspricht damit nur selten den realen Nutzungsverhältnissen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Verbrauchsmessung nach Herstellerangaben Klimaanlage und ähnliche Energieverbraucher deaktiviert sind. Schaltet man diese ein, steigt der Verbrauch deutlich und bei Kleinwagen überproportional stark. Die Fahrzeuge erfüllen also oft die in sie gesteckten Erwartungen nicht, die Fahrer werden unzufrieden.

Vor unliebsamen Überraschungen beim Verbrauch kann vor dem Autokauf ein Blick in den ADAC EcoTest schützen. Der EcoTest liefert einen deutlich realistischen Verbrauchswert, da die Kombination der zugrunde liegenden Fahrzyklen (inklusive eines Autobahn-Anteils) erheblich realitätsnäher ist.

Daneben sollte man insbesondere auch das eigene Fahrprofil im Blick behalten. Wer oft lange auf der Autobahn unterwegs ist und dabei nicht schneller als 120 km/h fährt, hat deutlich bessere Chancen den Normverbrauch zu erreichen als jemand der das gleiche Auto in der Stadt fährt. Hier lohnt sich auch mal ein vergleichender Blick auf die Verbrauchswerte im Stadtverkehr des ADAC EcoTest, anstatt nur die Durchschnittswerte zu berücksichtigen, die sowohl Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten enthalten.

Die Qualität unserer Verbraucherschutztests wird umfassend und zuverlässig abgesichert. Die Qualitätssicherung umfasst alle Maßnahmen, die der Schaffung, Sicherung und Verbesserung der Qualität dienen. Wir legen deshalb höchste Maßstäbe bei unserer Arbeit an. Mehr


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