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Winterprobleme: Wenn der Diesel streikt

05.01.2017

Winterdiesel

Autofahrer sollten rechtzeitig Winterdiesel tanken, bevor die kalte Jahreszeit beginnt.

Es ist ein altbekanntes Phänomen: Im Winter streiken Dieselmotoren bisweilen – je kälter es ist, desto häufiger. Wir geben Tipps, wie Dieselfahrer gegensteuern können.


Nach wie vor gilt: Bei fallenden Temperaturen bekommen Dieselfahrer zunehmend Schwierigkeiten. Schon ab etwa sieben Grad minus bilden sich auch im sogenannten Winterdiesel die ersten Paraffinpartikel. Winterdiesel wird von Mitte November bis Ende Februar an den Tankstellen in Deutschland verkauft. Damit es nicht zu einer Verstopfung des Kraftstoffsystems bzw. Kraftstofffilters kommt, werden dem Winterdiesel bereits in der Raffinerie spezielle Additive beigemischt. 


Zudem sollen Kraftstoff-Heizsysteme im Auto eine Verstopfung des Filters unterbinden. Bei starker Kälte haben sich allerdings beide Maßnahmen als nicht immer ausreichend herausgestellt. Einmal ausgefallen, fährt das Auto erst wieder, wenn das gesamte Kraftstoffsystem erwärmt ist und sich alle Paraffinpartikel aufgelöst haben.


Theoretisch soll Dieselkraftstoff in Winterqualität bis minus 20 Grad funktionieren. Ob das realistisch ist, haben wir bereits 2013 getestet – mit dem Ergebnis, dass sich Dieselfahrer nicht immer auf die Wintertauglichkeit des Kraftstoffes verlassen können.


Tipps für Dieselfahrer

 

  • Autofahrer sollten rechtzeitig Winterdiesel tanken, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Die noch im Tank befindliche Restmenge an Sommerdiesel sollte dabei so gering wie möglich sein.
  • Die Wartungsvorschriften des Herstellers sollten beachtet werden – insbesondere, wie oft ein Kraftstofffilter gewechselt werden muss.
  • Das Fahrzeug sollte möglichst kälte- und windgeschützt abstellt werden. 
  • Dieselkraftstoff sollte auf keinen Fall mit Benzin gemischt werden. Nur ältere Fahrzeugmodelle von vor 1997 – mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers – sind davon ausgenommen. Auch Additive zur Fließverbesserung sollten nur verwendet werden, wenn dies vom Hersteller abgesegnet ist.
  • Kraftstoff aus Vorratsbehältern nicht verwenden, wenn nichts über dessen Kältetauglichkeit bekannt ist.
  • Ein liegen gebliebenes Fahrzeug sollte in einer beheizten Garage aufgetaut werden. Außerdem sollten die Filterheizung überprüft und normgerechter Kraftstoff nachgetankt werden. Gegebenenfalls muss der Kraftstofffilter ersetzt werden.
  • Ist keine Filterheizung vorhanden, bieten nur wenige Hersteller eine Nachrüstung an.


Unsere Empfehlungen an die Industrie


  • Das bisherige in der Kraftstoffnorm EN 590 vorgeschriebene CFPP-Kälteprüfverfahren ist für eine hinreichend genaue Definition der Kältefahrbarkeitseigenschaften nicht mehr tauglich. Wir erwarten deshalb zukünftig ein neues, genaueres Verfahren zur normgerechten Bestimmung der Kältetauglichkeit.
  • Grundsätzlich ist es Sache der Autohersteller, konkrete Betriebsstoffe für einen bestimmungsgemäßen und störungsfreien Betrieb zu definieren.
  • Winterdiesel sollte auch bei Fahrzeugen ohne Filterheizung bis mindestens minus 20 Grad funktionieren.
  • Neue Fahrzeuge müssen so ausgerüstet sein, dass sie auch bei sehr niedrigen Temperaturen (mindestens minus 25 Grad) betriebsbereit sind. Dies ist mit einer leistungsfähigen Filterheizung problemlos möglich.

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