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Winter-Probleme: Wenn der Diesel streikt

Winterdiesel

Es ist ein altbekanntes Phänomen: Im Winter streiken Dieselmotoren bisweilen – je kälter es ist, desto häufiger. Wir geben Tipps, wie Dieselfahrer gegensteuern können.


Nach wie vor gilt: Bei fallenden Temperaturen bekommen Dieselfahrer zunehmend Schwierigkeiten. Schon ab sieben Grad minus bilden sich in der klaren Tank-Flüssigkeit die ersten Paraffinpartikel, die den Kraftstofffilter blockieren. Einmal ausgefallen, fährt das Auto erst wieder, wenn das gesamte Kraftstoffsystem erwärmt ist und sich alle Paraffinpartikel aufgelöst haben.


Um das Problem abzuschwächen, verkaufen Tankstellen von Mitte November bis Ende Februar Diesel in Winterqualität. Dieser soll bis minus 20 Grad funktionieren. Ob das realistisch ist, haben wir bereits 2013 getestet – mit dem Ergebnis, dass sich Dieselfahrer nicht immer auf die Wintertauglichkeit des Kraftstoffes verlassen können.


Tipps für Dieselfahrer

 

  • Autofahrer sollten rechtzeitig Winterdiesel tanken, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Die noch im Tank befindliche Restmenge an Sommerdiesel sollte dabei so gering wie möglich sein.
  • Die Wartungsvorschriften des Herstellers sollten beachtet werden – insbesondere, wie oft ein Kraftstofffilter gewechselt werden muss.
  • Das Fahrzeug sollte möglichst kälte- und windgeschützt abstellt werden. 
  • Dieselkraftstoff sollte auf keinen Fall mit Benzin gemischt werden. Nur ältere Fahrzeugmodelle von vor 1997 – mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers – sind davon ausgenommen. Auch Additive zur Fließverbesserung sollten nur verwendet werden, wenn dies vom Hersteller abgesegnet ist.
  • Kraftstoff aus Vorratsbehältern nicht verwenden, wenn nichts über dessen Kältetauglichkeit bekannt ist.
  • Ein liegen gebliebenes Fahrzeug sollte in einer beheizten Garage aufgetaut werden. Außerdem sollte die Filterheizung überprüft und normgerechter Kraftstoff nachgetankt werden. Gegebenenfalls muss der Kraftstofffilter ersetzt werden.
  • Ist keine Filterheizung vorhanden, bieten nur wenige Hersteller eine Nachrüstung an.


Unsere Forderungen


  • Um Dieselfahrer zu schützen, muss die Mineralölindustrie bei winterlichen Temperaturen ausnahmslos Winterdiesel anbieten. Dieser sollte auch bei Fahrzeugen ohne Filterheizung bis mindestens minus 20 Grad funktionieren.
  • Neue Fahrzeuge müssen so ausgerüstet sein, dass sie auch bei extrem niedrigen Temperaturen (mindestens minus 25 Grad) betriebsbereit sind. Dies ist mit einer leistungsfähigen Filterheizung problemlos möglich.
  • Das bisherige Kälteprüfverfahren ist nicht mehr zeitgemäß. Wir erwarten ein neues, genaueres Verfahren, um die Kältetauglichkeit festzustellen und die Qualität für Verbraucher zu sichern.
(Stand 19.1.2016)

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