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Mautvergehen in Österreich

Maut

Wer die Vignette in Österreich falsch oder gar nicht aufklebt, zahlt 120 Euro Ersatzmaut. Dabei kontrollieren nicht nur Mitarbeiter des österreichischen Autobahnbetreibers Asfinag die Pickerlpflicht, sondern auch jede Menge Kameras. Viele Fahrer kennen die strengen Regeln rund um die Vignette nicht ausreichend. Wir klären über die häufigsten Mautfallen auf.


Im vergangenen Jahr registrierte die Asfinag 160.000 Vignettendelikte, 64.000 davon wurden von Deutschen begangen. Mehr als die Hälfte deckten die Kameras der Mautbehörde auf, die Betroffenen wurden nachträglich zur Kasse gebeten. 


Die Kameras ergänzen seit 2007 den Kontrolldienst, vor allem auf Strecken, auf denen Autos schlecht angehalten werden können. So etwa auf Autobahnen ohne Pannenstreifen. 


Auch Kaufbeleg schützt nicht vor Bußgeld


Zahlreiche Autofahrer tappen beim österreichischen Pickerl unbewusst in eine Falle und ärgern sich dann doppelt. So wie Martin K. Er wollte nicht betrügen. Nur den Wagen seiner Firma ohne Klebstoffreste an der Windschutzscheibe abgeben. Daher klebte er die 10-Tages-Vignette für Österreich zwar auf und auch an der richtigen Stelle, löste aber die Trägerfolie nicht komplett ab. Sein Pech: Eine Kamera der Asfinag machte ein gestochen scharfes Foto. Per Post bekam er dann die Aufforderung, 120 Euro Ersatzmaut zu überweisen. 


Martin K. wurde unbewusst zum Mautsünder. Da halfen auch der Kaufbeleg und die Bitte um Kulanz nichts. Solche Mautprobleme zählen zu den Klassikern in der Rechtsberatung des ADAC. Bei Martin K. war die Beweislage klar – juristisch nichts zu machen. Für ihn blieb schließlich nur der Rat: fristgerecht zahlen, um die Einleitung eines Bußgeldverfahrens und damit mindestens 300 Euro Strafe zu vermeiden. 


Die häufigsten Fehler: Vignette auf dem Armaturenbrett 


Seit 1997 gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich Vignettenpflicht. Im engmaschigen Überwachungsnetz von Kontrolldienst und Kameras verfangen sich die unterschiedlichsten Mautpreller: zum einen diejenigen, die es absichtlich tun, etwa indem sie das Pickerl kunstvoll mit Creme befestigen, um es heil wieder abzubekommen – und die dann kräftig zahlen. Denn bei Manipulation wird sogar die doppelte Ersatzmaut fällig. 


Erwischt werden aber auch Fahrer, die versehentlich zu Mautsündern werden. Häufigste Fehler laut Asfinag: Sie legen die Vignette einfach aufs Armaturenbrett oder lassen die Trägerfolie dran. Andere kaufen das Pickerl erst auf dem ersten Autobahn-Rasthof in Österreich, obwohl die Mautpflicht ab der Grenze gilt. Oder sie übersehen, dass die Vignette schon abgelaufen ist.


Kontrolleure kennen alle Ausreden 


Besonders ärgerlich ist es, wenn die Verkaufsstelle die Vignette falsch locht und der Autofahrer für diesen Fehler zahlen muss. "In solchen Fällen gibt es Chancen, die gezahlte Ersatzmaut zurückzubekommen", sagt ADAC-Auslands-Jurist Michael Nissen. Sein Tipp: grundsätzlich den Kaufbeleg ein paar Wochen aufbewahren – das hilft, falls es später Probleme mit der Asfinag gibt. 


Wer erwischt wird, dem helfen auch die besten Ausreden nicht. Die österreichischen Kontrolleure haben schon viel gehört: "Ich wusste nichts von der Maut" oder "Ich wollte an der nächsten Tankstelle eine kaufen". Oder die Technik ist schuld: "Das Navi hat mich falsch gelotst." 


Autofahrer können die Vignetten für Österreich im Vorverkauf in jeder ADAC-Geschäftsstelle, telefonisch unter 0800/5101112 und online auf www.adac-shop.de erwerben.


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