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Österreich-Vignette: Teure Irrtümer

pickerl

Wer eine Vignette in Österreich falsch oder gar nicht aufklebt, zahlt 120 Euro Ersatzmaut. Die häufigsten Fehler und Fälle, in denen sich ein Einspruch lohnt. 


Martin K. wollte nicht betrügen. Nur den Wagen seiner Firma ohne Klebstoffreste an der Windschutzscheibe abgeben. Daher klebte er die 10-Tages-Vignette für Österreich zwar auf und auch an der richtigen Stelle, löste aber die Trägerfolie nicht komplett ab. Sein Pech: Eine Kamera des staatlichen Autobahnbetreibers Asfinag machte ein gestochen scharfes Beweisfoto. Herr K. wurde ohne Absicht zum Mautpreller und bekam per Post die Aufforderung, 120 Euro Ersatzmaut zu überweisen. Da halfen auch der Kaufbeleg und die Bitte um Kulanz nichts. 


Solche Mautprobleme zählen zu den Klassikern in der Rechtsberatung des ADAC. Bei Martin K. war die Beweislage leider klar – juristisch nichts zu machen. Für ihn blieb nur der Rat: fristgerecht die Ersatzmaut zahlen, um die Einleitung eines Bußgeldverfahrens und damit mindestens 300 Euro Strafe zu vermeiden.


Die häufigsten Fehler: Vignette auf Armaturenbrett


Seit 1997 gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich Vignettenpflicht. Überwacht wird die Einhaltung vom Kontrolldienst der Asfinag, die auch mobile Kamerasysteme einsetzt. In diesem engmaschigen Überwachungsnetz verfangen sich die unterschiedlichsten Mautpreller: zum einen diejenigen, die es absichtlich tun, etwa indem sie das Pickerl kunstvoll mit Creme befestigen, um es heil wieder abzubekommen – und die dann kräftig zahlen. 


Bei Manipulation wird doppelte Ersatzmaut fällig. Erwischt werden aber auch Fahrer, die versehentlich zu Mautsündern werden. Häufigste Fehler laut Asfinag: Sie legen die Vignette einfach aufs Armaturenbrett oder lassen die Trägerfolie dran. Andere kaufen das Pickerl erst auf dem ersten Autobahn-Rasthof in Österreich, obwohl die Mautpflicht ab der Grenze gilt. Oder sie übersehen, dass die Vignette schon abgelaufen ist.


Kontrolleure kennen alle Ausreden


Besonders ärgerlich ist es, wenn die Verkaufsstelle die Vignette falsch locht und der Autofahrer für diesen Fehler zahlen muss. "In solchen Fällen gibt es Chancen, die gezahlte Ersatzmaut zurückzubekommen", sagt ADAC Auslands-Jurist Michael Nissen. Sein Tipp: grundsätzlich den Kaufbeleg ein paar Wochen aufbewahren – das hilft, falls es später Probleme mit der Asfinag gibt.


Wer erwischt wird, dem helfen auch die besten Ausreden nicht. Die österreichischen Kontrolleure haben schon viel gehört: "Ich wusste nichts von der Maut" oder "Ich wollte an der nächsten Tankstelle eine kaufen". Oder die Technik ist schuld: "Das Navi hat mich falsch gelotst."


Text: Christof Henn 


Autofahrer können die Vignetten für Österreich im Vorverkauf in jeder ADAC Geschäftsstelle, telefonisch unter 0800/5101112 und online auf www.adac-shop.de erwerben.


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