DruckenPDF

Kratzbürstige Waschanlage - wer haftet?

Urteil Waschanlage
Eine Autofahrerin ließ ihr Auto in einer Waschanlage reinigen. Heraus kam ihr Fahrzeug mit verkratztem Lack, woraufhin sie den Betreiber verklagte. Ein Gericht entschied: Der Waschanlagenbereiber muss den Schaden nicht zahlen.


Das Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken lehnte in seinem Urteil vom 28.3.2013 (Az. 4 U 26/12 - 8) den Anspruch auf Schadenersatz gegen den Betreiber der Waschanlage ab. Ihm sei keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht oder einer vertraglichen Schutzpflicht vorzuwerfen.

Im vorliegenden Fall hatte das Auto der Klägerin nach Benutzung einer Waschanlage Kratzer im Lack. Eine Überprüfung der Anlage ergab, dass die Schäden durch eine abgerissene, etwa 30 cm lange Dachantenne verursacht worden waren. Die Autofahrerin klagte auf Zahlung der Reparaturkosten. Der Betreiber verweigerte das mit der Begründung, er sei für den Schaden nicht verantwortlich, die abgebrochene Antenne könne nur von einem Fahrzeug stammen, das unmittelbar vor dem beschädigten Auto die Waschanlage benutzt hatte. Die Beschädigung habe er somit nicht verhindern können.

Das Gericht war der gleichen Auffassung. Der entstandene Lackschaden am Auto der Klägerin sei unvermeidbar gewesen und lasse sich nicht auf eine Fehlfunktion der Waschanlage zurückführen, die der Betreiber zu verantworten habe. Nur eine lückenlose Kontrolle nach jedem einzelnen Waschvorgang hätte den Schaden verhindern können. Dies sei dem Betreiber einer Waschanlage jedoch nicht zuzumuten. Die Anlage muss nach Auffassung des OLG auch nicht im Zwei- oder Drei-Stunden Takt gewartet oder kontrolliert werden.

Für ADAC Mitglieder kostenlos


– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität