So gefährlich ist ein Seitencrash

27.09.2016

Viele Fahrzeuge sind nicht ausreichend für Unfälle gerüstet, bei denen ihnen ein anderes Auto in die Seite fährt. Für die Insassen, die auf der der Kollision gegenüberliegenden Seite sitzen, bieten sie nicht genügend Schutz. Das haben aktuelle ADAC Tests ergeben. Dabei könnten die Autohersteller einfach Abhilfe schaffen.



Bei solchen Unfällen besteht die Gefahr, dass der Insasse seitlich aus dem Gurt rutscht. Zudem lösen Airbags nicht aus, oder sie lösen aus, bieten aber keinen Schutz, weil sie nicht für derartige Situationen konzipiert sind. Aktuell sind die Sicherungssysteme wie Gurt und Airbag hauptsächlich auf den Schutz der Insassen ausgerichtet, die auf der jeweiligen Unfallseite sitzen. 

Bei einem seitlichen Unfall prallen die Insassen gegen Armaturen, Türverkleidung und Sitzteile - das ist vor allem bei Kleinwagen der Fall, weil diese so schmal sind. Die Folge: Die Unfallopfer tragen erhebliche Verletzungen im Kopf,- Brust-, Hüft- und Beckenbereich davon. Im schlimmsten Fall stoßen Fahrer und Beifahrer sogar zusammen und verletzen sich gegenseitig. 

Einfachste Mittel würden helfen
Die Autohersteller könnten das Verletzungsrisiko bei Seitencrashs schon durch einfache Maßnahmen erheblich verringern: Die Aktivierung von Gurtstraffern auf den vorderen Sitzen beim Seitencrash hilft, die Unfallfolgen zu vermindern. Die Insassen bleiben dann auch bei einem Stoß von der Seite an den Sitz gebunden, eine seitliche Verlagerung des Körpers wird minimiert und der mögliche Kontakt mit dem Mitfahrer und Teilen des Innenraums verhindert. 

In vielen Fällen hat auch eine erhöhte Mittelkonsole einen positiven Einfluss auf die Schwere der Unfallfolgen, weil sie den Brustbereich der Fahrzeuginsassen stützt und vermeidet, dass sich deren Körper gefährlich verlagert. Mittelkonsolen mit integrierten Airbags könnten in Zukunft verhindern, dass der Fahrer bei einem Seitencrash gegen den Beifahrersitz oder Beifahrer prallt.

Bericht an Euro NCAP
Für den Seitenaufpralltest des ADAC wurden zwei gängige Modelle der Kompaktklasse und ein Roadster mit hoher Mittelkonsole ausgewählt. Die Experten untersuchten in unterschiedlichen Unfallkonstellationen die Auswirkungen auf die Insassen, wenn ein Barrierewagen mit 1,3 Tonnen Gewicht auf der Beifahrerseite einschlägt - einmal mit 50 und einmal mit 65 Stundenkilometern. Alle Details zum Test finden Sie hier.

Unsere Experten haben die festgestellten Sicherheitsdefizite bereits im europäischen Crashkonsortium Euro NCAP thematisiert. Die aktuellen Erkenntnisse könnten bereits 2020 in das Verbraucherschutzprogramm von Euro NCAP einfließen und das aktuelle Seitencrashverfahren erweitern.

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