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Kaum Rückgang von Kreuzungsunfällen

13.06.2017

Panthermedia

Überraschenderweise passieren Unfälle oft an gut einsehbaren Verkehrsknotenpunkten.

An Kreuzungen und Straßenmündungen passieren nach wie vor sehr viele Unfälle. Motorradfahrer sind dabei besonders gefährdet. Unsere Experten zeigen Lösungsansätze hinsichtlich der Gestaltung von Kreuzungen, der Rundumsicht im Fahrzeug und des Einsatzes von Assistenzsystemen auf.

Die Analysen der ADAC Unfallforschung zeigen, dass sich die Unfallzahlen in den vergangenen zehn Jahren nicht verbessert haben. Unsere Experten untersuchten schwere Überlandunfälle, die von der ADAC Luftrettung registriert wurden. 

Zählt man Unfälle beim Abbiegen und Kreuzen zusammen, stellen diese sogar knapp ein Viertel aller untersuchten Unfallarten dar. Von 2005 bis einschließlich 2015 waren das rund 2400 solcher Unfälle. Häufig handelt es sich dabei um Zusammenstöße, bei denen der Verursacher nach links abbiegt (mehr als 23 Prozent). Eine weitere Erkenntnis: Motorradfahrer sind dabei besonders gefährdet. Die Unfallgegner der motorisierten Zweiräder sind in vier von fünf Fällen Pkw. Dadurch steigt die Unfallschwere für Biker deutlich an.

Die Rundumsicht ist entscheidend

Anhand der Analysen lassen sich allerdings auch Lösungsansätze aufzeigen: Es ist wichtig, die Rundumsicht der Fahrzeuge zu verbessern. Wie unser Autotest zeigt, ist diese in den vergangenen Jahren bei vielen Modellen immer schlechter geworden. 

Untersuchungen unserer Unfallforscher haben gezeigt, dass die eigene Bewegung des Fahrers das Sichtfeld deutlich erweitern kann. Eine leichte Kopf- oder Oberkörperdrehung reicht in der Regel aus, den in der normalen Sitzposition entstandenen Nachteil eines verdeckten Sichtfeldes auszugleichen.

Kreuzungen sicher gestalten

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forscher ist die Begehung der Unfallstellen und die genaue Untersuchung der Unglücksorte. Dabei untersuchen sie bis zu 100 einzelne Ortsparameter. Eine wichtige Erkenntnis: Unfälle passieren oft an gut einsehbaren Verkehrsknotenpunkten. 

Es ist entscheidend, diese Knotenpunkte, zum Beispiel Kreuzungen, so zu gestalten, dass die Verkehrsteilnehmer keine allzu komplexen Situationen erfassen und verarbeiten müssen. Hindernisse und Bewuchs an Straßen sollten so gestaltet werden, dass eine sichere Einschätzung möglich ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Unfallvermeidung ist die technische Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen. Dem Kreuzungsassistenten, über den noch nicht viele Fahrzeuge verfügen, kommt künftig eine besondere Bedeutung zu. 


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