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Verkehrsrisiko Überladung

18.08.2016

Ueberladen

Wichtiger Tipp: Wiegen Sie die einzelnen Gepäckstücke ab.

Überladene Fahrzeuge verhalten sich in Kurven, beim Beschleunigen und beim Bremsen sehr ungewohnt. Schnell können kritische Situationen entstehen. Achten Sie daher auf die Zuladung und vermeiden Sie ein unnötiges Verkehrsrisiko. 


Familien, die zu einer Reise aufbrechen, nutzen oft jede erdenkliche Lücke, um das Auto vollzupacken. Nur hat das seine Grenzen, nämlich spätestens dann, wenn die zulässige Gesamtmasse (zGM) überschritten ist. Und das sollte man ernst nehmen, sonst erkennt man das Fahrverhalten seines eigenen Autos nicht wieder.


Fahrzeugspezifische Zuladungsgrenzen

Doch wie errechnet man das Gesamtgewicht des eigenen Fahrzeugs? Da man das Auto nicht auf eine Waage stellen kann, sollten Sie das Gewicht schwerer Gepäckstücke ermitteln. In der Rechnung dürfen natürlich die Mitfahrer nicht fehlen. Der Fahrer ist allerdings bereits mit 75 Kilo beim Leergewicht des Wagens berücksichtigt.


Achtung, Überladung!


Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern.


Die Zuladungswerte liegen im Schnitt bei 400 Kilo bis 500 Kilo. Laden Sie zusätzlich noch Gepäck auf das Dach, sind die vom Fahrzeughersteller festgelegten Gewichtsgrenzen schnell erreicht. Sie sollten unbedingt die Zuladungsgrenzen einhalten und finden diese fahrzeugspezifischen Daten in der Bedienungsanleitung Ihres Autos. 


Wichtiger Tipp: Beladen Sie die Dachbox mit möglichst leichtem Gepäck, weil sie den Schwerpunkt und damit das Fahrverhalten des Autos besonders schnell nachteilig beeinflussen kann. Wenn die Beladungsgrenze von Autos ausgeschöpft oder sogar überschritten wird, erreichen auch moderne Fahrwerke ihre Grenzen. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist oft nicht an die höhere Masse angepasst, die Bewegungen des Karosserieaufbaus nehmen stark zu. Sicherheitssysteme - wie ESP - sprechen nicht mehr so effektiv an. 


Ein in unseren Fahrtests verwendeter Skoda Oktavia etwa zeigte deutliche Schleuderneigung. Zudem pendelte das Fahrzeug nach Grenzmanövern stark nach. In der Summe ergeben sich mehrere Effekte, die das Unfallrisiko enorm erhöhen.


Schwergewichten droht ein Bußgeld

Wer sein Auto überlädt, riskiert auch eine Verkehrsstrafe. Die Polizei führt auf beliebten Reiserouten regelmäßig Kontrollen durch. Ist das Fahrzeug augenscheinlich stark beladen, überprüfen die Beamten mithilfe einer mobilen Waage Reifen für Reifen, wie viel Gewicht auf dem einzelnen Rad lastet, und zählen dann zusammen. Schon bei einer Überschreitung der zulässigen Gesamtmasse von nur fünf Prozent ist ein Bußgeld von mindestens 10 Euro fällig. 


Diese Strafzahlung kann sich bis auf 235 Euro erhöhen, und zwar dann, wenn der Pkw um 30 Prozent überladen ist. Wenn das Gesamtgewicht mindestens 20 Prozent der zulässigen Gesamtmasse übersteigt, ist auch ein Punkt im Flensburger Verkehrsregister fällig. 


Tipps: Richtig packen

  • Schweres Gepäck verstauen Sie am besten möglichst weit unten. Denn dort ist es bei einem eventuellen Crash sicherer aufgehoben, und der Fahrzeug-Schwerpunkt wandert weniger stark nach oben.
  • Schwere Gegenstände und Koffer möglichst direkt an der Rücksitzlehne ablegen.
  • Setzen Sie nur leichte Gegenstände nach oben.
  • Ein stabiles Laderaumgitter oder ein Netz ist immer dann wichtig, wenn die Ladung über die Höhe der Rücksitzlehne reicht.
  • Decken Sie die gesamte Ladung mit einer Decke ab. Sichern Sie sie mithilfe von Zurrgurten (über Kreuz und eingefädelt in die Zurrösen am Ladeboden).
  • Im Innenraum keine Getränke aus Glasflaschen trinken. Denn: Passiert ein Unfall, können sie zerbersten, und scharfkantige Splitter schleudern umher.


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