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Test: Umrüstung von VW-Autos wirksam

28.06.2016

Nach dem Abgasskandal ist der VW-Rückruf nun in vollem Gange. Wir haben an 2-Liter-Dieseln getestet, wie sich das Software-update auswirkt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die VW-Umrüstung bei den untersuchten Modellen im realen Fahrbetrieb einen Umweltnutzen bringen kann. Verbrauch und Motorleistung hingegen werden durch die Umrüstung kaum beeinträchtigt.


Im Video: Ein VW Golf 2,0 TDI BMT im Vorher-Nachher-Test


Zusammen mit unseren Partnerclubs ÖAMTC aus Österreich und TCS aus der Schweiz und mit Unterstützung der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) haben wir drei Audi Avant 2,0 TDI sowie einen VW Golf 2,0 TDI BMT getestet, jeweils mit manueller 6-Gang-Schaltung und Start-Stopp-System. 


Die Abgas-, Verbrauchs- und Leistungsmessungen auf dem Prüfstand sowie die Fahrdynamik-Messungen und Fahrversuche auf der Straße fanden im Mai und Juni 2016 in Deutschland (ADAC Technikzentrum Landsberg am Lech), Österreich (Technische Universität Wien, Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik) und der Schweiz (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt in Dübendorf und TCS-Prüfzentrum in Emmen) statt.


Wir untersuchten die Fahrzeuge jeweils vor und nach der softwaretechnischen Umrüstung des Herstellers, bei gleichbleibenden, genormten Bedingungen. Die Autos wurden sowohl dem für die Fahrzeugtypengenehmigung relevanten NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) unterzogen als auch den realitätsnäheren Zyklen WLTC (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) und BAB130 (ADAC Autobahnzyklus). WLTC und BAB130 sind besonders aussagekräftig, weil hier mit höherem Tempo und alltäglichen Verbrauchern wie der Klimaanlage gefahren wird.


Detaillierte Informationen zum Ablauf der VW-Rückrufaktion und Ihren Rechten als betroffener VW-Kunde geben die ADAC Juristen hier.


Die Ergebnisse im Detail

Im NEFZ-Zyklus konnten bei den vier untersuchten Modellen im Vergleich zwischen vor und nach dem Update praktisch keine Veränderungen bei den Stickstoffoxid-Emissionen und beim Verbrauch festgestellt werden.


Unter höherer Last bei den realitätsnäheren, aber rechtlich nicht relevanten WLTC- und BAB130-Zyklen reduzierten sich die NOx-Emissionen nach der Umrüstung signifikant: Je nach Fahrzeug und Messzyklus um bis zu 12 Prozent beim Audi und um bis zu 36 Prozent beim VW Golf. Die Audis verbrauchten nach dem Update genauso viel wie davor, in einigen Zyklen sogar weniger, wohingegen sich der Verbrauch des Golf nach dem Update um bis zu 2,5 Prozent erhöhte. Wie der Golf ansonsten bei unseren Vorher-Nachher-Messungen abgeschnitten hat, lesen Sie hier.


Auffällig ist, dass der im NEFZ-Zyklus ermittelte Dieselverbrauch bei den Messungen aller vier Fahrzeuge bereits vor der Softwareänderung um 7 bis 15 Prozent höher ausfiel als der Hersteller jeweils angab (Normverbrauch). Beim VW Golf etwa wurden die Typprüfwerte für CO2 (114 g/km) und den Kraftstoffverbrauch (4,3l/100km) um 7,2 Prozent beziehungsweise 8,6 Prozent überschritten.


Kein Schluss auf alle zurückgerufenen Pkw möglich

Wir weisen explizit darauf hin, dass die Untersuchung einzelner Fahrzeuge keine generellen Aussagen über die Gesamtheit der zurückgerufenen Fahrzeuge zulässt. Die vollzogenen Tests sollen eine erste Orientierung bezüglich der Wirkung der Nachrüstung bieten. Um gegebenenfalls individuelle Rechtsansprüche zu begründen, müssen jedoch fahrzeugspezifische Untersuchungen durchgeführt werden.


Weitere Einzelheiten, insbesondere zum Thema "Verbrauchswerte", lesen ADAC Mitglieder in der Ausgabe 07/08 2016 des Clubmagazins "ADAC Motorwelt".


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