Kollisionsgefahr: Augen auf im Supermarkt!

14.09.2016

Einkaufswagen

Vorsicht: Ein Einkaufswagencrash kann teuer zu stehen kommen!

Wie die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert auch der Einkauf im Supermarkt ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Nach diesem Gebot urteilte das Oberlandesgericht Hamm im Falle einer Kollision zweier Kundinnen.


Kleine Unachtsamkeit, schmerzhafte Folgen: In einem Dortmunder Supermarkt machte eine Kundin beim Abbiegen von einem Haupt- in einen Seitengang einen Schritt rückwärts, ohne sich zuvor umzusehen. Nach ihren Angaben wollte sie eine ihr entgegenkommende Verkäuferin vorbeilassen. Durch den Rückwärtsschritt stieß sie mit einer anderen Kundin zusammen, die in ihrem Rücken aus einem Seitengang kam und sie gerade passieren wollte. Diese Frau stürzte und zog sich einen Bruch ihres Ellenbogens zu, der operiert werden musste.


Unachtsamkeit macht schuldig


Die Verletzte forderte von der Rückwärtsgeherin Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, die Beklagte hafte zu 50 Prozent für den der Klägerin entstandenen Schaden. Die Beklagte habe die Klägerin schuldhaft verletzt, wobei der Klägerin allerdings ein hälftiges Mitverschulden anzurechnen sei. 


Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung verpflichtet die Teilnehmer am Straßenverkehr, sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. In der Begründung seines rechtskräftigen Urteils übertrug das Gericht diese hohen Anforderungen an Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme auf den Einkaufswagenverkehr im Supermarkt.


Hindernislauf im Einkaufsdschungel


Die Beklagte habe schuldhaft gehandelt und sich nicht sozialadäquat verhalten. Wegen der in einem Supermarkt bestehenden Kollisionsgefahr mit anderen Kunden oder deren Einkaufswagen bewege sich ein verständiger Kunde im eigenen Interesse nicht rückwärts von einem Regal in den Gang zurück, ohne sich zuvor umzuschauen. Jedenfalls müsse ein Besucher, der sich rückwärts bewege, mit Hindernissen verschiedenster Art rechnen. Auf diese habe sich der Kunde einzurichten, was die Beklagte versäumt habe, weil sie – ohne sich zuvor umzusehen – zurückgegangen sei.


Hohe Sorgfaltspflicht beim Supermarktbesuch


Die heute 63 Jahre alte Klägerin treffe ein hälftiges Mitverschulden an dem Unfall, weil sie wie die Beklagte zu der Kollision beigetragen habe. Sie habe ihrerseits nicht auf die Bewegungen in ihrer Nähe geachtet. Hierdurch habe sie ebenso wie die Beklagte gegen die Sorgfaltspflichten eines Kunden beim Besuch eines Supermarkts verstoßen. Unter Berücksichtigung des Mitverschuldens stehe der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 1500 Euro sowie ein Haushaltsführungsschaden von 500 Euro zu.


Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 06.06.2016, Az.: 6 U 203/15


ADAC Newsletter

Für ADAC Mitglieder kostenlos


Hinweis


War dieser Artikel für Sie hilfreich?
1 von 1 Nutzern fanden diesen Artikel hilfreich

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons

– Reise & Freizeit –

ADAC Maps

Ihre individuelle Reiseplanung mit Routenempfehlung, Verkehrsinformationen, Sehenswürdigkeiten, nützlichen Adressen etc. Mehr





Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität