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Tod auf der Landstraße

Rund 60 Prozent der in Deutschland tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer kommen auf Landstraßen ums Leben. Das ist zu viel. Um diese seit Jahren nahezu unverändert hohe Zahl dauerhaft zu senken, fordert der ADAC die Bundesländer auf, das Sicherheitsniveau der Straßen zu überprüfen und Schwachstellen im Straßennetz gezielt zu beseitigen.


„Wir brauchen ein richtiges Fitnessprogramm für die Landstraßen“, sagt ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Gerade angesichts der im vergangenen Jahr gestiegenen Zahl der Verkehrstoten muss dringend das vorhandene Potenzial zur Vermeidung von Unfällen und zur Verringerung der Unfallfolgen ausgeschöpft werden.“


Auf den Autobahnen führt die Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) bereits systematische Sicherheitsanalysen durch. Ähnlich muss dies laut Club auch auf Bundes- und Landstraßen geschehen – per Richtlinie sind die EU-Staaten sogar dazu verpflichtet. Mit dem ADAC Straßentest im Rahmen von EuroRAP, dem europäischen Straßentestprogramm, konnte der Club bereits zeigen, dass viele, insbesondere ältere Bundesstraßen nicht den Sicherheitsanforderungen genügen.

Laut ADAC sind an der Entstehung von Unfällen stets mehrere Einflussfaktoren beteiligt. Meist ist menschliches Versagen der unmittelbare Auslöser für einen Zusammenstoß. Auch die Fahrzeuge, die zwar nur selten für die Entstehung von Unfällen verantwortlich gemacht werden können, sind häufig in puncto aktive und passive Sicherheitssysteme nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Ähnlich verhält es sich bei Straßen: Wenn auch grundsätzlich der Fahrer seine Fahrweise an die Straße anpassen muss, so können auch die Straßen selbst zur Vermeidung von Unfällen und zur Reduzierung ihrer Folgen beitragen. Potenzial zur Unfallvermeidung bieten etwa die Linienführung, die Fahrbahngriffigkeit sowie die Überholsichtweiten.

Der passive Schutz kann unter anderem durch zusätzliche Schutzplanken, Anpralldämpfer vor Hindernissen und eine hindernisfreie Gestaltung des Seitenraumes verbessert werden. Auch Umbauten von Kreuzungen kommen in Betracht, wenn es um die Verringerung von Unfallfolgen geht.


Doch selbst wenn Risse an der Oberfläche entstehen, muss eindringendes Wasser den Straßen-Unterbau nicht zwingend zerstören. Mit kleinsten Partikeln aus der Nanotechnologie lässt sich das Schotter-Zement-Gemisch in der Tiefe resistent gegen Wasser und Frostschäden machen, fand das Münchner Unternehmen Nanosky heraus. Die Firma hat ein Additiv entwickelt, das mit Nanoteilchen, ungiftigen Polymeren und Naturlatex in kleinste Hohlräume kriecht und somit Wasser aus dem Unterbau raushält. Bei einer Tiefensanierung kann das alte Material kostensparend wiederverwertet werden. Außerdem lässt sich bei einem Neubau einfach der vor Ort liegende natürliche Boden zu einer widerstandsfähigen Unterschicht aufbereiten.


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