DruckenPDF

Stichprobe: Gebrauchtwagenkauf



Zehn Millionen Menschen kaufen jedes Jahr in Deutschland ein Auto, etwa 70 Prozent aus zweiter oder dritter Hand. Eine Stichprobe des ADAC zum Gebrauchtwagenkauf zeigt, dass Vorsicht geboten ist. 


Gemeinsam mit einem Testkäufer, einem sogenannten Mystery Shopper, besuchten wir Gebrauchtwagenhändler, fingierten einen Autokauf und ließen den ausgewählten Wagen im ADAC Prüfzentrum von einem Kfz-Sachverständigen auf versteckte Mängel untersuchen. Dies war Teil einer Stichprobe des ADAC zum Gebrauchtwagenkauf, bei der der Club 36 Marken- und  freie Händler in sechs Städten geprüft hat: Neben der Qualität der Fahrzeuge ging es auch um die Seriosität der Händler.


So lief es

Testkäufer Bruno S., 66, signalisiert Interesse an einem Golf 5 Turbodiesel, Baujahr 2008, mit 141.000 Kilometern und einem Preis von 8849 Euro. „Der Wagen ist einwandfrei“, erklärt der Verkäufer. In Köln-Sülz warten bereits der Kfz-Sachverständige Rolf Berghoff und sein Kollege. Eine Stunde lang messen die Experten Abgaswerte, Lackdichte und durchleuchten Motor, Bremsen und Fahrwerk des Golf. 

Gesamtbeurteilung für den Händler: „ausreichend“. Zwar waren die Angaben des Verkäufers im Internet weitgehend korrekt, der Service freundlich, jedoch wies er nicht darauf hin, dass unter anderem bald ein Zahnriemenwechsel (Kosten ca. 700 Euro) nötig sein würde. „Außerdem hat er verschwiegen, dass neben weiteren kleineren Mängeln auch die Bremsbeläge an der Verschleißgrenze sind“, sagt Rolf Berghoff. „Hier wären auf den Käufer schon bald Kosten in Höhe von rund 450 Euro zugekommen.“


Die Bremsen sind ein Problem

Insgesamt offenbarten die Stichproben der Tester, dass der Kunde schon sehr genau hinsehen muss: Von 36 Betrieben erhielten nur acht eine „sehr gute“ Bewertung, drei waren „mangelhaft“, zehn sogar „sehr mangelhaft“. Markenanbieter schnitten dabei besser ab als freie Händler. Besonders häufig stellten die Prüfer fest, dass die Fahrzeuginformationen im Internet nicht mit dem tatsächlichen Zustand des Wagens übereinstimmten. 

So verschwieg ein Händler ein Raucherauto. Bei Erstzulassung und Kilometerstand nahmen es auch nicht alle Kandidaten genau: „Bei einem Fahrzeug wich der Zähler um 10.000 Kilometer ab. Das ist ärgerlich, insbesondere wenn der Kunde eine lange Anfahrt zur Besichtigung angetreten hat“, sagt ADAC Projektleiter Florian Fischer. Ein unerfreuliches Bild zeigte sich in der Kategorie „Bremsen“: 14 Kandidaten wurden hier wegen rostiger oder verschlissener Anlagen „sehr mangelhaft“ beurteilt, was im Einzelfall sogar lebensgefährlich hätte werden können.


So wurde geprüft: In Berlin, Dresden, Hamburg, Köln, München und Stuttgart waren die ADAC Teams, bestehend  aus Testkäufern und Sachverständigen, unterwegs. Sie prüften bei den Kandidaten neben dem Preis weitere 20 Kategorien, darunter acht, die sich auf den Händler-Service konzentrieren (z. B. Vorab-Info im Internet, Ablauf des Verkaufsgesprächs, Probefahrt, Mängelgespräch, Preisverhandlung) sowie zwölf, die sich auf das Fahrzeug beziehen (z. B. Motor und Antrieb, Fahrwerk und Lenkung, Reifen/Räder, Bremsen, Elektrik).


Wichtiger Link:


– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität